Bumblebee (2018)

Bumblebee (2018)

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  2. 113 Minuten

Filmkritik: Never gonna give you up, never gonna let you down!

Dudu in Action!
Dudu in Action! © Paramount Pictures

Auf Cybertron, dem Planeten der Transformers, herrscht der Krieg gegen die Decepticons, und die «Bösen» sind in der Überzahl. Als letzte Entscheidung schickt Transformers-Chef Optimus Prime seine Soldaten mit Fluchtkapseln vom Planeten weg. Darunter auch den treuen Soldat B-127, für den der General die Erde als Planet ausgesucht hat. Dort soll er der Bevölkerung Schutz bieten und eine neue Basis für sein Volk aufbauen. Im Jahr 1987 landet der gelbe Riese nun an der Westküste Amerikas, schüttelt einen Decepticon ab, kämpft gegen das Militär unter der Führung von Agent Burns (John Cena) und versteckt sich dann, getarnt als VW-Käfer, irgendwo auf einem Schrottplatz.

Fahrschule im Käfer
Fahrschule im Käfer © Paramount Pictures

Gleichzeitig kämpft die junge Charlie Watson (Hailee Steinfeld) mit ihrer Familie. Der verstorbene Vater ist bei ihr noch omnipräsent, während Mutti eine neue Liebe gefunden hat, was tagtäglich zum Thema in den eigenen vier Wänden wird. Als Charlie per Zufall einen gelben Volkswagen entdeckt, nimmt sie diesen heim und päppelt ihn auf. Bald schon enttarnt sie den Transformer, der sich da als Rostlaube versteckt hat, und die beiden starten eine wunderbare, aber gefährliche Freundschaft. Denn nicht nur sind zwei neue Decepticons auf der Erde gelandet und suchen unseren Bumblebee, sondern auch das Militär hat nie aufgehört, nach dem Eindringling zu fahnden. Nun steht nicht nur das Leben von Charlie auf dem Spiel, sondern die Sicherheit des ganzen Planeten...

Bumblebee lebt von seiner Stimmung und hat im Mittelteil des Films seine stärkste Phase. Es geht zwar nicht ganz ohne Kawumm und Geballer, aber glücklicherweise übertreiben die Filmemacher diesesmal nicht. So bleibt der Film eine eher ruhigere, dafür umso liebenswertere Angelegenheit, in der die Hauptfigur und natürlich der titelgebende Roboter mit Autoradio-Stimme überzeugen. Ist herzig geworden, auch wenn man das bei einem Transformers-Film nicht unbedingt erwartet...

Seit 2007 die Transformers spektakulär in den Kinos gestartet sind, hat sich die Reihe unter dem Motto «höher, schneller, weiter» zu gigantischen Materialschlachten entwickelt. Den Zuschauern war's dann auch mal genug, und so blieb vor allem der bislang letzte Teil, Transformers: The Last Knight, deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nun wird ein Gang zurückgeschaltet und der beliebteste Transformer der ganzen Gruppe in den Mittelpunkt gestellt: Bumblebee!

Bumblebee ist kein Krawallkino geworden, obwohl in den ersten und letzten Minuten des Films mächtig auf die Pauke gehauen wird. Das braucht und erwartet man halt auch ein bisschen, wenn riesige Roboter um den Planeten kämpfen. Aber wenn der erste Lärm durch ist, kommt etwas zum Vorschein, was man so nicht hätte erwarten können: eine ruhige, sympathische und liebevolle Beobachtung einer ungewöhnlichen Freundschaft. Eingemittet in die bunten Achtzigerjahre mit Hotdog am Stiel und Duran-Duran-Sound, spielt Bumblebee hier auf die Filme von damals an, die von Freundschaft und dem Erwachsenwerden handeln.

Mittendrin in dieser Story steht die junge Hailee Steinfeld (Pitch Perfect 3, True Grit), die sich wunderbar durch den stressigen Alltag quält, einen nervigen Job auf dem Pier hat und sich während des Filmes ein bisschen (wirklich nur ein kleines bisschen) in ihren Filmpartner mit der lustigen Frisur verguckt. Nicht zu viel, denn «so weit sind wir noch nicht», aber herzig ist das allemal. Zusammen mit Bumblebee, der sich vom ängstlichen Garagenhocker zum tapferen Kämpfer entwickelt, ergibt das ein Trio, dem man einfach gerne über die Schulter schaut. Die geniale Sequenz «Bumblebee allein zuhause» ist sinnbildlich für diesen Wohlfühlfilm.

Neben dem Trio bleiben die restlichen Mensch- und Roboterfiguren ziemlich belanglos. Das gilt auch für Wrestler John Cena, der zwar immer wieder bös in die Kamera guckt, aber halt ausser Salutieren und Rumballern nicht viel zu tun hat. Auch die Bedrohung von Cybertron bleibt hinter den Erwartungen zurück, aber vielleicht wollte man dem gelben Superstar keine allzuschweren Gegner gegenüberstellen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 3

db

Nach gefühlten 8 dumpfen und immer blöder werdenden Materialschlachten ist das eine nette Abwechslung. Wie einst in Iron Man ist auch in Bumblebee der Gegenspieler rein Mittel zum Zweck. Der Hauptfokus ist Charlie und Bumblebee, welche beide über die Laufzeit eine starke Entwicklung durchmachen und sich auf ihre eigene Art selber finden. Deshalb ist Bumblebee auch eher ein Familien Film als die bisherigen Streifen und dennoch kommt er erwachsener daher, weil wohl der blöde Humor fehlt.

Hailee Steinfeld macht einen grossartigen Job den Film zu tragen und auch ihren Entwicklungsbogen darzustellen. Ihren pseudo Boyfriend hätten sie sich schenken können, denn er wird in keiner Filmminute benötigt. John Cena tut was er kann mit seinem Charakter, aber er hat schlichtweg zu wenig Screentime hat, um etwas aus dem stoischen Soldaten zu machen.

Insgesamt wohl einer der besten Transformer seit langem - wohl auch deswegen, weil man sich zum ersten mal wieder für die beteiligten Figuren interessiert. Von dem her, wenn's auch mal etwas gemütlicher sein kann, ist dies sicher ein Blick wert.

4.5

yan

Travis Knight verwandelt Michael Bays Roboter-Materialschlachten in einen gefühlvollen und mehrheitlich für Kinderaugen geeigneten Old-School-Blockbuster, der mit Hailee Steinfeld und Bumblebee ein sympathischen Duo bereithält.

Die Bösewichte sind zwar schwach und John Cena zeigt erneut, dass er eigentlich nicht schauspielern kann, doch dafür passt die Atmosphäre und die ausgewählte Musik. Dazu gibt es ordentliche Action, die für einmal in Grenzen gehalten wird.

Kein Meisterwerk, aber durchaus ein unterhaltsamer Kinofilm, den man sich gerne ansieht.

muri

Filmkritik: Never gonna give you up, never gonna let you down!

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