The Happytime Murders (2018)

The Happytime Murders (2018)

  1. , ,
  2. ,
  3. 91 Minuten

Filmkritik: FBI stands for "Fucking Big Idiot"

Hüstel hüstel...
Hüstel hüstel...

Die TV-Show "Happytime Gang" war einst ein grosser Hit, hatte begeisterte Zuschauer auf der ganzen Welt und war das Flagschiff in einer Welt, in der Puppen und Menschen nebeneinander existieren. Im realen Leben sieht das etwas anders aus, denn die Puppen werden zwar geduldet, haben aber gegenüber den Menschen nur wenig Rechte und werden damit unterdrückt. Phil Philips (Stimme von Bill Barretta) war mal ein Puppencop, wurde dann aber mit Schimpf und Schande aus der Einheit entlassen und verdient sich seine Kohle nun mit schrägen Aufträgen als Privatdetektiv. Nun aber steht ein Fall an, der alles von ihm abverlangt: Der Cast der "Happytime Gang" wird einer nach dem anderen ermordet!

Basic Instinct anyone?
Basic Instinct anyone?

Menschen-Cop Connie (Melissa McCarthy), ihres Zeichens Ex-Partnerin von Philips und nicht besonders gut auf diesen zu sprechen, führt die Ermittlungen, die sie bald mit dem Privatdetektiv zusammenführen. Denn als dessen eigener Bruder unter den Mordopfern gefunden wird, schaltet sich Philips in die Untersuchungen ein. Das Duo, das sich nicht ausstehen kann, muss nun in die dunkle Welt der Puppen eintauchen, um einen Mörder zu finden, der ihnen stets einen Schritt voraus ist. Aber muss es wirklich eine Puppe sein, die so heimtückisch tötet?

Nein, The Happytime Murders ist weder lustig noch spannend. Die Witze sind plump, die Action ist vielfach peinlich, und Melissa McCarthy täte gut daran, sich mal eine längere Auszeit zu gönnen. Wie man Animation und Realfilm richtig vermischt, haben Filme wie Who framed Roger Rabbit bewiesen. The Happytime Murders kann da nicht im Ansatz mithalten. Angucken auf eigene Gefahr!

Regisseur Brian Henson ist der Sohn von Puppen-Guru und "Muppets"-Erfinder Jim Henson. Mit The Muppet Christmas Carol debütierte der Mann damals im Kino und zeigte, dass in der Lage ist, Puppen und Menschen gleichzeitig auf die Leinwand zu bringen. Nun geht er mit The Happytime Murders einen Schritt weiter und verschmilzt beide Individuen mit einer Crime-Story, in der man fröhliche Gesichter und Gute-Laune-Songs vor der Tür lässt und stattdessen in die dunkle Seite eindringt.

An den US-Kinokassen lief The Happytime Murders gar nicht. Das hat einen bestimmten Grund: Der Film ist schlichtweg nicht gut. Man verlässt sich auf lahme und plumpe Zoten, setzt auf Puppen-Sex, und mit Melissa McCarthy lässt sich schon länger kein Blumentopf mehr gewinnen. Dazu wird uns eine Mörderstory geboten, die kaum interessiert und deren Auflösung am Ende keinerlei Reaktionen verursacht.

So halten wir uns also zum grossen Teil in Pornoshops, Hinterhöfen oder verrauchten Bars auf, erleiden dämliche Dialoge und werden Zeugen einer Sex-Szene, die so peinlich lange dauert, dass man als Zuschauer den Blick von der Leinwand abwendet. Sorry Mister Henson, aber dieses Experiment ging in die Hosen!

Nebst den vielen (uninteressanten) Stoffiguren liegt unser Augenmerk auch ein bisschen auf den Stars. Neben einer blödelnden und nervenden McCarthy gibt es mit Maya Rudolph (Bridesmaids) immerhin einen kleinen Lichtblick. Joel McHale und Elizabeth Banks hätten wir grössere Rollen gewünscht, der Rest der Menschen bleibt austauschbar.

/ muri

Kommentare Total: 2

yan

Ich hatte eine "Happytime" und das ist alles, was ich von Happytime Murders erwartet hatte. Melissa McCarthy fand ich für einmal eine Bereicherung und die überhaupt nicht jugendfreien Puppen haben mich (un)anständig unterhalten. Natürlich ist der Film kein Knaller, aber da gibt es viel Schlimmeres und vor allem Unlustigeres aus Hollywoods Komödienschrank.

muri

Filmkritik: FBI stands for "Fucking Big Idiot"

Kommentar schreiben