Overboard (2018)

Overboard (2018)

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  2. 112 Minuten

Filmkritik: Todo or nada!

Bitte einmal einen Gatten zum mitnehmen
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Leonardo (Eugenio Derbez) ist ein verwöhnter Millionärssohn, der den ganzen Tag nichts tut ausser mit schönen Frauen zu baden und das Leben zu geniessen. Heute hat er es mal wieder übertrieben, und seine Schiffskabine muss von der alleinerziehenden und völlig überarbeiteten Kate (Anna Faris) gereinigt werden. Als es aber ums Bezahlen geht, windet sich der schmierige Reiche raus, schubst Kate über Bord und schippert davon. Dumm nur, dass er in der gleichen Nacht, beschwipst, selber von Bord fällt und am Strand aufgelesen wird. Ohne Gedächtnis und Wissen, was und wer er eigentlich ist.

Wer ist wer?
Wer ist wer?

Diese Notlage will Kate nun ausnutzen. Mit Hilfe ihrer Freundin Theresa (Eva Longoria) gibt sie sich als Leonardos Frau aus und holt ihn zu sich nachhause, wo er für die Töchter sorgen soll, während Kate ihr Studium fortsetzt. Je länger diese neue Situation andauert, desto wohler fühlt sich der reiche Mann in der armen Umgebung und erlebt das Familienleben, wie es sein sollte: voller Liebe, Zuneigung, Spass und Herz. Doch bald schon muss er sich zwischen zwei Leben entscheiden, denn seine richtige, stinkreiche Familie sucht nach ihm und bietet ihm die Rückkehr in ein goldenes Leben an. Wird Leonardo seine Zeit bei Kate abhaken können?

Overboard ist eine nette Komödie geworden, die aber leider nicht viel anderes bietet als der Original-Overboard von 1987. Im Gegenteil. Vergleicht man die Rollen der Hauptfiguren und den Spassfaktor, muss sich das Remake sogar noch deutlicher geschlagen geben. Es fehlen Überraschungen, die lustigen Nebenfiguren kommen zu kurz, und auch wer den Film aus den Achtzigern nicht kennt, weiss nach kurzer Zeit schon, wohin der Hase hoppeln wird...

1987 kabbelten Goldie Hawn und Kurt Russell in Overboard an- und miteinander rum und boten unter der Regie von Garry Marshall eine flotte Komödie über die verschiedenen Arten des gemeinen Lebens. Nun, 30 Jahre später, holt Rob Greenberg (schrieb das Drehbuch zum Eddie-Murphy-Flop Meet Dave) die Story wieder an die Oberfläche und besetzt sie mit Anna Faris und dem mexikanischen Star Eugenio Derbez stimmungsvoll.

Diesmal sind die Rollen vertauscht: Er ist der reiche Schnösel ohne Ahnung vom einfachen Leben, sie hätte viel mehr vom Leben verdient, muss sich aber mit diversen Jobs über Wasser halten. Natürlich zieht Overboard, wie auch schon das Original, den Humor hauptsächlich aus dieser Ausgangslage, was mit viel Slapstick, verschütteter Tomatensauce und Gezanke vonstatten geht. In diesen Sequenzen macht vor allem Eugenio Derbez eine gute Figur und holt die Zuschauer auf sympathische Art ab. Die Transformation vom Geldsack zur liebenden Vaterfigur dauert dann aber leider nicht wirklich lange, und so bringt sich Overboard ein bisschen selber um das Fleisch am Komödienknochen.

Neben Derbez dreht sich alles um Anna Faris, die hier zum ersten Mal seit The Dictator eine grössere Rolle in einem Spielfilm innehat. Zwar nuschelt die Schauspielerin weiterhin durch ihre aufgeblasenen Lippen, aber grundsätzlich setzt sie ihre Figur der überforderten, aber herzlichen Mutter sympathisch und glaubwürdig an. Leider bleibt in Overboard viel zu wenig Platz für Eva Longoria und die mexikanischen Kumpels, die mit ihren Szenen eigentlich den Film an sich reissen hätten können.

/ muri

Trailer Englisch, 01:47