The Possession of Hannah Grace (2018)

The Possession of Hannah Grace (2018)

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  2. 86 Minuten

Filmkritik: Warum 1+1 nicht immer 2 ergibt.

Ready for the Jump Scare?
Ready for the Jump Scare?

Megan Reed (Shay Mitchell) hat ihren Job als Polizistin nach einem traumatischen Schusswechsel an den Nagel gehängt. Seither versucht sie sich über Wasser und fern vom Alkohol zu halten. Als sie durch eine Kollegin die Chance bekommt, in der Nachtschicht in einer Leichenhalle eines Krankenhauses zu arbeiten, nimmt Megan das Angebot an. So macht sie immerhin während der Nacht keine Dummheiten.

"Knock, Knock!" - "Who is there?"
"Knock, Knock!" - "Who is there?"

Doch Megan muss gleich in einer ihrer ersten Nächte herausfinden, dass ihr neuer Job nicht unbedingt einfacher und weniger nervenaufreibend als ihr letzter ist. Es beginnt alles mit der Einlieferung der Leiche der jungen Hannah Grace. Der Leichnam ist zum Teil verbrannt und mit Schnitten übersät. Was Megan noch nicht weiss: Der Zustand von Hannahs Körper ist das Resultat eines Exorzismus. Und dieser Exorzismus konnte nicht bis zum Schluss durchgezogen werden, was Megan schon bald am eigenen Leib zu spüren bekommt.

The Possession of Hannah Grace braucht etwas zu lange, um richtig in die Gänge zu kommen. Dies liegt an einem kontraproduktiven
Einstieg, der von Anfang an klar macht, was die Gefahr ist, während die Protagonistin danach ewigs darüber grübeln darf. Applaus gebührt jedoch dem Set-Design, dem Ton sowie dem Make-up, die diese Gruselmär doch einigermassen unheimlich machen.

Exorzismen wurden schon unzählige Male in der Filmgeschichte... durchexerziert. Man kennt das Spielchen langsam, und an die Intensität von William Friedkins Klassiker ist bisher noch kaum jemand herangekommen. Heute braucht es sowieso schon etwas mehr als einen wütenden Dämon, um die Horror-Fans hinter dem Ofen hervor- und ins Kino hineinzulocken. Wie wäre es also, wenn man das Ganze in ein Leichenschauhaus verlegt, wo schon so unheimliche Filme wie Ole Bornedals Nightwatch spielten? Gesagt, getan mit The Possession of Hannah Grace. Dass die Rechnung 1+1 hier nun jedoch nicht 2 ergibt, liegt wie so oft im Genre an Logikfehlern, dummen Figuren sowie einer völlig falschen Aufgleisung des Ganzen.

Denn beginnen tut der Film gleich mit dem schiefgelaufenen Exorzismus, welcher sich natürlich noch als schicksalhaft entpuppen wird. Regisseur Diederik Van Rooijen und Drehbuchautor Brian Sieve machen dabei sofort klar, dass in ihrer geschaffenen Welt so etwas wie Dämonen existieren. Die Frage ist dann einfach, wieso sie mit ihrer Hauptfigur eine labile Person einführen, die das Gefühl hat, dass sie sich das Ganze auch einbilden könnte. Der Film verliert viel zu viel Zeit damit, Megan und ihr Umfeld an dem zweifeln zu lassen, was da passieren könnte. Die Zuschauer sind hier jedoch schlauer, und so interessiert es nicht, wenn Megan langsam an ihrem Verstand zweifelt - wir wissen es ja schon besser. So ist dies auch die Geschichte einer Frau, die sich nach einem Schicksalsschlag wieder aufrappeln muss. Netter Versuch, doch dieser dramatische Unterbau funktioniert kaum.

Eines muss man The Possession of Hannah Grace aber lassen: Das Setting ist schon verdammt cool. Die kalten Gemäuer, die langen Gänge und das Licht, das sich bei Bewegung ein- und ausschaltet, sind alles spannende Elemente, mit denen zwischendurch sogar Spannung erzeugt wird. Weiter ist das Sound-Design mit einem spärlich eingesetzten Soundtrack und den vielen Knackgeräuschen herrlich creepy und lässt einen immer wieder zusammenzucken. Zudem hat die Make-up-Abteilung ganze Arbeit geleistet. Beim Anblick von Hannah Graces Körper schaudert es einen sofort. Wäre doch nur der ganze Film so schauderhaft...

/ crs

Kommentare Total: 4

woc

Irgendwie okay und teilweise überraschend effektiv. Aber trotzdem nicht der Brüller. 😎

yan

Das was muri sagt....

"Pretty Little Liars"-Beauty Shay Mitchell ist zudem keine neue Horrorqueen.

crs

Filmkritik: Warum 1+1 nicht immer 2 ergibt.

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