The Domestics (2018)

The Domestics (2018)

  1. ,
  2. 95 Minuten

Filmkritik: Shoot first - then run like hell!

Welcome to hell!
Welcome to hell!

Die Welt ist mal wieder in Gefahr! Es gibt kein Zurück mehr, Amerika ist kaputtgewirtschaftet und muss neu «gestartet» werden. Das machen die Entscheidungsträger via Giftangriff, und schon bald tauchen die Flieger mit dem schwarzen Rauch auf, der die Menschen sofort tötet. Allerdings fallen nicht alle den Reinigungsmassnahmen zum Opfer, und die Überlebenden organisieren sich in Banden und Clans. Das Land wird in Gebiete aufgeteilt, und wer sich keiner dieser Gruppen anschliessen kann, darf oder will, versucht sich als «Domestic» durchs Leben zu schlagen. Dazu gehören auch Nina (Kate Bosworth) und Mark (Tyler Hoechlin) West. Eigentlich vor der Scheidung stehend, hat sich das Paar nun zusammenraufen müssen, um gemeinsam zu überleben.

Bald knallts!
Bald knallts!

Auf ihrer Reise nach Sicherheit und Ruhe müssen die beiden Eheleute nun quer durchs Land fahren und sich stetig gegen die Angriffe von aussen wehren. Vermeintlich harmlose Familienväter entpuppen sich als Monster, maskierte Bösewichte ballern aus allen Rohren, und als Nina und Mark in Gefangenschaft geraten, müssen sie gegenseitig um ihr Leben fürchten und in einem sadistischen Spiel antreten. Während des Kämpfens und Flüchtens bleibt dabei immer wieder Zeit, sich über die eigene Zukunft Sorgen zu machen und sich langsam zum Kämpfer zu entwickeln. Vor allem Nina zeigt hierbei grosses Talent für die nötige Brutalität.

Wer apokalyptische Filme sucht und auf wüsten Mord und Totschlag steht, findet sicherlich bessere Filme als The Domestics. Zwar wird eine gute Ausgangslage geboten, der man gerne gefolgt wäre, jedoch fällt der Film bald in sich zusammen und bringt Aneinanderreihungen von Begegnungen der brutalen Art. Das langweilt mit der Zeit und ist mitunter recht lachhaft in Szene gesetzt.

Dass die Welt - also vornehmlich die USA - am Ende steht, wissen wir durch viele postapokalyptische Filme, die in Richtung The Purge oder auch Mad Max: Fury Road zielen. In dieselbe Richtung tendiert auch The Domestics. Der Film zeigt uns eine Welt, die vernichtet wurde und in der das Recht des Stärkeren gilt. Daraus ergibt sich allerdings eine recht blutige und dreckige Angelegenheit, die nicht so recht weiss, ob sie jetzt Drama, Thriller oder Horrorfilm sein will.

Im Mittelpunkt steht mit Kate Bosworth (Superman Returns, Before I wake), die im Lauf der 90 Minuten Filmdauer eine nette Entwicklung vom Angsthasen zur Amazone durchmacht. Witzig auch, dass sie erstmal kaum eine Pistole halten kann, sich dann aber als Meisterschützin zeigt. Da haben die Schiessübungen tolle Früchte getragen. Ihr zur Hand geht hier der TV-Superman aus Supergirl, Tyler Hoechlin, der für die gröberen Arbeiten zuständig ist und sich als Prügelknabe gut in Szene setzt.

Die Story von The Domestics ist leider nicht ganz so interessant, wie es die Ausgangslage verspricht. Zwar machen die ersten Minuten Vorfreude auf das Kommende, jedoch wird die Sache bald abgeblasen und Regisseur Mike P. Nelson (dreht aktuell das Reboot von Wrong Turn) konzentriert sich auf die Begegnungen mit den diversen Clans und Gruppen. Unangenehm maskiert und mit allerhand Sadismus ausgestattet, agieren die Banden schiessend, erschreckend und raubend auf brutale Weise. Das Blut spritzt, die Knochen splittern, aber ein bisschen Tiefe findet man bei den einzelnen Gegnern nicht. Das ist den Hauptfiguren vorbehalten, die vom Drehbuch wenigstens ein bisschen Charakter verpasst bekommen.

/ muri