Second Act (2018)

Second Act (2018)

Manhattan Queen
  1. ,
  2. 103 Minuten

Filmkritik: Hör mal auf zu fluchen!

Wo ist die Cumuluskarte!
Wo ist die Cumuluskarte!

Maya Davilla (Jennifer Lopez) lebt in Brooklyn, hat dort ihre Freunde und arbeitet in einer grossen Supermarktkette. Dort allerdings will es mit der Karriere nicht so recht vorangehen, und mit vierzig Jahren ist die Frau auch fällig für eine Veränderung in ihrem Leben. Als ihr dann tatsächlich ein studierter und unsympathischer Kerl vorgezogen wird, hat Maya genug. An ihrem Geburifest äussert sie den Wunsch nach Karriere, den sich ihre beste Freundin Joan (Leah Remini) zu Herzen nimmt. Deren Sohn pimpt nämlich Mayas Lebenslauf, ihre Facebookseite und die schulische Ausbildung mächtig auf und macht aus Selfmade-Maya einen Business-Superstar.

Rausgeputzt und ausgehfertig
Rausgeputzt und ausgehfertig

Und siehe da! Eine bekannte Kosmetikfirma beisst an, und schon bald stöckelt Maya dort durch die Gänge. Nun aber schläft auch die Konkurrenz nicht, und die junge Zoe (Vanessa Hudgens) fordert sie zum Wettkampf heraus. Wer schafft es, ein besseres, neues und gewinnorientiertes Produkt auf den Markt zu bringen? Während Zoe nun die Creme de la Creme der Firma um sich schart, muss Maya mit den kurrligen Mitarbeitern Vorlieb nehmen. Aber sie hat ja noch ihre Freundinnen aus Brooklyn, die ihr helfen, trotz des falschen Lebenslaufs ihre Position zu halten und allerlei Problemchen zu bewältigen. Aber genügt das, um in der Business-Welt zu bestehen?

Neben Jennifer Lopez hat es in Second Act praktisch keinen Platz für Nebenfiguren. Zwar können sich einzelne Frauencharaktere ein wenig absetzen, aber die Kerle agieren hier als Stichwortgeber. Die Story ist okay, der erzwungene Twist und die dazugehörige, tränenreiche Entwicklung aber unnötig und überflüssig. Man versucht damit, künstlerischen Anspruch in die oberflächliche Story zu bringen, scheitert aber dann an der Umsetzung. Für Fans der Lopez ist das aber sicher einen Blick wert.

Ob Jennifer Lopez nun eine gute Schauspielerin ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Fakt ist aber, dass sich «J.Lo» über die Jahre als Marke positioniert hat, ihrem Ruf als Superstar mit diversen Auftritten gerecht wird, und wenn sie mal wieder mit einem Film kommt, dann dürften die Fans in die Kinos strömen. In Second Act gibt sie uns die herzliche, aber auch starke Frau, die sich in der Geschäftswelt zurechtfinden muss. Und das auf ihre typische, aber halt auch oberflächliche Art und Weise.

Die ersten Minuten von Second Act geben Einblick in das «typische» Leben in Brooklyn. Man hat viel zu tun, aber immer Zeit für Freunde und Familie, man flucht, veräppelt sich und zeigt sich als herzlicher und vom Leben ein bisschen gekennzeichneter Charakter. Das ist grundsympathisch, macht gute Laune, und wer solche Freunde hat, braucht eigentlich nichts mehr im Leben. Dass nun aber Jennifer Lopez daraus ausbrechen will (und wird), lanciert eine Story, von der man eigentlich am Anfang schon weiss, wie sie am Ende ausgeht. Leider.

Neben «La Lopez», die mutig in die Kamera blicken, ein bisschen Tränen vergiessen und sich in sexy Klamotten zeigen darf, liegen die Stärken (jaja, Second Act hat tatsächlich ein paar gute Momente) bei den anderen Darstellerinnen. So nimmt der wunderbare King of Queens-Star Leah Remini kein Blatt vor ihren Mund, und die schöne Vanessa Hudgens zeigt, warum sie Millionen von Männern das Herz gestohlen hat. Beide Damen holen das Maximum aus ihren «beschränkten» Rollen heraus und bieten gute Unterhaltung fürs Auge.

/ muri