Instant Family (2018)

Instant Family (2018)

Plötzlich Familie
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  2. 119 Minuten

Filmkritik: Kinder sind doch so lässig!

Aber nicht vor den Kids!
Aber nicht vor den Kids!

Das Paar Ellie (Rose Byrne) und Pete (Mark Wahlberg) sind soeben in ein grösseres Haus gezogen und beschliessen, eine Familie zu gründen. Da sich das Ganze als komplizierter als erwartet herausstellt, werden die beiden auf eine Adoptionsagentur aufmerksam, bei der sie sich anmelden und einen längeren Kurs besuchen. Schliesslich sollen die Pflegeeltern ja gut ausgebildet und auf alles vorbereitet sein. Bald schon steht auch der Besuch bei den "Kandidaten" an, wobei Ellie und Pete sich nicht nur für ein Kind entscheiden, sondern grad für ein Trio!

Granny in da House!
Granny in da House!

Teenager Lizzy (Isabela Moner), der schusselige Juan (Gustavo Quiroz) und die allerherzigste kleine Lita (Julianna Gamiz) haben den Wagners das Herz gestohlen und die Familie auf Probe (vor der Adoption gibt es einen Testlauf) zieht gemeinsam ins Haus, wo die Problemchen schon bald um die Ecke kommen. Eine Teenager-Tochter mit Attitüde, ein Bub ohne Selbstvertrauen und andere Hindernisse stellen Ellie und Pete vor grosse Probleme. Sind sie überhaupt bereit, für Kinder zu sorgen und diesen strengen und chaotischen Alltag zu meistern?

Instant Family wird zwar als Komödie verkauft (und bietet auch einiges zum Grinsen), hat aber eigentlich noch mehr zu bieten. Für ein reines Drama sind aber die Hintergründe der Waisenkinder, die Vermittlung und die Vergangenheit der Kids zu wenig in den Mittelpunkt gerückt worden. So bleibt der Film ein Mittelding, das zwar angenehm zu schauen ist, aber irgendwie weder in die Schublade Komödie noch ins Drama passt. Ausserdem ist die Spieldauer von fast zwei Stunden definitiv an der Grenze.

Die Inhaltsangabe zu Instant Family hört sich an wie der neueste Versuch einer harmlosen Familienkomödie, in der sich die zusammengewürfelten Familienmitglieder zwar durch viele Ärgernisse schlagen müssen, aber dann doch zusammenfinden. Das ist auch gar nicht so grundlegend falsch, aber glücklicherweise ist bei Instant Family nicht das Finale der Höhepunkt, sondern der Weg zum Ziel.

Hier unterscheidet sich die Verarbeitung von persönlichen Erfahrungen des Regisseurs Sean Anders (er hat auch das Drehbuch geschrieben) von anderen harmlosen und oberflächlichen Komödien. In Instant Family zeigt er zwar auch immer wieder den lustigen, peinlichen und chaotischen Alltag, aber wer ein bisschen hinter diese typischen Szenen guckt, entdeckt ein Ehepaar, das nicht nur an der Aufgabe zu zerbrechen droht, sondern auch sich selber immer wieder in Frage stellt. Zumal ihr die Geschichte ein paar wirkliche hohe Hindernisse in den Weg legt.

Im Mittelpunkt stehen Rose Byrne (X-Men: Apocalypse) und Mark Wahlberg (Daddy's Home), die als sehr authentische Figuren agieren und dabei weder Übereltern noch sonstige Genies sind. Ihre Probleme werden gut porträtiert und bringen immer wieder die nötige Reife und Ernsthaftigkeit in die Geschichte. Auch die junge Isabela Moner (drehte mit Wahlberg schon Transformers: The Last Knight) zielt eher auf die dramatische und emotionale Schiene. Das gilt besonders im letzten Drittel, als sie mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat.

Ganz anders sind die beiden jungen Kids. Sie sind zuständig für Witz und den "Jöö-Effekt", wobei natürlich die kleine Julianna Gamiz die Herzen der Zuschauer scharenweise erobern wird. Hier wird der graue Alltag vielfach aussen vor gelassen und man beschränkt sich auf die herzigen und liebenswerten Momente des Familienlebens. Völlig überflüssig ist dafür der Gastauftritt von Joan Cusack. Was wohl die Dame geritten hat, hier auch noch ihr Gesicht in die Kamera zu halten? Geldprobleme? Freundschaftsdienst?

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Auf der einen Seite eine typische Mark Wahlberg-Komödie, auf der anderen Seite ein unglaublich süsses und herzerwärmendes Familiendrama, das mich stellenweise echt berührt hat.

muri

Filmkritik: Kinder sind doch so lässig!

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