Maze Runner: The Death Cure (2018)

Maze Runner: The Death Cure (2018)

Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone
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  2. 142 Minuten

Filmkritik: Not Another Teen Heist Movie

Previously on The Walking Dead: Teen Edition
Previously on The Walking Dead: Teen Edition © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Monatelang haben sich die Überlebenden um Thomas (Dylan O'Brien) und die Gladers durch die postapokalyptische Welt bis ans Meer durchgekämpft. Bevor sie sich aber mit einem Schiff in Sicherheit bringen wollen, versuchen sie, ihre Freunde aus den Fängen von WICKED zu befreien. Doch trotz einer spektakulären Befreiungsaktion bleibt ihr einstiger Mitstreiter Minho (Ki Hong Lee) weiterhin in Gefangenschaft. Thomas ist jedoch nicht bereit, seinen Freund zurückzulassen und wagt das Unmögliche: Zusammen mit Newt (Thomas Brodie-Sangster), Frypan (Dexter Darden), Brenda (Soza Salazar) und Jorge (Giancarlo Esposito) versucht er, in WICKEDs letzte befestigte Stadt einzudringen und Minho aus den Versuchslaboren der skrupellosen Organisation zu befreien.

Huch, ein Paparazzo!
Huch, ein Paparazzo! © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Während die Truppe dort auf unerwartete Verbündete trifft, versuchen die Wissenschaftler von WICKED - unter ihnen auch Thomas' einstige Vertraute Teresa (Kaya Scodelario) - fieberhaft, ein Gegenmittel gegen die tödliche Flare-Seuche zu finden. Dafür sind sie bereit, auch die letzten Überlebenden aus den Labyrinth-Experimenten zu opfern. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei dem Thomas und seine Freunde von mehr als nur den Schergen von WICKED bedroht werden.

Der Abschluss der dystopischen Filmtrilogie bietet erneut routiniert inszenierte Action, eindrückliche postapokalyptische Bilder und einen sympathischen jungen Cast. Ganz so gefällig wie bei den beiden Vorgängerfilmen gelang dies Jungregisseur Wes Ball allerdings nicht, hat er doch den Spannungs- und Gruselfaktor zugunsten von erzählerischen Umwegen zurückgeschraubt und besonders gegen Ende hin mit einer zünftigen Portion Pathos versehen. Trotzdem bietet der Film mit seiner ungewöhnlichen Mischung - halb Heist Movie, halb Endzeitschlacht - kurzweilige Unterhaltung für Action- und Sci-Fi-Fans.

Mit einem ganzen Jahr Verspätung kommt der Abschluss der Maze-Runner-Filmreihe in die Kinos. Der ursprünglich für 2017 geplante Filmstart musste aufgegeben werden, nachdem sich Hauptdarsteller Dylan O'Brien wenige Tage nach Drehbeginn bei einem Stunt-Unfall schwer verletzt hatte und die Dreharbeiten fast ein Jahr auf Eis gelegt werden mussten. Die Szene, bei der dieser verhängnisvolle Unfall passierte, ist übrigens gleich beim Einstieg zu sehen, die als spektakuläre Heist-Szene irgendwo zwischen Mad Max und Fast & Furious angesiedelt ist.

Gelungen ist dieser Einstieg gleich in doppelter Weise: So wirkt er effektiv als Einstieg in den Film wie auch ein bisschen als Rückkehr ins inzwischen nicht mehr ganz so populäre Teen-Dystopie-Genre. Zudem legt er auch gleich den Ton des gesamten Filmes fest. Ging es in den bisherigen Filmen der Reihe darum, aus einer gefährlichen Umgebung (Labyrinth bzw. Wüste) zu entkommen, ist es nun gerade andersherum: Die junge Truppe stellt sich der Gefahr und muss wiederholt irgendwo einbrechen. Ein cleverer Schachzug war es dabei, den Fokus weniger auf den Protagonisten Thomas zu legen, sondern verschiedene Perspektiven zu nutzen, um den Gesamtüberblick der Situation zu gewähren. So sehen wir anhand von Teresa, Minho und "Rattenfresse" Janson (Aiden Gillen), was bei WICKED passiert, während Thomas, Brenda, Newt und Co. die Einschleichperspektive übernehmen.

Inszeniert ist das Ganze ganz ordentlich, wenn auch nicht ganz so packend und konsequent auf Spannung und Grusel getrimmt wie bei den beiden Vorgängerfilmen. Vor allem optisch gelungen ist der Mix aus postapokalyptischer Abbruch-Welt und futuristischer Hochglanzmetropole. Leider kann sich die Spannung nicht durchgehend halten, so dass es einige Längen gibt; vor allem die Einblicke in die Motive der WICKED-Mitarbeiter ist wenig interessant und bremsen den Drive der Story immer wieder deutlich etwas ab. Auch machen die Figuren wiederholt überflüssige Umwege, die wohl die Spannungsschraube anziehen sollten, dabei aber unfreiwillig die Dringlichkeit der eigentlich ernsten Situation abschwächen.

Als Abschluss der Filmtrilogie funktioniert der Film freilich ziemlich gut, auch wenn der Schluss hochpathetisch daherkommt. Trotz der spektakulär inszenierten Materialschlacht in den letzten 20 Minuten, in der sich die verschiedenen Fraktionen dieser heruntergekommenen Welt ordentlich aufs Dach geben, hätte das Ganze am Ende noch etwas mehr "Dreck" verdient.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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