Die kleine Hexe (2018)

Die kleine Hexe (2018)

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  3. 103 Minuten

Filmkritik: Gute Hexe, böse Hexe

Eine Hexe auf dem Sprung
Eine Hexe auf dem Sprung

Die kleine Hexe (Karoline Herfurth) wünscht sich nichts lieber, als in der Walpurgisnacht mit den anderen Hexen auf dem Blocksberg zu tanzen. Weil sie aber erst 127 Jahre jung ist, ist ihr das streng verboten. Sie schleicht sich trotzdem heimlich ans Fest - und wird natürlich prompt erwischt. Zur Strafe wird der kleinen Hexe der Besen weggenommen, sodass sie zu Fuss nach Hause laufen muss; zusätzlich muss sie innerhalb eines Jahres alle Zaubersprüche im grossen magischen Buch der Hexen auswendig lernen.

Die Rumpumpel beim Spienzeln
Die Rumpumpel beim Spienzeln

Eine schwere Aufgabe liegt vor der kleinen Hexe, denn sie treibt lieber Schabernack, als fleissig zu lernen. Zum Glück steht ihr der weise Rabe Abraxas (Stimme: Andrea Zogg) bei, der ihr dabei hilft, eine gute Hexe zu werden. Das will die böse Hexe Rumpumpel (Suzanne von Borsody) aber unbedingt verhindern. Denn den anderen Hexen gefällt es überhaupt nicht, dass die kleine Hexe den Menschen mit ihrer Zauberkraft helfen möchte.

Otfried Preusslers klassisches Kinderbuch schafft den Hexenritt von der Buchseite auf die Kinoleinwand mühelos. Mit viel Charme und liebenswerten Details erzählt die deutsch-schweizerische Koproduktion - hierzulande wohl fast ausschliesslich als Die chli Häx zu sehen - eine herzige, kurzweilige Geschichte mit positiver Botschaft. Die schweizerdeutsche Synchronversion mag zwar etwas gewöhnungsbedürftig sein. Karoline Herfurths zauberhaft-charmante Darstellung und die einfallsreichen Zaubereffekte sorgen aber in jeder Sprachversion für kindgerechte Unterhaltung für die ganze Familie.

Generationen sind mit den zeitlosen Klassikern aus der Feder des Kinderbuchautors Otfried Preussler aufgewachsen, die für viele wohl zu den ersten (vor)gelesenen Büchern überhaupt gehörten. Nachdem bereits Preusslers Krabat, s'chline Gspängst sowie verschiedentlich der Räuber Hotzenplotz verfilmt wurden, dürfen kleine Kinozuschauer nun also auch mit der kleinen zauberbegabten Heldin mitfliegen. Auf dem Regiestuhl nahm dafür der Schweizer Michael Schaerer Platz, der bereits beim Riesenerfolg Heidi als Editor zeigen konnte, wie Kinderbuchklassiker für ein modernes Kinopublikum filmisch umzusetzen sind.

Die chli Häx transportiert kindgerecht die positive Botschaft, dass sich Fleiss und Hilfsbereitschaft stets lohnen, ohne dabei aber zu belehrend oder anbiedernd zu wirken. Im Gegenteil, denn der Film balanciert gekonnt zwischen frechem Mädchenabenteuer und zauberhaftem Märchen. Dafür sorgen auch die gut gemachten Effekte, welche die mehrheitlich aus Wäldern und ländlicher Dorfgegend bestehende Filmwelt immer wieder verzaubern - glücklicherweise ohne dass einem dabei zu viel Computermagie aufs Auge gedrückt wird.

Bei allen Zaubertricks steht und fällt ein solcher Film aber natürlich mit den Darstellern. Und tatsächlich wurde mit der stets sympathischen Karoline Herfurth - hier für einmal mit aufgepappter langer Nase - eine ideale Besetzung für die freche Heldin gefunden. Es macht richtig Spass, ihr zwischen Lernstress, Freude am Hexen und Streiche spielen, aber auch bei der Unterstützung hilfsbedürftiger Menschenkinder zu folgen. Etwas weniger ideal sind da die anderen Hexen, bei denen Kostüme und Auftritt schon sehr übertrieben sind. Dies mag aber auch an der schweizerdeutschen Synchronversion liegen, die eher gewöhnungsbedürftig ist und bei der sowohl Betonung als auch Lippenbewegungen öfters mal daneben liegt. Immerhin hat diese Version mit Andrea Zogg einen Trumpf, der als sprechender Rabe Abraxas zu überzeugen weiss.

/ pps

Trailer Schweizerdeutsch, 02:12