A Star Is Born (2018)

A Star Is Born (2018)

  1. , ,
  2. 135 Minuten

Filmkritik: The Lady Gaga Concert Movie

75. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2018
Rah rah ah-ah-ah!
Rah rah ah-ah-ah!

Als der Musikstar Jackson Maine (Bradley Cooper) nach einem Konzert in einer Bar abstürzt, trifft er auf die aufstrebende Sängerin Ally (Lady Gaga). Jackson ist begeistert von ihrem Talent, doch Ally träumt schon längst nicht mehr von einem grossen Durchbruch. Bei seinem nächsten Konzert holt er sie deshalb auf die Bühne, und sie singen gemeinsam einen ihrer selbstgeschriebenen Songs. Es ist der Anfang von Allys Karriere als Musikstar - und der einer grossen Liebe.

Ro mah ro-mah-mah
Ro mah ro-mah-mah

Doch während die Sängerin stets erfolgreicher wird und auf der Bühne ein neues Image aufbaut, versinkt Jackson immer tiefer in seiner Drogen- und Alkoholsucht. Er ist überzeugt, dass Ally sich für die Karriere als Popstar verkauft, dabei steht sie gerade erst am Anfang. Zugleich hinterfragt er seine eigene Rolle in der gemeinsamen Beziehung. Wird Jackson aus seiner fortwährenden Abwärtsspirale herauskommen, bevor es zu spät ist?

Das bereits dritte Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1937 zeigt eine zeitlose Liebesgeschichte, wie sie in dieser und ähnlichen Formen bereits oft erzählt wurde. Die Story hält sich grob an die der Vorgänger und bedient sich bereits bekannter Wendepunkte. Dafür sticht der Film mit tollen Live-Performances hervor. Vor allem aber bestätigt A Star is Born die vielzähligen Talente Lady Gagas. Für Popmusikfans ist der Film ein echtes Seh- und Hörvergnügen und der Soundtrack absolut hitverdächtig.

Wer die Credits von A Star is Born liest, könnte den Eindruck bekommen, dass Bradley Cooper entweder ein Multitalent ist - oder an Grössenwahn leidet. Bei seinem Regiedebüt übernahm er die Hauptrolle, sang live, schrieb an einigen der Songs mit und verfasste gemeinsam mit Eric Roth und Will Fetters das Drehbuch. Der wahre - wie auch titelgebende - Star des Films aber ist Lady Gaga. In ihrer ersten grossen Spielfilmrolle stellt sie unter Beweis, warum sie zu den erfolgreichsten Popstars der Welt gehört. Sie ist wandlungfähig, echt und talentiert. So ist es keine Überraschung, dass vor allem ihre musikalischen Auftritte zu den besten Momenten des Films gehören. Aber auch Bradley Coopers Gesangsstunden haben sich gelohnt. Er singt und spricht in einem für ihn ungewöhnlich tieferen Timbre, das Gänsehaut verursacht.

Alle Gesangparts wurden live aufgenommen, unter anderem auf grossen Festivals wie Glastonbury und Coachella. Diese Strategie von Tonmann Steve Morrow zahlt sich aus. Die Soundqualität ist fantastisch, und es fühlt sich an, als stünde man gemeinsam mit den Musikern auf der Bühne. Am Ende einiger Auftritte würde man am liebsten selbst in Beifall ausbrechen. Die Songs wurden für den Film geschrieben, unter anderem auch von Lady Gaga, und vor allem das gemeinsame Duett "Shallow" hat Ohrwurmpotenzial.

Auch schauspielerisch muss Gaga sich nicht hinter den Kollegen verstecken. Cooper bestand darauf, dass Ally zu Anfang des Films kaum Make-up trägt. So bekommen die Zuschauer eine ungewohnte, verwundbare Seite des Weltstars zu sehen. Tatsächlich hilft dies dabei, die Kunstfigur Lady Gaga zu vergessen und stattdessen Ally auf der Leinwand zu sehen. Cooper spielt den alkoholkranken Jackson mit trauriger Kindheitsgeschichte als liebenswürdigen, aber auch bemitleidenswerten Rockstar, der neben der aufblühenden Ally wie ein Relikt aus einer anderen Musikära wirkt. Jackson versteht Allys neues Popimage nicht, leidet unter Gehörverlust sowie Tinnitus und rutscht immer tiefer in seine Sucht ab. Trotzdem hält Ally zu ihm. Den beiden Hauptdarstellern kauft man diese komplizierte, aber liebevolle Beziehung gut und gerne ab.

Leider gerät A Star is Born im letzten Drittel etwas aus dem Takt. Nimmt sich der Film anfangs Zeit, um Ally als Künstlerin zu etablieren, werden ihre Karriereschritte anschliessend wie nach Schema F abgefrühstückt. Ihr Aufstieg ist kometenhaft. Erste Single, erstes Album, Grammynomination, Welttour... Wie viel Anstrengung dahintersteckt, ist nicht zu sehen. Bewusst wird auch grössenteils darauf verzichtet, das Paar in der Öffentlichkeit zu zeigen, oder Momente, in denen die beiden von Fans oder der Presse belagert werden. Stattdessen fokussiert der Film auf die private Beziehung zwischen Ally und Jackson, in der gestritten, geliebt, gelogen, noch mehr geliebt und sehr viel getrunken wird. Ganz geht diese Formel am Ende nicht auf. Ohne zu viel zu verraten: Ein grosser Konflikt, den Ally erst mit ihrem Manager und dann mit sich selbst verhandeln muss, wird fast beiläufig eingebracht. Dabei ist er essentiell für den Ausgang des Films.

Insgesamt ist A Star is Born aber ein ausgezeichneter Musikfilm, und auch die Liebesgeschichte dürfte bei manchen Zuschauern für Tränchen in den Augen sorgen. Bradley Cooper hat sich bei seinem Regiedebüt also keineswegs überschätzt.

/ swo

Kommentare Total: 5

marmb

Der Film ist völlig überbewertet.
Einzig die Power des anfänglichen Liveauftritts und das Duett zwischen Bradleey & Gaga sind sehenswert. Und das die Lady wirklich singen kann.
Aber Story, Dialoge und Schauspiel sind so was von platt und vorhersehbar - HollywoodMarketingPower as it's best ;-))

yan

Toll gespielt und stark gesungen. Cooper und Gaga überzeugen, trotzdem fehlte mir ebenfalls die Chemie zwischen den Beiden. Zudem hat das Drehbuch Längen, es gibt Subplots, die angeschnitten werden, aber kaum zur Story beitragen, geschweige denn zu Ende erzählt werden. Allg. fand ich das Drehbuch nicht besonders spannend und einige Dialoge standen etwas quer im Raum.

Die letzte halbe Stunde hat mir hingegen sehr gut gefallen. Hier kommen dann auch Emotionen auf.

Die Songs sind spitze.

Ein gelungenes Remake, das für mich aber nicht ganz gerechtfertigt in den Himmel gelobt wird.

andycolette

Gerade gesehen solche Tränen hatte ich ganz selten !! Werde den Film auf jeden Fall nochmals schauen Bradley Cooper und Lady Gaga sind breathtaking !! Bradley's erster Oscar als Director sehr realistisch sensationeller Film !!

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen