Keepers (2018)

Keepers (2018)

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  2. 101 Minuten

Filmkritik: Drei sind drei zu viel

Wo kommt der Teppich hin?
Wo kommt der Teppich hin?

James Ducat (Gerard Butler), Thomas Marshall (Peter Mullan) und Donald McArthur (Connor Swindells) haben sich verpflichtet, die nächsten Wochen auf einer kleinen Insel etwas ausserhalb des Festlands den Job der Leuchtturmwächter zu übernehmen. Man verabschiedet sich von daheim, und kurz darauf hat das karge, öde und auch langweilige Leben auf der Insel die Männer eingenommen. Eines Tages entdecken sie einen angeschwemmten Körper, in dessen Boot sich eine Truhe befindet. Diese wollen unsere Wächter einholen, werden aber vom Mann überrascht, der noch nicht ganz leblos im Wasser liegt. Nach einem kurzen Kampf mit Donald ist dann aber klar - der junge Mann hat einen Menschen getötet, nur damit das Trio an die Schatztruhe kann...

Wen packts zuerst?
Wen packts zuerst?

Das Innere der Truhe verspricht zwar goldigen Reichtum und Glück, bringt die einfachen Leuchtturmwächter in Not. Wollen sie die Beute wirklich für sich beanspruchen? Und wer bekommt wieviel? Bevor hier eine Entscheidung getroffen werden kann, schippern die nächsten Besucher ans Ufer der Insel. Sie suchen nach einem verschwundenen Kollegen und lassen sich nicht so einfach abwimmeln. Bald schon herrscht auf der Insel ein Kampf um Leben und Tod, wobei sich unsere drei Wächter nicht nur gegen Aussenstehende zur Wehr setzen müssen, sondern vor allem auch gegen die Gier der eigenen Kollegen...

Keepers - auch bekannt als The Vanishing - ist ein dreckiger und rauher Film geworden, der auf einer Legende basiert, die sich spannender und mysteriöser anhört, als es hier vorgetragen wird. Es bleibt aber ein Kammerspiel, in dem sich drei einfache Figuren mit einer Situation auseinandersetzen müssen, der sie nicht gewachsen sind und die mit dem Auftauchen von Besuch nur noch prekärer wird.

Das mysteriöse «Rätsel von Eilean Mor» liegt diesem Film als Basis zugrunde. Damals, um 1900 herum, verschwanden drei Leuchtturmwächter spurlos von einer kleinen Insel. Die Lampen waren gefüllt, der Tisch gedeckt, aber von den Männern fehlte jede Spur. Dieser Sage nahm sich nun Regisseur Kristoffer Nyholm (bisher hauptsächlich als TV-Regisseur unterwegs) an, besetzte die Charaktere mit Stars wie Gerard Butler (Den of Thieves) und Westworld-Darsteller Peter Mullan. In Keepers geht die Dynamik und Kraft von den drei Figuren aus.

Keepers spielt nicht nur auf einer schottischen Insel, es wird auch in bestem schottischen Akzent genuschelt, geflüstert und geschrien. Nur schon die Charaktere im Original zu verstehen und der Story folgen zu können, verlangt die ganze Aufmerksamkeit. Anfänglich zieht sich das Ganze dann leider ein bisschen in die Länge, aber nach ungefähr 50 Minuten, mit dem Auftauchen der ersten Besucher, entfaltet Keepers seine Stärke und entwickelt sich zum spannenden und dramatischen Film.

Getragen wird dieser zwar von drei Hauptcharakteren, jedoch fällt Connor Swindells wegen seiner Figur etwas ab. Da haben Butler und Mullan eindeutig interessantere Facetten zu bieten. Sie treiben sich gegenseitig an, liefern sich spannende Duelle und Zweikämpfe, nur um dann gleich wieder gemeinsam zu trauern oder zu sinnieren. Das passt auf vielen Ebenen, zumal die beiden Stars eine gute Chemie untereinander entdecken und diese auch ausnutzen. Da gerät die eigentliche Story fast ein bisschen ins Hintertreffen.

/ muri