First Man (2018)

First Man (2018)

First Man - Aufbruch zum Mond
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  2. 138 Minuten

Filmkritik: Moon La La Landing

75. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2018
Krasser als die Blue Man Group!
Krasser als die Blue Man Group! © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Der Astronaut Neil Armstrong (Ryan Gosling) wird zu Beginn der 1960er-Jahre von der NASA ins Gemini-Programm aufgenommen. Das Projekt strebt Verbesserungen in der Raumfahrt an und beinhaltet diverse strenge Trainingsmethoden, um das Ziel einer Mondlandung in naher Zukunft zu verwirklichen. Während Russland in dieser Zeit mehrere erfolgreiche Weltraum-Missionen absolviert, steigt der Druck auf die USA und die NASA, da sie ihren Status als Weltmacht keinesfalls verlieren möchten. Zudem nimmt die Kritik der Öffentlichkeit stark zu, weil mehrere Trainingsversuche der NASA scheitern und teils gravierende Folgen haben.

Wär ich doch Jazz-Pianist geblieben...
Wär ich doch Jazz-Pianist geblieben... © Universal Pictures International Switzerland. All Rights Reserved.

Neil Armstrong wird im Zuge der Trainingseinheiten zum Kommandanten der Apollo 11, der ersten Weltraum-Mission zum Mond, ernannt. Die riesige Verantwortung belastet ihn psychisch stark und darunter leiden auch seine Frau Janet (Claire Foy) und seine beiden Söhne. Zudem wird das Ehepaar von einem schwerwiegenden Ereignis aus der Vergangenheit geplagt. Trotz des riesigen Drucks ist Neil fest entschlossen, die waghalsige Reise anzutreten.

Das Wunderkind Damien Chazelle knüpft in seinem Weltraumdrama First Man an seine beiden Erfolgswerke Whiplash und La La Land an. Der Film ist eine emotionale Achterbahnfahrt und nimmt seine Zuschauer mit auf eine spektakuläre, nervenzerreissende Fahrt durch das Weltall. Neben einer vorzüglichen Kamera-Arbeit stechen, wenig überraschend, einmal mehr der exzellente vielseitige Soundtrack und die sorgfältige Tongestaltung heraus. Ryan Gosling überzeugt als Neil Armstrong, der die Last einer ganzen Nation auf den Schultern trägt und nebenbei seinen Pflichten als Familienvater gerecht werden sollte.

Die 2010er-Jahre erleben einen regelrechten Boom der Filme über die Weltraumfahrt. Neben dem Revival von altbewährten Erfolgsrezepten aus dem Science-Fiction-Genre wie der gelungenen Fortsetzung der Star Wars-Reihe und deren Spin-Offs begeben sich viele namhafte Regisseure ins Weltall und entzücken ihr Publikum mit eindrucksvollen Werken. Alfonso Cuaróns Gravity, Christopher Nolans Interstellar oder Ridley Scotts The Martian spielten beispielsweise allesamt wichtige Rollen an den Oscarverleihungen. Der letzte erfolgreiche Film über die Mondlandung liegt jedoch ein paar Jahre weiter zurück. 1995 erschien Ron Howards Apollo 13, welcher von der dritten Raumfahrt-Mission der NASA zum Mond erzählt.

Damien Chazelle wagt sich in First Man nun an das historische Ereignis um die allererste Mondlandung. Und wer soll sich für ein solch ambitioniertes Unterfangen besser eignen als der talentierte junge US-Regisseur, der in Harvard studierte? Für die Besetzung von Neil Armstrong setzt Chazelle auf einen alten Bekannten. Wie bereits in ihrer letzten erfolgreichen Kollaboration La La Land, schlüpft der smarte Ryan Gosling erneut in die Hauptrolle. Zwar muss er diesmal nicht mehr singen, tanzen und Piano spielen, aber bezüglich der Komplexität des Charakters verlangt ihm die Rolle von Armstrong deutlich mehr ab.

Dies liegt vor allem daran, dass Chazelles Film weder ein vollgepacktes Biopic noch einen Thriller oder Actionfilm darstellt. First Man ist ein Drama, welches sich mit dem Lebensabschnitt von Neil Armstrong in den Jahren unmittelbar vor und während seiner Mission zum Mond auseinandersetzt und dabei tief auf die Psyche der Figur eingeht. Gosling spielt einen Mann, der unter enormem Druck steht; einerseits aufgrund der riesigen Verantwortung, die er als Kommandant der Apollo 11 trägt, und andererseits wegen seinen Pflichten als Familienvater, welche er zunehmend vernachlässigt. Claire Foy leistet ebenfalls herausragende Arbeit als verzweifelte Ehefrau, die unerbittlich versucht, ihren Ehemann davon abzuhalten, sich komplett zu isolieren und zu distanzieren.

Auch wenn der Fokus in First Man auf der Psyche des Protagonisten liegt, kommt die Raumfahrt keineswegs zu kurz. Die Trainingseinheiten der NASA sowie die Reisen ins Weltall präsentieren sich als audiovisuelle Wucht mit spannungsgeladenen, nervenzerreissenden Szenen, in welchen es rüttelt, dröhnt, zischt und kracht, was das Zeug hält. Diese Momente erinnern an die intensiven Schlagzeug-Übungen aus Whiplash. Und auch der Soundtrack von Justin Hurwitz, mit dem Chazelle bereits in den Vorgängerwerken zusammenarbeitete, begeistert. Hurwitz schöpft aus dem Vollen und packt klassische romantische Melodien, tickende rhythmische Sounds und Hits aus den Sechzigerjahren mit rein. Fans von La La Land und Kubricks 2001: A Space Odyssey dürfen sich über schöne Referenzen freuen.

/ gli

Kommentare Total: 5

yan

Ein eindrücklich inszeniertes und sensationell gespieltes Drama, das mich aber nie richtig in seinen Bann gezogen hat. Es ist nicht so, dass Damien Chazelles Biopic über Neil Armstrong und die erste Mondlandung langweilig wäre, nur fehlt dem Film streckenweise etwas die Durchschlagskraft.

Ein Film muss mich in erster Linie unterhalten, was auf vielen verschiedenen Ebenen möglich ist, doch First Man hat das nicht durchgehend geschafft. Natürlich liegt dies auch ein bisschen an der Thematik, die aus meiner Sicht nicht besonders spannend oder nicht mehr sehr originell ist.

Keine Enttäuschung. Der Film hat meine Erwartungen erfüllt - finde die hohen Ratings aber nicht gerechtfertigt.

andycolette

Ganz grosses Kino sehr lang aber sensationell Ryan gosling und Claire Foyer Oscar Performance !! Ein sensationeller Film über den Mann im Mond !! Und über die Figur Neil Armstrong !!

Conor

Die Kehrseite eines präsidialen Versprechens. Damien Gazelle beweist Mut und hat alles richtig gemacht.

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