Ocean's Eight (2018)

Ocean's Eight (2018)

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  2. 110 Minuten

Filmkritik: The Light Between Ocean's

Thelma & Louise
Thelma & Louise

Frisch aus dem Gefängnis und schon den nächsten grossen Raub im Kopf. Fünf Jahre lang hatte die Diebin Debbie Ocean (Sandra Bullock) Zeit, sich den perfekten Plan zu überlegen. Alles, was die Schwester von Danny Ocean jetzt noch benötigt, ist eine schlagkräftige Truppe, um sie alle zu sehr wohlhabenden Diebinnen zu machen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lou (Cate Blanchett) macht sich Debbie auf die Suche nach Spezialistinnen und alten Bekannten.

Ein Spin-off? Wird sind dabei!
Ein Spin-off? Wird sind dabei!

Nacheinander rekrutieren sie Juwelierin Amita (Mindy Kaling), Taschendiebin Constance (Awkwafina), Schmugglerin Tammy (Sarah Paulson), Hackerin Nine Ball (Rihanna) und Modedesignerin Rose (Helena Bonham Carter) für ihren Coup. Ihr Ziel ist eine gigantische Diamantenhalskette, die die Schauspielerin Daphne Kluger (Anne Hathaway) zur berühmten Met Gala in New York City tragen soll. Nebenbei muss Debbie auch noch eine offene Rechnung mit ihrem Ex-Freund Claude (Richard Armitage) begleichen.

Ocean's 8 verspricht mit seinem grossen Namen und vielseitigen Cast ein weiteres unterhaltsames Abenteuer. Dabei folgt der Film nur dem bekannten Muster, auch Regisseur Gary Ross hält sich genau an seinen Plan. Doch es fehlen das Tempo und die Verspieltheit von Soderberghs Trilogie. Der grosse Trick, mit dem auch die Zuschauer hinters Licht geführt werden, gelingt hier nicht. Aus dem guten Ensemble überzeugt vor allem Anne Hathaway, die mit ihrer selbstreferenziellen Figur die meisten Lacher einheimst.

Elf Jahre nach dem letzten Raubzug von Danny Ocean und seiner Bande tritt Regisseur Gary Ross in die grossen Fussstapfen, die Steven Soderbergh mit seiner Filmtrilogie Anfang des Jahrtausends hinterlassen hat. Mit nur acht Mitgliedern arbeitet Ross' Gangstertruppe nicht nur effektiver als Ocean's Eleven, sondern unterbietet sogar Peter Jacksons Gemeinschaft des Ringes.

Das Prunkstück des Films ist nicht etwa die 150 Millionen Dollar schwere Diamantkette, sondern der Cast. Die Auszeichnungen der Schauspielerinnen und Musikerinnen gehen weit über die vier gewonnenen Oscars hinaus, und nicht nur für ihre Fans sind einige der Damen Stilikonen. Sichtbar wird das im Film vor allem an Cate Blanchett, die nicht nur einen beeindruckenden Pony trägt, sondern auch ihr Outfit häufiger wechselt als Charlize Theron in Atomic Blonde. Bei der Zusammenstellung der Truppe stimmt die Chemie zwischen ihr und Sandra Bullock, besonders das Frühstück im Dinner deutet eine gewisse Intimität zwischen den Freundinnen an. Bullock selbst überzeugt als zielgerichtete Anführerin, die stets immer alles unter Kontrolle hat. Überstrahlt werden beide allerdings von Anne Hathaway. Die gebürtige New Yorkerin glänzt mit ihrer verspielten Darstellung einer einfältigen Schauspielerin. Bei ihr sitzt wirklich jeder Gag, jede kleine Geste sorgt für ein Lächeln.

Nun ist Ocean's 8 nicht der erste Film über ein spassiges Verbrechen, und Soderbergh selbst hat im letzten Jahr mit Logan Lucky wieder jemanden ausgeraubt. Ocean's 8 beginnt zwar mit einer typischen Überfallmelodie, und auch die Übergänge zwischen den Szenen wirken vertraut, aber ansonsten erinnert das Spin-off filmisch wenig an seine erfolgreichen Vorgänger. Die fehlende Verspieltheit mit der Kamera überträgt sich auf den Rest des Films. Oft fehlt es den Szenen an Tempo, und auch der Spannungsaufbau gelingt trotz krimineller Aktivitäten selten. Der Erfolg unserer Protagonistinnen scheint nie wirklich auf dem Spiel zu stehen, obwohl Debbies Plan längst nicht so kugelsicher ist, wie sie ihn verkauft.

Natürlich kann man nicht allen der acht Schauspielerinnen die gleiche Aufmerksamkeit schenken, aber gerade Debbie Oceans Vergangenheit nimmt als Nebengeschichte einen relativ grossen Teil der Handlung ein und drängt die anderen Figuren noch weiter an den Rand. Bei den Interaktionen zwischen den Diebinnen gelingt längst nicht jeder Witz, Timing und Inszenierung passen nicht immer zum Dialog.

Ocean's 8 ist ein solider Film, der mit seinem tollen Cast gut unterhalten kann. Alles wirkt vertraut - inklusive der Gastauftritte. Am Ende reichen eine gute Idee und eine fantastische Anne Hathaway allein aber nicht für eine gute Krimikomödie. Während Soderbergh mit seinen Filmen auch den Zuschauer austrickste, gibt es bei Gary Ross wirklich nur diesen einen Raub.

/ sma

Kommentare Total: 4

muri

Hab mich leider mehrheitlich gelangweilt. Man geht zwar in den Spuren von Soderberghs Spass, sinkt aber bei jedem Schritt ein und verliert nach ein paar MInuten bereits den Anschluss.

Darsteller sehr nichtssagend. Selbst Sandy gefiel mir hier nicht. Hathaway hat noch am meisten EIndruck hinterlassen. Rihanna, Blanchett, ah come on!

Zwergenkönig Armitage ist Staffage, dafür sind die Auftritte von Gould und Gorden dafür nett.

Film an sich ist höchst-höchst-durchschnittlich.

yan

Solider Heist-Movie, der aber trotz Frauenpower im Schatten des ersten Teils der Soderbergh-Trilogie steht. Qualitativ ist Ocean's Eight zwar nicht unbedingt schlechter, die bekannten Muster für einen Ocean-Plan wurden aber, wie schon bei Ocean's Twelve und Thirteen etwas zu lieblos heruntergespult und so ist der Film zwar interessant, aber ein Mitfiebern bleibt aus.

Ironischerweise stehen sich die vielen Frauen gegenseitig im Weg und bis auf Anne Hathaway und Bonham Carter mag keine wirklich glänzen. Das Highlight bleibt sowieso James Corden als Versicherungsermittler.

fri

wirklich spannend wars eigentlich nie, und die meisten Darstellerinnen wirken als hätten sie gar keinen Spass dabei. Der Cartier Werbe-Film wirkt auf mich so wie etwa ein Konzert von Seven: technisch tipp topp aber irgendwie steril und nie mitreissend.

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