A Wrinkle in Time (2018)

A Wrinkle in Time (2018)

Das Zeiträtsel
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Filmkritik: Falteri und Faltera

Dich lass ich niiiie mehr los!
Dich lass ich niiiie mehr los! © Disney

Professor Murry (Chris Pine) hat mit Gattin (Gugu Mbatha-Raw) an der Theorie herumgerätselt, dass man das Universum falten kann und somit mit purer Gedankenkraft an dessen Ende reisen kann. Belächelt von Kollegen, scheint an der Theorie jedoch was dran zu sein, denn Murry verschwindet plötzlich spurlos. Hat er eine grosse Reise unternommen und findet nicht mehr zurück? Tochter Meg (Storm Reed) und Sohn Charles Wallace (Derric McCabe) leiden deshalb nicht nur unter dem Verlust ihres Vaters, sondern auch unter den Spötteleien im Alltag. Bis der kleine Bub mit einer etwas schrägen Dame namens "Mrs. Whatsit" (Reese Witherspoon) auftaucht.

Huch!
Huch! © Disney

Diese entpuppt sich als feenartiges Wesen, das mit Hilfe von "Mrs. Who" (Mindy Kaling) und der mächtigen "Mrs. Which" (Oprah Winfrey) in der Lage ist, die Suche nach Mister Murry zu unterstützen. Gemeinsam mit Megs Schulkollegen Calvin (Levi Miller) machen sich die Kids nun auf den Weg ins unbekannte Welten, auf denen sich nicht nur ihrem Vater scheinbar immer näher kommen, sondern auch bald die grosse Bedrohung, das "It", entdecken. Diese böse Macht scheint unaufhaltsam und breitet sich immer weiter aus. Als sie auch noch eines der Kinder übernimmt, scheint guter Rat teuer.

A Wrinkle in time ist einer dieser bunten und aufwändigen Produktionen, die mit viel Brimborium darüber hinwegzutäuschen versuchen, dass inhaltlich zu wenig Material vorhanden ist, um einen ansprechenden Film zu füllen. Es wird drum vom Zuschauer Geduld und Sitzfleisch gefordert, um dem Geschehen bis zum Ende zu folgen. Ein paar gute Ansätze sind vorhanden, aber die wirklich sehenswerten Szenen sind deutlich in der Minderheit. Pine hin, Oprah her. Und dann noch dieser Bub...

Mit grossem Aufwand (das Budget betrug immerhin geschätzte 100 Millionen Dollar) präsentiert uns Disney die Verfilmung eines Romans, der als Klassiker gilt. Mit grossen Namen wie Chris Pine, Oprah Winfrey und Reese Witherspoon besetzt, hat A Wrinkle in time weltweit aber nicht wirklich eingeschlagen. Zwar konnte man im Heimatland sein Geld wieder einspielen, aber ausserhalb der USA scheint niemand das Werk von Regisseurin Ava DuVernay sehen. Das erklärt auch, warum der Film bei uns keinen Kinostart spendiert bekam.

Es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, um kindliche Figuren so zu charakterisieren, dass sie dem Zuschauer sofort unsympathisch sind und auf den Keks gehen. Der kleine Derric McCabe ist zwar ein herziger Knirps, jedoch ist sein "Charles Wallace" in A Wrinkle in time ein intelligentes Wunderkind, das alles besser weiss und dem man ohne grosse Überlegungen bis ans Ende der Galaxie folgt. Da hilft auch der Versuch nicht, den Kleinen gegen Ende des Films etwas zu verändern - er bleibt nervig und besserwissend.

Ganz anders die Charaktere von Storm Reid (tauchte in 12 Years a Slave schon auf) und Levi Miller (Pan). Zwar sind beide Kids viel am Staunen, aber wenn Oprah Winfrey übergross und clownesk geschminkt auftaucht, dann darf ruhig das Kinn fallen. Überhaupt, die drei weisen (?) Feen sind an Kitsch kaum zu überbieten und passen somit hervorragend in die überbunte Welt von A Wrinkle in time, in der alles ein bisschen farbiger ist.

Inhaltlich wird in A Wrinkle in time vor allem viel Geplauder geboten, das mit schönen Bildern angereichert wird. Man philosophiert über Gedankengänge, die Kraft der Vorstellung, das Ende der Galaxie oder das Böse, das sich längst ausgebreitet hat. Das mag anfänglich etwas interessieren, verläuft sich aber schon nach kurzer Zeit in hohle Phrasen und abgedroschenen Sprüche, welche die Story nicht vorwärtsbringen und den Film deshalb zäh und mühsam machen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 2

muri

Filmkritik: Falteri und Faltera

pps

Ich hab den Film versucht, aber spätestens als sich Reese Witherspoon in ein fliegendes Salatblatt verwandelt hat, bin ich halb eingepennt. Hab dann abgestellt und (bisher) nicht mehr weitergeschaut. Furchtbar öde.

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