Tag (2018)

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Catch me!
  1. 100 Minuten

Filmkritik: Du bisch! You're it!

Jetzt bist du fällig!
Jetzt bist du fällig!

Seit über dreissig Jahren kennen sich nun Hoagie (Ed Helms), Bob (Jon Hamm), Chilli (Jake Johnson), Kevin (Hannibal Buress) und Jerry (Jeremy Renner) und seit ebenso lang spielen sie "Fangen". Dieses Kinderspiel wird jeden Mai aktuell, damit sich die Jungs jährlich treffen und sich einen Monat lang zum Affen machen können. Wer auch immer der Fänger ist ("You're it"), nimmt auch schonmal längere Reisen auf sich, gibt Urlaub ein und veranstaltet waghalsige Manöver, um einen der Gruppe zu fangen. Der einzige der Männer, der bislang noch nie gefangen wurde, ist Jerry. Und genau das soll sich nun ändern.

Hawkeye bei der Arbeit
Hawkeye bei der Arbeit

Jerry steht kurz vor seiner Hochzeit. Natürlich sind die Kumpels und ihre Partnerinnen zum grossen Fest eingeladen. Es wird ein grosser Plan ausgearbeitet, um den Champion zu fangen. Die Aufwendungen gehen von Maskeraden bis zu nächtlichem Einbruch, aber Jerry scheint auf alles eine Antwort zu haben. Angriffe werden abgewehrt, Fallen gestellt oder der Kerl ist einfach gnadenlos gut im verschwinden. Nun soll an der Hochzeit, beim Ja-Wort, dann wenn die Konzentration den Worten des Pfarrers gelten soll, der grosse Angriff starten. Werden Hoagie, Bob und Kollegen erfolgreich sein?

Catch Me verspricht im Trailer viel Spass und Action, bietet aber im finalen Film nicht genug davon, dass man von einem gelungenen Film reden kann. Er hat Schwächen in der Erzählstruktur, verliert sich in Übergangsszenen und will am Ende auch noch mehr sein, als man es erwartet. Die Action ist lustig, die "Fangis"-Idee ebenso. Leider reichen ein paar gelungene Szenen nicht zum erhofften Spass.

Jeremy Renner war der grosse Abwesende bei Avengers: Infinity War und macht das hoffentlich im Sequel wieder gut. In der Zwischenzeit war der fleissige Mann aus Kalifornien in Wind River in einem tollen Thriller zu sehen und kehrt mit Tag - oder Catch Me, wie er bei uns heisst - ins Komödienfach zurück. Allerdings legt Regisseur Jeff Tomsic bei seinem Kinodebüt den Fokus eher auf die bunte Truppe von Fängern, die von Ed The Hangover Helms und Jon Mad Men Hamm angeführt werden.

Die Story von Catch Me ist ein bisschen dünn geraten. Zwar sind die Angriffe, die Verkleidungen und Aufwände spassig und sympathisch, aber das Spiel läuft sich schnell mal müde. Erst wenn Jeremy Renners Charakter ein bisschen mehr involviert wird, wird in Bezug auf die Action wieder etwas mehr geboten. Um die Zwischenräume zu füllen, hat sich der Drehbuchautor eine etwas ernstere Hintergrundstory ausgedacht, die sich aber erst gegen Ende vollständig entfaltet. Bis dahin plätschern die Sequenzen vor sich hin, immer wieder aufgeheitert durch das "Fangis", aber halt doch recht zäh.

Die Darsteller hingegen sind durchwegs sympathisch, wobei Ed Helms etwas mehr nervt als beispielsweise ein Jon Hamm, dem man solche Rollen jetzt irgendwie nicht so zutrauen würde. Es macht aber Spass, wenn er wegen des Spiels aus dem wichtigen Interview flieht und dabei kein Stein auf dem anderen bleibt. Renner und die herzige Isla Fisher zeigen solide Darstellerleistungen und vor allem "Hawkeye" überzeugt durch seine physischen Fähigkeiten. Kein Wunder, ist ja auch ein "Avenger".

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Die Idee ist witzig, doch viel mehr ist leider nicht. Ein paar gelungene Slapstick-Einlagen, ein gut aufgelegter Cast und eine Story zum Vergessen. Man hätte definitiv mehr aus dieser abgefahrenen "True Story" machen müssen.

muri

Filmkritik: Du bisch! You're it!

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