King of Thieves (2018)

King of Thieves (2018)

Ein letzter Job
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  2. 108 Minuten

Filmkritik: If you enjoy this f'n job, you're not doing it right!

Guguseli!
Guguseli! © Impuls Pictures

Brian Reader (Michael Caine) hat soeben seine Frau beerdigen und ihr zuvor hoch und heilig versprechen müssen, keine krummen Dinger mehr zu drehen. Der alte Mann möchte zwar den Wunsch seiner verstorbenen Gattin erfüllen, wird aber bald wieder auf die schiefe Bahn geschickt, als er vom jungen Basil (Charlie Cox) bezüglich eines Coups kontaktiert wird. Es geht um pure Diamanten und viel Geld, das relativ einfach zu stehlen sei, da Basil über das Wissen und die nötigen Werkzeuge verfüge, um über Ostern ein paar Millionen zu stehlen.

Achtung Gefahr!
Achtung Gefahr! © Impuls Pictures

Da dieser Raub nicht einfach von einem Duo durchgeführt werden kann, holt man Brians im wahrsten Sinne des Wortes alte Kumpel ins Boot. Danny (Ray Winstone), Terry (Jim Broadbent) und weitere Kollegen wollen sich ihren Lebensabend vergolden und planen schön altmodisch den Raub. Doch in der modernen Gegenwart, in der die Technologie um einiges fortgeschrittener geworden ist, müssen die Senioren bald merken, dass ihre Tat nicht ganz unbemerkt geblieben ist. Zumal sie auch untereinander nicht immer einer Meinung sind und jeder für sich gerne einen grösseren Teil der Beute abstauben würde...

Irgendwie mag man diese alten Kerle, die in King of Thieves so scheinbar unschuldig diesen Raub durchführen und aus ihrem langweligen Rentnerleben ausbrechen. Dass die Herren aber ein Verbrechen begehen, das in die Geschichte eingeht, legt uns Regisseur Marsh des Öfteren ans Herz. Denn trotz aller Sympathie gegenüber Caine und Broadbent - so etwas macht man einfach nicht! Auch wenn die Story schlussendlich einen wunderbaren Film ergibt.

Heist-Filme haben immer Konjunktur und werden vom Publikum mehrheitlich positiv begrüsst. Die Vorbereitung auf eine Tat, deren Durchführung und natürlich das Resultat, das alles wird spannend in Filmen wie der Reihe um Ocean's Eleven aufgezogen und mit Stars besetzt. Regisseur James Marsh (The Theory of Everything) nimmt sich in King of Thieves eines Falls an, der 2015 in London (und ganz England) viel Staub aufgewirbelt hat: Rentner, die einen Safe knacken und einen der grössten Raubzüge der Geschichte durchführen. Klingt toll - vor allem für einen Film!

Als Seniorenräuber konnten für King of Thieves Stars wie Michael Caine, Jim Broadbent oder auch Ray Winstone verpflichtet werden, die sich allesamt hervorragend in der Geschichte platzieren und mit ihren Sprüchen und Sticheleien mehr als einmal für gute Laune sorgen. In einer kleineren Rolle taucht auch Michael "Dumbledore" Gambon auf, wobei sein Part etwas gar kurrlig ist.

Wer nun erwartet, dass aus King of Thieves eine waschechte Komödie ist, sieht sich getäuscht. Unbestritten sind die witzigen Momente der Planung, die Macken der Charaktere und auch die kleinen Spielchen, die sich die alten Herren gegenseitig spielen. Doch in King of Thieves steckt mehr: Zwiste, Verdrängung, Erinnerungen an früher, die Überforderung der Figuren und natürlich nicht zuletzt ein spannender Kriminalfall, dessen Auflösung auch etwas Tragisches hat.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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