Rampage (2018)

Rampage (2018)

Rampage - Big meets Bigger
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  2. 107 Minuten

Filmkritik: Smoldering Intensity

Hi, I'm Negan
Hi, I'm Negan © 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

David Okoye (Dwayne Johnson) ist überhaupt kein Menschenfreund, Tiere hat er aber dafür umso lieber. Als Primatenforscher hat er einen guten Draht zu Affen und weiss sich in ihrer Gegenwart auch richtig zu verhalten. Sein bester Freund ist ein grosser Albino-Gorilla namens George: ein prächtiges Tier mit gewöhnungsbedürftigem Humor und liebenswürdigem Charakter.

Don't touch!
Don't touch! © 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Als im All ein illegal durchgeführtes genetisches Experiment schiefgeht, gelangen Stoffe in die Atmosphäre, die George und zwei andere Tiere zu wilden Bestien verwandeln. Die Tiere wachsen rasant auf unnatürliche Weise und richten überall Schaden an. Um die Katastrophe zu verhindern, versucht David mithilfe einer Gentechnikerin (Naomie Harris), die mit den Experimenten in Verbindung steht, ein Gegenmittel zu finden, um nicht nur George, sondern ein ganzes Land vor den zerstörungswütigen Monstern zu retten.

Nach Fast & Furious 8, Baywatch und Jumanji: Welcome to the Jungle lässt Dwayne Johnson nun als Primatenforscher-Badass in Rampage seine Muskeln spielen. Der lose auf dem gleichnamigen Arcade-Videospiel basierende Blockbuster von Regisseur Brad Peyton (San Andreas) ist ein actionreicher Monsterfilm ohne Substanz. Doch auch wenn man das Gehirn zu Hause lässt, sorgt der saudämliche Streifen immer wieder für Aufreger und Kopfschütteln.

Dwayne "The Rock" Johnson ist seit ein paar Jahren in fast jedem grösseren Hollywood-Blockbuster zu sehen. Der Muskelprotz wird in den Staaten beinahe vergöttert, und es würde nicht verwundern, würde der Ex-Wrestler bald auch politisch Karriere machen. Vielleicht keine schlechte Alternative, denn langsam hat man sich am starken Schauspieler sattgesehen. Nachdem sich die Macher von Jumanji: Welcome to the Jungle bereits über die typischen Gesichtszüge des Stars lustig machten und die selbstironischen Witze über solche Klischees den Film vom Durchschnitt abhebten, scheint nun in seinem neuen Sci-Fi-Actionfilm Rampage wieder alles beim Alten. Johnson spielt den Mann aus Stahl, der in jeder Einstellung aussieht, als sei er ein unzerstörbarer Gott. Dieser ausgelutschte inszenierte Heldenstatus wäre an sich noch einigermassen erträglich, doch Brad Peytons Arcade-Videospiel-Verfilmung ist auch sonst ein furchtbar schlechter Blockbuster, der sich bei diversen Franchises bedient hat und ein Drehbuch auftischt, dass oft nur für Kopfschütteln sorgt.

Auch wenn sich bei Rampage in erster Linie alles um den Unterhaltungswert dreht und man das Gehirn getrost zu Hause lassen darf, wäre es doch wünschenswert gewesen, wenn sich der Film nicht so bierernst genommen hätte. Mit dieser ernsten Miene und ohne Lacher wirkt Brad Peytons Kawumm-Kino noch dämlicher, als sich die Inhaltsangabe liest. Natürlich, bereits das Automatenspiel, auf dem der Film lose basiert, zeigt, was für eine Art Film man erwarten darf. Doch mal abgesehen von ein paar anständigen Effekten, etwas Action und einem sympathischen Affen hat Rampage nichts zu bieten. Das Drehbuch ist holprig, konstruiert und gekünstelt, die Darsteller sind schwach und ihre Figuren karikaturähnlich. The Rock und Naomie Harris (Moonlight) zeigen ihre dürftigsten Leistungen seit Jahren. Dazu kommen zwei Bad Guys, die es nicht gebraucht hätte, haufenweise Logiklöcher und Ungereimtheiten und ein Jeffrey Dean Morgan (The Walking Dead), der so sehr auf seinen TWD-Bösewicht Negan macht, dass es leicht peinlich wirkt.

Transformers mit Tieren trifft auf Godzilla, und mittendrin steht Dwayne Johnson seinen Mann - es war bereits vor der Premiere offensichtlich, das Rampage kein Kritiker-Liebling werden würde. Das Problem ist aber, dass er für niemanden zum Liebling werden wird. Dafür ist das Gezeigte einfach viel zu schwülstig und für einen potentiellen Kassenschlager zu wenig lustig. Wer einen unterhaltsamen Blockbuster mit Johnson sehen will, soll sich lieber noch einmal Jumanji: Welcome to the Jungle ansehen. Da gibt es wenigstens was zu lachen!

Yannick Suter [yan]

Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.

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Kommentare Total: 5

gascoigne

Einziges Highlight: Jeffrey Dean Morgan alias Negan (dieses mal ohne Baseballschläger Lucille)

db

Einer der Monsterstreifen, der sich etwas zu ernst nimmt und kaum mehr bietet als viele andere welche mit viel Materialschlacht Chicago auseinander nehmen. Daran kann auch The Rock nichts ändern.

freak77

Wow, was für ein Actionspektakel. Der beste Monsterfilm aller Zeiten. Der Film hat mich derart in seinen Bann gezogen, das das einte oder andere Popkorn meinen Mund verfehlte. Ein Meisterwerk.

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