Elizabeth Harvest (2018)

Elizabeth Harvest (2018)

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  2. 105 Minuten

Filmkritik: It just happened!

Wer da wohl liegt?
Wer da wohl liegt? © Studio / Produzent

Henry (Ciaran Hinds) ist ein älterer Wissenschaftler, genial und reich. An seiner Seite im Auto sitzt die junge Gattin Elizabeth (Abbey Lee), die vom grossen Haus im Waldstück total überfordert ist. Zwischen Luxus, Reichtum und viel Platz darf sie alles tun und lassen, was sie will. Nur ein Zimmer ist tabu, denn gemäss Henry braucht er selber dieses Zimmer als Rückzugsort, wo er "sich selber" sein kann. Als der Gatte eines Tages das Haus verlässt und die junge Frau allein daheim lässt, macht sie sich auf, das Haus zu erkunden und betritt natürlich auch das verbotene Zimmer, worin sie Grausiges zu Gesicht bekommt.

Allein, Allein?
Allein, Allein? © Studio / Produzent

Zwei Hausangestellte, Claire (Carla Gugino) und der blinde Oliver (Matthew Beard) sind ebenfalls in diese Geschichte verwickelt. Und die stellt sich als verzwickt heraus, so dass bald ein Polizist im Haus steht und Fragen stellt, die nicht nur ihn in eine gefährliche Situation bringen, sondern auch Gefahr über die ganze Belegschaft des Hauses wirft. Was passiert in diesem ominösen Zimmer, in das niemand eintreten darf? Wie verhält sich die junge Elizabeth, nachdem sie Unglaubliches gesehen hat? Und wie ist die Beziehung zwischen dem Hausherrn und seinen Angestellten?

In Elizabeth Harvest passt vieles zusammen und die Geschichte wird von hervorragenden Darstellern getragen. Dadurch, dass das Thema bereits kurz nach Filmstart lanciert wird, riskiert man viel, gewinnt dieses Spiel aber deshalb, weil immer wieder neue Twists eingestreut werden und bis am Ende nicht ganz klar ist, was das jetzt genau Sache ist. Lohnt sich!

Regisseur Sebastian Gutierrez war als Autor für Filme wie Gothika oder Snakes on a Plane zuständig und führte unter anderem Regie bei Rise: Blood Hunter. Deutlich besser schneidet sein neuer Film ab, der als eine Art Thrill-Kammerspiel angesetzt ist und allerlei Verwirrungen in der Story bietet. Elizabeth Harvest führt nämlich nur fünf Personen im Cast, sorgt aber für Spannung, wenn die Story nach gut einer Viertelstunde schon Fahrt aufnimmt.

Im Mittelpunkt steht die schöne Abbey Lee (Mad Max: Fury Road), die nicht nur auf ein Geheimnis stösst, sondern selber auch eins hat. Sie verkörpert ihre Rolle mit einer anfänglichen Unschuld, entwickelt sich aber während der Geschichte in eine andere Richtung und wird deutlich stärker. Das Zusammenspiel mit Ciaran Hinds (First Man) funktioniert wunderbar, vor allem auch, weil sich der routinierte Star absolut sicher zwischen Gut und Böse bewegt.

Die Nebenfiguren - sofern es dann welche sind - bleiben meist im Hintergrund, haben aber vor allem gegen Ende des spannenden Films immer wieder die Möglichkeit, daraus auszubrechen und zu zeigen, was in ihnen steckt. Figurentechnisch sind alle Figuren, der Cop vielleicht mal ausgenommen, richtig interessant und tragen mit ihren Entwicklungen wunderbar zur Story bei.

Ist Elizabeth Harvest also ein Überfilm geworden? Nein. Einerseits wird der grosse Twist bereits nach kurzer Filmdauer verraten und somit das Thema vorgegeben, andererseits verliert sich Regisseur Gutierrez immer wieder in dialoglastigen Szenen, in denen er versucht, noch ein bisschen mehr Mysterie und Rätsel in die eh schon vollgepackte Story zu bringen.

/ muri

Kommentare Total: 2

sma

Der Film macht recht schnell klar, worum es in der Geschichte geht. Gerade durch die Erzählstruktur fällt der Schnitt das ein oder andere Mal positiv auf. Dazu sieht Elizabeth Harvest stellenweise sehr hübsch aus. Beleuchtung, Setdesign, Kadrierung - es ist nicht der erste Film von Gutierrez mit Neonfarben.
Inhaltlich macht viel zu wenig aus der Thematik, das hat man alles in der Form schon besser gesehen. Die Rückblenden in der zweiten Hälfte rauben dem Thriller sein Tempo. Mit Ausnahme von Abby Lee bleiben die Schauspieler sehr blass. Abgesehen vom verschenkten Potenzial zum Thema Selbstbestimmung ist Elizabeth Harvest leider auch kein besonders guter Thriller.

muri

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