Winchester (2018)

Winchester (2018)

Winchester: Das Haus der Verdammten
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  3. 99 Minuten

Filmkritik: Es knarrt im Knarrenhaus

The Woman in Black
The Woman in Black

Die verwitwete Sarah Winchester (Helen Mirren) kommt nicht damit klar, wie viele Menschen die Waffen des Unternehmens ihres Ehemannes getötet haben und wird von deren Geistern heimgesucht. Mit ihrem massiven Vermögen beschliesst sie ausserhalb von San Francisco ein Haus zu bauen, um die rachsüchtigen Geister einzusperren, die einer Winchester erlagen. Das Haus wird rund um die Uhr gebaut und Sarah konstruiert einen Raum nach dem anderen.

Hier im Sommer-Outfit
Hier im Sommer-Outfit

Der Psychiater Eric Price (Jason Clarke) wird damit beauftragt, den Geisteszustand der Witwe zu evaluieren. Doch auch er selbst hat mit Geistern zu kämpfen. Nach dem Tod seiner Frau ist er den Drogen verfallen und kämpft so mit seinen inneren Dämonen. Erst ist er überzeugt, dass Sarah ihren Verstand verloren hat, doch nach einigen Nächten im Winchester-Haus befürchtet er, dass vielleicht nicht alle Geister und Dämonen ihrer Fantasie entspringen...

Wirklich gruselig ist Winchester leider nicht geworden. Der Film hat in den Horrormomenten nichts Neues zu bieten und enttäuscht in Sachen Gänsehaut und Schockeffekten. Das Produktions- und Kostümdesign ist jedoch exzellent und sowohl Helen Mirren als auch Jason Clarke liefen sich einige spannende Dialoge. Schlussendlich kratzt der Film dann aber doch nur an der Oberfläche und fesselt nur streckenweise.

Die in Deutschland geborenen und in Australien arbeitenden Spierig Brothers haben sich eine kleine Nische im Genrekino eingerichtet und sind mit Filmen wie Predestination oder Daybreakers zu Stammgästen auf Horror- und Fantasyfestivals geworden. Ihr neuster Streich Winchester dürfte es bei Horrorfans jedoch schwer haben. Und dabei waren die Voraussetzungen gut: Eine wahre Geschichte, talentierte Schauspieler und eine unheimliche Location wären vorhanden gewesen. Doch obwohl die Kostüme und Sets mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden, wird das Potenzial des architektonisch komplexen Winchester Mansion leider nicht voll ausgeschöpft. Die Grösse des Anwesens wird nur in wenigen Aussenaufnahmen deutlich. Für eines der berühmtesten Spukhäuser Amerikas eine vergebene Chance, das Haus selbst als Charakter fungieren zu lassen.

Helen Mirren und Jason Clarke sind nicht gerade Namen, die man als Hauptrollen in einem Gruselfilm erwartet und diese Perspektive ist das Erfrischende an Winchester. Die Szenen, in welchen die zwei über Schuld und Verantwortung einer Waffenfirma diskutieren, sind spannender als jeder vorhersehbare Jumpscare. Und von diesen hat es eine ganze Menge. Die politische Message und die dramatischen Züge funktionieren zwischendurch gut und sind ein interessanter Ansatz. Die talentierte Sarah Snooke muss sich mit einer Nebenrolle abfinden, die mit ihrem Handlungsstrang immer wieder die Handbremse anzieht. So bleibt ein Mischmasch, welches für Horrorfans eine Entäuschung sein dürfte, aber zumindest interessante moralische Fragen stellt und in Sachen Ausstattung etwas fürs Auge bietet.

/ ma