Destination Wedding (2018)

Destination Wedding (2018)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: Wieviel Blabla verträgt ein Zuschauer?

"Auf was stossen wir an? Auf unseren gemeinsamen Untergang?"
"Auf was stossen wir an? Auf unseren gemeinsamen Untergang?" © Ascot Elite

Frank (Keanu Reeves) und Lindsay (Winona Ryder) sind Gäste auf einer Hochzeit, auf der sie gar nicht sein wollen. Beide hassen das Brautpaar, die Menschen und das Leben im Allgemeinen. Sie sind so negativ eingestellt, dass sie überhaupt keine Freude an jeglichen Aktivitäten empfinden können. Ihre gegenseitige Abneigung müssen sie gezwungenermassen ablegen, da sie die absoluten Aussenseiter sind und sich ansonsten niemand mit ihnen abgeben will.

Nach einiger Zeit und etlichen Wortgefechten entdecken sie jedoch eine gewisse Zuneigung füreinander, und die Hochzeit lässt sie näherrücken als ihnen lieb ist. Nun müssen sie sich entscheiden, ob sie sich ineinander verlieben oder weiterhin mit ihren Problemen befassen wollen. Lindsay ist irgendwann so weichgekocht, dass sie bereit wäre, wieder etwas mehr Menschlichkeit in ihr Leben zu lassen, doch Frank weiss jede positive Entwicklung gleich ins Negative umzukehren.

Destination Wedding lockt mit den Namen hochkarätiger Schauspieler und Zuschauerlieblinge. Das Duo Reeves/Ryder verspricht in der Regel gute Unterhaltung, doch hier scheint ein Verpackungsschwindel vorzuliegen. Der Film besteht fast nur aus Dialogen und schon nach wenigen Minuten möchte man die beiden zum Schweigen bringen. Man hätte daraus besser ein Hörspiel gemacht als einen Film.

Der Film fängt ziemlich entspannt an und der Zuschauer freut sich auf eine lustige Komödie. Diese Erwartungen erfüllt Destination Wedding in den ersten Szenen auch, flacht dann aber ziemlich schnell ab und endet in endlosen, zum Teil sehr komplexen Dialogen, welche jeglichen Raum für Lacher wegnehmen. Die typische Situationskomik, die bei solchen Filmen in der Regel üblich ist, wird sehr spärlich eingesetzt und die Schauspieler sind, was das betrifft, ziemlich unterfordert. Winona Ryder kann hier noch eher punkten als der schon sowieso in der Mimik etwas eingeschränkte Keanu Reeves. So wird der Zuschauer dazu verdammt, den beiden Schauspieler einfach zuzuhören.

Das Dauergequatsche wirkt schnell ermüdend und man ist froh, wenn zwischendurch einfach mal kurz das eine oder andere Landschaftsbild und ein bisschen Musik eingespielt wird. Da sich alles nur um die beiden Protagonisten dreht, sind die Nebendarsteller eigentlich keine Schauspieler, sondern Statisten. Hier hätte ein Dialog mit einer anderen Figur ein bisschen Auflockerung in die sturen Zweiergespräche gebracht. Aber Regisseur Victor Levin, der auch das Drehbuch geschrieben hat, baute wohl darauf, dass seine Zugpferde Reeves und Ryder den Film alleine zu tragen vermögen.

Destination Wedding enttäuscht und man hätte den Schauspielern mehr Freiraum für Gestik, Bewegung und Aktion gewünscht. Diese versteifen sich jedoch in den meisten Szenen auf die langen und fast atemlosen Dialoge. Diese Komödie ist leider alles andere als lustig, da sie so zäh wie alter Kaugummi daherkommt und den Top-Mimen überhaupt nicht gerecht wird. Reeves und Ryder haben absolut mehr zu bieten als nur ätzende Diskussionen miteinander zu führen.

/ mig

Kommentare Total: 3

Benster

1,5h dummes Gelaber und sinnfreier Pessimismus, kombiniert mit unnötiger Feindseligkeit.

solanumnigrum

Erst einmal das Gute daran:
- Mit Statisten sind es inklusive 9 Schauspieler
- Alle "Statisten" (abgesehen von den beiden Hauptdarstellern natürlich) sind eher wortkarg.
- Keanu und Winona tragen mit teilweise witzigen Dialogen den ganzen Film ALLEINE

Nun kommt das "Aber":
- Die Dialoge ziehen sich ab und zu viel zu lange. Man denkt als Zuschauer bereits ans gähnen.
- Der Film ist "weird" und irgendwie ohne Sinn. Macht ihn aber auch sympathisch weil hald nicht alles perfekt ist.
- Bis auf ein paar wirklich witzige Szenen und die unglaublich fiesen Sticheleien (vor allem von ihm) hat der Film grundsätzlich keine wirklich erquickende Handlung.

Fazit:
Ein "wunderschöner", naja, sagen wir mal extrem untypischer Liebesfilm. Oder, ist es gar kein Liebesfilm? Wer weiss das schon? *facepalm*

mig

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