The Grinch (2018)

The Grinch (2018)

Der Grinch
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  3. 86 Minuten

Filmkritik: You're a mean one, Mister!

Der Feind in meiner Hand!
Der Feind in meiner Hand! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

WhoVille ist ein kleines Städtchen, irgendwo im verschneiten Nirgendwo. Die Bewohner sind überhappy, überfreundlich und Gelächter, Gesang und Freude ist im Überfluss vorhanden. Jetzt, da Weihnachten vor der Tür steht, schaltet man mit allem noch einen Gang höher, plant das farbenfrohe und liebevolle Fest dreimal grösser zu gestalten und alle "Who's" freuen sich riesig. Alle? Nein! Denn dort oben in den Bergen lebt ein grüner Miesepeter, Mister Grinch (Stimme im Original von Benedict Cumberbatch, in der deutschen Fassung von Komiker Otto Waalkes), der mit dieser penetranten Freude nichts anfangen kann. Mitsamt Hündchen Max plant er drum stetige Gemein- und Fiesheiten.

Kein "Last Christmas" dieses Jahr!
Kein "Last Christmas" dieses Jahr! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Aktuell ist es ihm ein besonderer Gräuel, diese fröhlichen Gesichter zu sehen, denn Weihnachten ist so grad mal gar nicht seins. Und weil ihm das ganze Getue so auf die Nerven geht (und er mit üblen Kindheitserinnerungen umgehen muss), plant er den grossen Coup. Zusammen mit Hund und Rentier will er der ganzen Stadt die Weihnachten stehlen. Den Baum, die Lichter und vor allem die Geschenke sollen weg! Als er aber die Bekanntschaft mit der kleinen Cindy-Lou Who (Cameron Seely) macht, kommt der grüne Muffel ins Grübeln.

Ja, The Grinch ist ein Film für die ganze Familie. Wunderbar animiert, eine schöne Story, aber halt recht anständig und brav vorgetragen. Das kümmert die Kids wahrscheinlich weniger, denn Hündchen und Rentier sind grandios geworden. Für die älteren Besucher bedeutet das aber, dass es einige zähe Momente gibt und verpassten Chancen ein wenig nachgetrauert werden muss.

Aus der Feder von Kinderbuchautor Theodor Seuss Geissel alias "Dr. Seuss" stammen herrliche Geschichten mit bunten Figuren, wunderbaren Reimen und über die Jahre auch die eine oder andere geglückte filmische Umsetzung. Die Story über den bekannten Fiesling in den Bergen wurde 2000 in The Grinch mit Jim Carrey recht erfolgreich verfilmt. Nun kommt der Animations-Grinch. In der Originalfassung darf Doctor Strange Benedict Cumberbatch grummeln, während in der deutschen Synchro Komikerlegende Otto Waalkes sein Glück versucht.

Dabei erwartet uns die klassische Geschichte über Familie, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt, die vor allem in der jetzigen Vorweihnachtszeit natürlich den Nagel auf den Kopf trifft. Dazu kommen die Lichter, der Schnee und die schönen Bilder, mit denen The Grinch durchaus punkten kann. Auch der freche Witz, den der Film vor allem in der ersten Filmhälfte liefert, lädt zum Lachen und Grinsen ein. Gegen Ende geht man dann aber auf Nummer sicher, vergisst Spass und Klamauk und schlittert mit schönen Weihnachtsklängen sicher ins Ziel.

Das Problem von The Grinch ist nicht die schöne Story oder die tolle Animation, sondern die verpasste Chance, hier mit frechem Humor, aussergewöhnlichen Sequenzen und bösem Witz etwas zu schaffen, das nicht nur Kids anspricht, sondern auch die Erwachsenen. So ist diese Version zwar schön bunt und liebevoll animiert, wird aber halt auch mit angezogener Handbremse erzählt.

Die Hauptfigur ist zwar äusserlich ein Miesepeter und hat mit Hündchen und Rentier die heimlichen Lieblinge des Films auf seiner Seite. Die Momente hoch oben im Berg strotzen aber vor Einfallstreichtum und wunderbarer Kreativität. Mehr davon wäre auch im Rest dieser Umsetzung nicht verkehrt gewesen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 3

yan

Hier ging man auf Nummer Sicher. Für Kinder und Weihnachtsfilm-Fans sicher okay, für mich war das aber nur anstrengend. Bis auf die geile Ziege natürlich!

sj

Ottos Stimme ist - gemessen am Trailer - völlig unpassend.

muri

Filmkritik: You're a mean one, Mister!

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