Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)

Spider-Man: Into the Spider-Verse (2018)

Spider-Man: A New Universe
  1. , ,
  2. 117 Minuten

Filmkritik: Eine Spinne kommt selten allein

Gruppenfoto!
Gruppenfoto!

Miles Morales (Stimme von Shameik Moore) ist ein Teenager in Brooklyn, der nachts im U-Bahn-Tunnel sprayt. Dabei wird er von einer seltsamen Spinne gebissen, die in ihm Veränderungen verursacht. Noch im Unklaren, was da genau geschieht, wird Miles dort unten Zeuge, wie der Held «Spider-Man» (Stimme von Chris Pine) im Kampf Bösewichten wie Kingpin, Green Goblin und Prowler unterliegt und das Zeitliche segnet. Die Welt ist in Trauer, denn die Stadt braucht doch einen Superhelden! Diesen Job will Miles nun mit seinen neuen Talenten übernehmen, er stellt sich dabei aber recht ungeschickt an - bis er Hilfe von (Achtung!) Peter B. Parker (Stimme von Jake M. Johnson) bekommt. Den hat es nämlich durch den von Kingpin verursachten Riss im Universum aus einer Parallelwelt nach Brooklyn verschlagen.

Gemeinsames Tüfteln!
Gemeinsames Tüfteln!

Während sich Peter mit der neuen Welt arrangieren muss und dabei noch dem jungen Miles bei seiner Entwicklung helfen soll, tauchen immer weitere Spider-Leute auf: Spider-Gwen (Stimme von Hailee Seinfeld), Spider-Man «Noir» (Stimme von Nicolas Cage), Peni Parker (Stimme von Kimiko Glenn) mitsamt Roboter und ein Superschwein namens «Spider-Ham» (Stimme von John Mulaney) schliessen sich dem Duo an und müssen nun gemeinsam einen Weg suchen, in ihre eigenen Dimensionen zurückzukehren. Dagegen stellt sich der Kingpin Wilson Fisk (Stimme von Liev Schreiber), der sich sinistre Hilfe holt, um diese Spider-Geschöpfe unschädlich zu machen.

Spider-Man: Into the Spider-Verse überzeugt durch seinen herrlichen Animationsstil, die dazu passende Musikuntermalung und seine Figurenvielfalt. Abstriche gibt es in der Story, die nicht sonderlich innovativ ist, wobei das dem Zielpublikum hier völlig egal sein dürfte. Wie immer bei Marvel-Filmen sollten wir auch hier bis zum Ende des Abspanns sitzen bleiben. Es kommt noch was, das sich anzuschauen lohnt. Gleiches gilt für den ganzen Film - bitte mehr davon!

Seit dem ersten Trailer zu Spider-Man: Into the Spider-Verse wissen wir, dass es sich hier nicht um einen erneute Neufassung der bekannten Parker-Story handelt und ausserdem ein paar illustre Figuren auftreten. Dazu freuen wir uns auf eine aussergewöhnliche Art der Animation, die stark an Comichefte erinnert und auch während der ganzen Filmdauer von 117 Minuten nie an Faszination verliert. Mit dem Marvel Cinematic Universe hat das Ganze nix zu tun, es wird ausserdem von Sony produziert - aber wer hat da schon noch den Überblick... Ist ja auch egal, wenn der Film so klasse ist!

Wer «normal» sucht, kriegt hier etwas geboten, das über diesen Horizont hinausgeht. Nicht nur, dass man endlich den jungen Miles Morales in den Mittelpunkt der Story setzt, sondern man gibt dem Buben auch einen Hintergrund, der ans Herz geht und für ein paar Überraschungen sorgt. Mit dem Auftauchen der Spider-Geschöpfe aus allen Herren Universen steigt dann der Unterhaltungsfaktor nochmals um eine Stufe. Natürlich stiehlt das Spider-Schwein den Kollegen die Show, wobei auch der im Original von Nicolas Cage gesprochene Spider-Man-Noir reizvoll angesetzt wurde. Der etwas ausser Form geratene Peter B. Parker weiss ebenfalls zu gefallen, während die Damenwelt ein bisschen zu kurz kommt.

Wer einen solchen Haufen von Helden zu bändigen hat, muss auch für eine entsprechende Gegenseite sorgen. Angeführt vom etwas gar klobigen Wilson Fisk ist Spider-Man: Into the Spider-Verse ein fröhliches Bösewicht-Stelldichein. Von Tombstone über den Prowler bis zum Green Goblin - alle sind sie da und machen unseren Seilschwingern das Leben mehr als nur schwer. Ausserdem kriegen wir hier einen schönen Twist zu sehen, der nicht nur überrascht, sondern auch noch tragische Auswirkungen hat.

Nebst so viel animiertem Augenschmaus und Figurenraten bleibt die eigentliche Story ein bisschen aussen vor. Hier setzt man auf eine solide Handlung, die im Finale in ein etwas gar unübersichtliches Geprügle mündet. Das hätte der Film eigentlich gar nicht nötig gehabt. Aber irgendwie muss man die vielen Charaktere ja in die Szenen packen... Dazu werden ein paar Cameos und Kurzauftritte richtig passend eingesetzt, so dass man als Zuschauer eigentlich immer darauf warten kann, dass irgendwas Spektakuläres auf der Leinwand passiert. Und so muss es doch ja auch sein, oder?

/ muri

Kommentare Total: 3

yan

Okay, vielleicht waren die Erwartungen an den "besten Spider-Man-Film" auch etwas gar hoch, doch ich bin ein klein wenig enttäuscht.

Obwohl die coolen Comic-Animationen eigentlich tierisch Spass machen und auch umwerfend aussehen, litt vor allem die zweite Hälfte des Films unter dieser wilden und farbenfrohen Optik. Hier wirkt alles zu hektisch und die Actionszenen sind kaum als solche erkennbar.
Die Story ist zudem nicht besonders innovativ, auch wenn hauptsächlich zu Beginn Dialog & Humor an den ersten Lego Movie erinnern und damit richtig punkten. Leider ist Spider-Man: Into the Spider-Verse nicht der erwartete Kracher, sondern ein weiterer guter Spider-Man-Film, der zwar wie ein lebendig gewordenes Comic-Heft auftritt, aber leider dramaturgische Abstriche zu verzeichnen hat.

crs

Hei, ist dieses Teil cool. Rasant erzählt, coole Figuren und Sprecher (Nicolas Cage als Spidey Noir ist der Hammer!), sowie auch die nötige Portion Herz. mMn der beste Animationsfilm von 2018.

muri

Filmkritik: Eine Spinne kommt selten allein

Kommentar schreiben