Mission: Impossible - Fallout (2018)

Mission: Impossible - Fallout (2018)

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  2. 147 Minuten

Filmkritik: Last Action Hero

Never change a winning team!
Never change a winning team!

Ein neuer Tag, eine neue Schurkenorganisation. Eine Gruppe, die sich selbst nur "die Apostel" nennt, ist in den Besitz von waffenfähigem Plutonium gekommen. Angetrieben von ihrem mysteriösen Anführer John Lark planen die Apostel eine nukleare Katastrophe. Natürlich nimmt IMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) die Mission an, die Wiederbeschaffung der drei Plutoniumkerne um jeden Preis. Zusammen mit seinen Freunden Benji (Simon Pegg) und Luther (Ving Rhames) führt ihn seine Spur nach Paris.

Tom Cruise: A Space Odyssey
Tom Cruise: A Space Odyssey

In der Stadt der Liebe soll sich John Lark mit der Waffenhändlerin White Widow (Vanessa Kirby) treffen. Da die CIA Ethan Hunt nicht mehr vertraut, stellen sie ihm August Walker (Henry Cavill) an die Seite, ihren besten Killer. Auf der Jagd nach den Terroristen stolpert Hunt nicht nur über seine Freundin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), sondern trifft auch auf einen alten Feind. Für den Superagenten und das IMF steht diesmal mehr auf dem Spiel als nur die Rettung der Welt.

Mission: Impossible - Fallout ist ein grosses Abenteuer. In seinen zweieinhalb Stunden reiht der Film eine beeindruckende Actionsequenz an die andere. Von harten Nahkämpfen bis zu absurden Helikopterstunts ist alles dabei, was das Actionherz glücklich macht. Regisseur Christopher McQuarrie weiss dabei genau, wie er seinen lebensmüden Star Tom Cruise in Szene setzt. Die handgemachte Action lässt jegliche CGI-Blockerbuster verblassen. Der sympathische Cast und ein gutes Timing bei den Dialogen sorgen zudem für einige Lacher. Fallout ist ein fantastischer Actionfilm und der beste Teil der Reihe.

Seit 22 Jahren rettet Ethan Hunt die Welt vor bösen Geheimagenten, die grosse Konstante in der Filmreihe ist dabei Tom Cruise. Hollywoods letzter grosser Star produziert die Filme mit, macht seine eigenen Stunts und hat nach langer Suche in Regisseur Christopher McQuarrie den passenden Partner gefunden, der seine Vision vom Kino teilt. Am Set sind die beiden Teil ihrer ganz eigenen Impossible Missions Force.

Nun kann auch das schönste Lächeln oder eine 25 Jahre jüngere Schönheit an seiner Seite nicht verbergen, dass Cruise inzwischen 56 Jahre alt ist. Aber ein paar Falten im Gesicht und graue Barthaare machen ihn nicht langsamer, wenn er im cruiseschen Vollsprint über die Häuserdächer jagt. Kein anderer Schauspieler wäre verrückt genug, einen Halo Jump aus acht Kilometern Höhe selbst durchzuführen oder eine Helikopterausbildung zu absolvieren, um dann alleine durch Bergschluchten zu pilotieren. Es ist fast schade, dass man im Film selbst nicht immer den gigantischen Aufwand sieht, der hier betrieben wurde.

Die Handlung befasst sich oberflächlich mit der Vergangenheit seiner Hauptfigur und der Filmreihe. Es wird hinterfragt, ob Hunt immer für den richtigen Auftraggeber gearbeitet hat und wie oft ein Mann allein die Welt retten kann. Und auch wenn es zu Beginn so scheint, als sei Hunt allein mit seinen unmöglichen Missionen, so wird spätestens im dritten Akt klar, dass er stets seine Freunde an seiner Seite hat und die Welt sich besser mit Teamwork rettet. Zudem schliesst Fallout auf eine angenehme Weise an die Ereignisse von Rogue Nation an. Die Geschichten der Figuren enden nicht mit dem Abspann eines Mission-Impossible-Films.

Im Spiel der Geheimagenten folgt eine Wendung der nächsten. Unter jedem Gesicht könnte in Wirklichkeit Ethan Hunt oder John Lark stecken, und trotzdem wirkt das Ganze nie albern, wie es ein Halloween-Vergleich im Film andeutet. Auf der einen Seite funktioniert die Geschichte, weil für Ethan Hunt diesmal viel mehr auf dem Spiel steht. Er mag im Zentrum des Sturms stehen, seine Freunde sind aber ebenso in Gefahr. Anderseits sind die Actionsequenzen die treibende Kraft und das verbindende Element des Films.

Die 3-Akt-Struktur dient fast mehr den Schauplätzen als der Handlung. Jede Dialogszene fühlt sich nur wie eine kurze Atempause vor der nächsten Verfolgungsjagd an. Mission: Impossible - Fallout ist ein visuell beeindruckender Film, der das gesamte Repertoire des Genres abdeckt. Im Nahkampf verwandelt sich Anzugträger Henry Cavill zu einem Tier und zerlegt gleich das gesamte Zimmer, ein Überfall auf ein Fahrzeug erinnert an die grossen Klassiker des Actiongenres und so eine spektakuläre und lange Verfolgungsjagd zwischen zwei Helikoptern hat man noch nicht gesehen.

Mission: Impossible - Fallout lässt Rogue Nation wie eine Aufwärmübung erscheinen und ist der beste Film der Reihe. Es ist ein sehr stimmiger Film, bei dem jedes Element ins andere greift. Ein Actionfilm, wie man ihn nur noch selten im Kino zu sehen bekommt.

/ sma

Kommentare Total: 10

andycolette

War sensationell Spannung pur Tom Cruise immer noch in Topform Henry Cavill Angela Bassett grosse Klasse ! Super Soundtrack !!

Ghost_Dog

Geile stunts, cruise isn harter hund! Im imax kommts sehr gut zur geltung.

yan

Unterhaltsamer, adrenalin-geladener Actionstreifen, in dem Cruise an seine Grenzen kommt. Mir hat Fallout gut gefallen, auch wenn der Film imho eine gute halbe Stunde zu lange geraten ist. Die handgemachte Action sorgt für feuchte Hände und das Team um Ethan Hunt für die fein gestreuten Lacher. McQuarrie zeigt, dass auch ein 6. Teil einer Reihe durchaus noch mit dem ersten mithalten kann.

Weniger überzeugend fand ich die Figur von Vanessa Kirby. Ihre Rolle hat kaum Einfluss und die nicht ganz einleuchtenden Flirt-Spielchen, die sie mit Hunt abzieht, wirken deplatziert und gekünstelt. Was sollte denn dieser Kuss?

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