The Cloverfield Paradox (2018)

The Cloverfield Paradox (2018)

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Filmkritik: Dimensions-Salat ist jetzt parat!

Netflix
(R)auch das noch!
(R)auch das noch! © Netflix

In der nahen Zukunft sind die Rohstoffe auf der Erde knapp geworden, und es droht ein Dritter Weltkrieg auszubrechen. Ein Team von Wissenschaftlern versucht mit Hilfe eines Partikelbeschleunigers, der sich auf der Raumstation "Cloverfield" befindet, die Erde mit einer unerschöpflichen Energiequelle zu versorgen. Doch beim Abfeuern des Gerätes geschieht ein Unfall, der nicht nur auf unsere Erde und die gesamte Crew schreckliche Auswirkungen haben könnte...

The Cloverfield Paradox muss, trotz eines talentierten Casts, eines sensationellen Scores und effektiver Spannungsmomente, als kleine Enttäuschung bezeichnet werden. Gerade die Verweise auf das bestehende Cloverfield-Universum kommen für Fans, die nach solchen gesucht haben, definitiv zu kurz. Das Konzept ist interessant, doch nach der ersten Hälfte ist irgendwie die Luft raus und der emotionale Kern der Geschichte funktioniert wegen geringer Figurenentwicklung nur mässig. Für Sci-Fi und Horrorfans aber ein oberflächlich unterhaltsames und kurzweiliges Spektakel.

Vor zehn Jahren brachte Lost-Mastermind J.J. Abrams mit Cloverfield seine sogenannte "Mystery Box"-Strategie auch ins Kino. Der Teaser kam aus dem Nichts, und über den Inhalt des Monsterfilmes im Found-Footage-Stil war bis zum Release so gut wie gar nichts ausser dem Titel bekannt. Heraus kam ein intensives Kinoerlebnis für Monsterfans, das bis heute nichts an Reiz verloren hat. Lange wurde über eine Fortsetzung spekuliert, welche die Attacke des Ungeheuers aus einer anderen Perspektive zeigen würde. Schlussendlich hat man sich aber entschieden, den Thriller "Valencia" des jungen Regisseurs Dan Trachtenberg zum Cloverfield-Pseudo-Sequel 10 Cloverfield Lane umzumünzen und die Reihe als eine Art Twilight Zone fürs Kino, also als Genre-Anthologie, fortzusetzen.

Auch beim dritten Teil ist es die Release-Strategie, die für Aufsehen gesorgt hat. Von Paramount ewig aufgeschoben, schlug der Streaminganbieter Netflix zu und überraschte mit einem Trailer während des Super Bowl, der den sofortigen Release des Sci-Fi Thrillers ankündigte. Die Freude der Fans dürfte aber mit dem Endresultat ein klein wenig gedämpft werden.

The Cloverfield Paradox ist ein routiniert gemachter Weltall-Grusler mit einer ziemlich cleveren Ausgangslage, der Versatzstücke zusammenschustert aus Sunshine, Alien, Life und wie sie alle heissen. Leider hat es sich damit dann auch schon. Das Rätseln mit der Crew und die ersten Schreckmomente fesseln, doch mit der Zeit wird der Verzicht auf Charakterzeichnung immer problematischer. Die mit Top-Akteuren besetzte Crew ist Beigemüse zu Gugu Mbatha-Raw, die gut spielt, aber zu der auch nicht wirklich eine Beziehung aufgebaut werden kann.

Herausragend ist Bear McCrearys Score, der den Bombast moderner Scores mit Bernard Hermann kombiniert und so eine effektive und intensive musikalische Untermalung schafft. Die Fragen, die The Cloverfield Paradox aufwirft, sind spannend zu diskutieren, gehen aber immer wieder etwas unter, wenn in einem B-Plot der Zusammenhang zum Franchise etwas zwanghaft dargelegt werden muss.

Marco Albini [ma]

2003 verfasste Marco seine erste Kritik auf OutNow und ist heute vor allem als Co-Moderator des OutCast tätig. Der leidenschaftliche «Star Wars»-Fan aus Basel gräbt gerne obskure Genrefilme aus, aber Komödien sind ihm ein Gräuel.

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Kommentare Total: 3

oscon

Intelligenter SciFi Kracher, der (lose) im Cloverfield-Universum spielt und sich um ein Teilchenbeschleuniger Test der die Erde mit unendlicher Energie versorgen soll, handelt.
Ein mit Daniel Brühl, Elisabeth Debicki u.a. hervorragend besetztes Cast, agiert in einer erdnahen Raumstation gegen die Naturgesetze und kämpft nach dem Fehlschlag eines Experiment ums Überleben!

ma

Filmkritik: Dimensions-Salat ist jetzt parat!

db

Grundsätzlich eine solide inszenierte Schmalspurversion von Event Horizon welche dabei jedoch deutlich zahmer daherkommt. Der Cast bietet die üblichen Veteranastronauten, welche jedoch unter Stress genau so panisch reagieren wie jeder Teenie in den Horrorstreifen. Warum sie zudem überhaupt noch eine Storyline auf der Erde mitschleppen, ist auch fraglich - denn zum finalen Aha-Moment steuert sie kaum etwas bei.

Über alles sicher ein netter Space-Grusler, den man in brutaleren Inkarnationen schon in anderen Filmen gesehen hat, und der kurzweilige Unterhaltung mit gut ausgewähten Schauspielern bietet. Aber im Grossen und Ganzen sicher nichts revolutionäres.

3.5.

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