Ideal Home (2018)

Ideal Home (2018)

Ein Vater kommt selten allein
  1. ,
  2. 91 Minuten

Filmkritik: Oh my God! Oh my God! Oh my God!

Wir haben nix gemacht!
Wir haben nix gemacht!

Erasmus (Steve Coogan) ist ein Fernsehkoch, der mit seinem extravaganten Auftreten und seinem speziellen Humor grosse Erfolge feiert. Sein Lebenspartner Paul (Paul Rudd) hilft bei den Produktionen mit und erträgt die speziellen Launen seines Liebsten. Dass die beiden immer wieder keifen und kabbeln, gehört zum Alltag dazu. Zu diesem gesellt sich nun eines Tages der Bub Bill (Jack Gore), der sich als Enkel von Erasmus herausstellt. Sein Dad ist im Gefängnis, und der Junge wird in die Obhut des homosexuellen Paares gestellt.

Verwandtenbesuch
Verwandtenbesuch

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten zwischen abgehobenen Soirées der Grossen und dem ewigen Hunger nach mexikanischem Fastfood des Kleinen, reissen sich die beiden Parteien so gut wie möglich zusammen. Jedoch müssen Erasmus und Paul bald merken, dass ein Kind im Haus nicht nur herzig und lustig ist, sondern vor allem viele Probleme mit sich bringt. Die ersten Risse in der Beziehung kommen schneller als erhofft, und auch zwischen den so geduldigen Erwachsenen brennt bald der Baum. Dann kommt Bills Dad wieder aus dem Gefängnis und will den Kleinen zu sich holen. Das will Erasmus mit aller Macht verhindern!

Ideal Home liegt auf den Schultern des Duos Steve Coogan und Paul Rudd. Die beiden Stars holen das Maximum aus ihren Rollen raus und beweisen auch in den delikateren Szenen, dass heikle Themen mit der gebührenden Portion Humor praktisch völlig entschärft werden können. Das macht die eigentlich ernste Thematik zur überwiegend lockeren und sehr sehenswerten Angelegenheit.

Ein schwules Paar wird mit einem Kind konfrontiert und verliert sich im völlig auf den Kopf gestellten Alltag. Eine Ausgangslage, die zwar nicht komplett neu und innovativ daherkommt, aber in Ideal Home wunderbar witzig und sympathisch verarbeitet worden ist. Das liegt vor allem an Steve Coogan (Night at the Museum) und dem Ant-Man Paul Rudd, die ein herrliches Paar abgeben.

Die Vorgehensweise von Ideal Home ist dabei einfach und schematisch: Wir lernen die extravaganten Männer kennen, die sich durch den Alltag witzeln und sich trotz starker Bindung gegenseitig an den Karren fahren. Mit dem Auftauchen des Kindes aber wird aus der lockeren und luftigen Komödie etwas Anderes. Der Fokus wird auf das Zwischenmenschliche gelegt, wobei der Humor weiterhin einen grossen Teil des Ganzen ausmacht. Zumal vor allem Steve Coogan mit seinen sarkastischen Sprüchen punkten kann. Paul Rudd ergänzt ihn dabei wunderbar und zeigt eine weitere seiner grossen Vielfalt an Facetten.

Natürlich ist Ideal Home kein Überfilm geworden, was vor allem an der immer wieder aufkeimenden Ernsthaftigkeit der Thematik liegt. Die stillen Szenen, die Überlegungen über künftige Familienverhältnisse, aufkeimendes Misstrauen und böse Dinge aus der Vergangenheit kommen ans Tageslicht und trüben die eigentlich gute Stimmung und den luftig-leichten Flow des Films. Aber gehört wohl dazu, wenn man keine reine Komödie drehen will, sondern Dramatik mit ins Boot holt.

/ muri

Kommentare Total: 2

sma

Nie zu tief, immer positiv und Paul Rudd trägt einen sexy Bart. 90 Minuten Spass.

muri

Filmkritik: Oh my God! Oh my God! Oh my God!

Kommentar schreiben