Early Man (2018)

Early Man (2018)

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  3. 89 Minuten

Filmkritik: Kick it like Caveman

Stein gehabt
Stein gehabt

Der Höhlenbewohner Dug (Stimme: Eddie Redmayne) lebt mit seinem Stamm ein friedliches Leben in einem Wald. Wenn es nach ihm gehen würde, könnte der Stamm jedoch schon ein bisschen mehr Action vertragen. Immer nur einem Häschen hinterherjagen kann es doch auch nicht sein. Doch schon bald kriegen die Höhlenbewohner mehr Action, als ihnen lieb ist. Denn eines Tages trampen Menschen aus der Bronzezeit unter der Leitung des hochnäsigen Lord Nooth (Stimme: Tom Hiddleston) in Dugs Heimat und vertreiben die Höhlenmenschen.

Vielleicht bin ich ja Manuel Neuer.
Vielleicht bin ich ja Manuel Neuer.

Das lässt Dug natürlich nicht auf sich sitzen und fordert Nooth zu einem Duell heraus. Gewinnen die Höhlenbewohner, müssen sich die Bronzemenschen zurückziehen. Gewinnt Nooth, müssen sich Dug und Co. ein neues Zuhause suchen. Die Entscheidung soll dabei in einem Fussballspiel fallen. Dumm nur, dass noch keiner der Höhlenmenschen jemals gegen einen Ball gekickt hat...

Auch Early Man besitzt diesen unvergleichen Aardman-Charme und -Humor, für den das Studio weltweit gefeiert wird. Nur kann bei diesem siebten Film der Engländer die Geschichte nicht mithalten, da diese Underdog-Fussballer-Story doch etwas gar dünn ist und die Charaktere nicht sonderlich interessant sind. Für 89 Minuten gute Unterhaltung reicht es aber trotzdem.

Für ihren siebten Spielfilm haben sich die Kneter von Aardman an eine, wie es Regisseur Nick Park sagt, echte Mammut-Produktion gewagt. Bei ihrem bisher grössten realisierten Film wurde auf 4800 Quadratmetern an Figuren, Bäumen und Fussballstadien gebastelt, bis dann am Ende ein 89-minütiger Film entstand. Ein wie immer sensationeller Effort, von dem man rein handwerklich den Hut ziehen muss. Schade, dass im Vergleich zu anderen Werken des Studios die Story nicht mithalten kann.

Denn das, was uns Park hier präsentiert, ist etwas gar dünn: Höhlenmenschen treten bei einem Fussballspiel gegen überlegen scheinende Gegner an. That's it. Dabei werden wir Zeugen, wie Dug und Co. zuerst das Spiel erlernen müssen und sich dabei natürlich nicht allzu schlau anstellen. Das dürfte dann vor allem für die Kleineren genug zum Giggelen geben. Gleiches gilt für die Auftritte des Höhlenschweins Hognob, der wenige Tage nach dem Filmbesuch sicher auch in Plüschform in dem einen oder anderen Kinderzimmer anzutreffen sein wird. Für die Begleiter bietet der Film einiges zum Entdecken wie beispielsweise die liebevoll gestaltete Bronzestadt oder die Tatsache, dass Tom Hiddlestons übler Bösewicht als Anlehnung an Monty Python and the Holy Grail mit einem französischen Akzent ausgestattet wurde.

So ist sichergestellt, dass hier alle genug zum Lachen haben. Doch immer wieder schleichen sich aufgrund der Story Längen ein, die selbst durch die Liebe zum Detail nicht versteckt werden können. Hier ist alles eine Spur zu glatt, die Figuren zu simpel gezeichnet und der Ausgang des Ganzen so klar wie Klossbrühe. Da ist man sich vom Studio von Chicken Run und Wallace and Gromit irgendwie besseres gewöhnt. Selbst der als halber Stummfilm konzipierte, simpel wirkende Shaun the Sheep Movie war vor allem was die Witze anging um einiges innovativer und auch herzlicher. Dank des speziellen Aardman-Humors und der Machart hat aber auch Early Man einen unverwechselbaren Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann. Und das ist dann halt immer noch besser als alle Boss Babys und Ferdinands.

/ crs

Kommentare Total: 2

muri

Es tut mir schon ein bisschen im Herzli weh, wenn ich bei einem Ardman-Film von Enttäuschung sprechen muss.

Animiert absolut auf Niveau. Aber inhaltlich erschreckend schwach und der Humor ist extrem kindgerecht geworden. Wo bleibt der Pepp? Hier ging der schlichtweg für Slapstikaktionen vergessen.

Schade. Wallace, Gromit, die Piraten, ja sogar die Mäuse in der Kanalisation waren einiges besser....

crs

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