The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society (2018)

The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society (2018)

Deine Juliet
  1. , ,
  2. ,
  3. 124 Minuten

Filmkritik: We found love in a hopeless place...

"Äääääähm, Bier?!"
"Äääääähm, Bier?!"

London, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Die junge Schriftstellerin Juliet Ashton (Lily James) erhält einen besonderen Brief. Geschrieben wurde er von dem Farmer Dawsey Adams (Michiel Huisman), der auf der Kanalinsel Guernsey lebt und auf der Suche nach Büchern des Autors Charles Lamb ist. Juliet ist sehr von dem Brief angetan und beschliesst kurzerhand mit ein paar Büchern nach Guernsey zu reisen.

Potato Peel Pie ist so lecker wie es tönt...
Potato Peel Pie ist so lecker wie es tönt...

Dort angekommen wird Juliet von Dawsey mit den Mitgliedern des "The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society" bekannt gemacht - einem Buchclub, der während der deutschen Besatzung von Guernsey entstand. Fasziniert von den Inselbewohnern beginnt Juliet über sie schreiben. Doch dabei kommt sie auch einem Geheimnis auf die Spur, über welches die Bevölkerung lieber schweigen möchte. Juliet stösst auf eine tragische Geschichte, in welcher Dawsey eine wichtige Rolle innehatte.

Mit der Romanverfilmung The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society hat Regisseur Mike Newell ein berührendes Werk geschaffen. Dieses hat zwar die eine oder andere Länge, aber ein sympathischer Cast um Lily James und eine unaufgeregte Inszenierung wissen dies auszubügeln.

Herzschmerz-Filmfans aufgepasst: The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society ist einer für euch! Mike Newell (Four Weddings and a Funeral) verfilmte hier den Bestseller von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows, wobei das Verfassen des Buches seine eigene tragische Geschichte zu erzählen hat. Die Buchhändlerin Shaffer wollte sich mit dem Schreiben des Romans einen Traum erfüllen, doch starb sie im Alter von 73 Jahren kurz vor der Fertigstellung des Buches, sodass dann ihre Nichte Annie die Arbeit vollendete.

Aber nun zum Film: Newell fährt hier einige Klischees auf wie die alten schrulligen Leute, die schrägen Sidekicks sowie den wunderschönen Farmersmann, in den sich die junge, eigentlich vergebene Protagonistin (Lily James) selbstverständlich vergucken darf. In Rosamunde-Pilcher-Territorien rutscht das Ganze aber nicht ab, denn der Film schafft es, mit seiner Story und den Schicksalen zu berühren. Was genau dieses in der Inhaltsangabe erwähnte Geheimnis ist, enthüllen wir hier selbstverständlich nicht. Das findet man am besten selbst heraus - mit ein paar Taschentüchern.

So tränenreich das zwischendurch sein kann, von den Längen lenkt das nicht ab. The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society hat eine Laufzeit von 124 Minuten, und diese sind immer mal wieder in Szenen zu spüren, die das Lokalkolorit der herzigen Insel und ihrer Bewohner zelebrieren. Doch zieht dies den Film nicht gross runter. Newells Werk gehört trotzdem zu den besseren Romantik-Streifen, da er die Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, Verlust und Liebe ernstnimmt und er von einem überzeugenden Cast unterstützt wird.

Schwere Themen zwar, um die es hier geht, doch lädt es dank der Inszenierung und dem eingestreutem Humor trotzdem zum Kuscheln ein. Nur den Originaltitel ist ein Zungenbrecher, den man aus Rücksicht vor den wartenden Leuten in der Kinoschlange besser nicht auszusprechen versucht. In dieser Hinsicht empfehlen wir ausnahmsweise mal den deutschen Titel: "Deine Juliet".

/ crs