Book of Monsters (2018)

Book of Monsters (2018)

  1. , ,
  2. 84 Minuten

Filmkritik: Was für eine Sauerei!

Schrei, wenn du kannst!
Schrei, wenn du kannst! © Sony Pictures Home Entertainment

Der 18. Geburtstag von Sophie (Lindsey Craine) hätte eigentlich ein grosses Fest werden sollen, doch nebst ihren engsten Freundinnen kommen vorerst keine Gäste. Glücklicherweise ändert sich das und das Haus von Sophie wird mit fremden Menschen überfüllt. Inzwischen geht im Schlafzimmer die Post ab: Eine mysteriöse Rothaarige hat sich eine männliche Jungfrau geschnappt und zelebriert ein dunkles Ritual mit einem alten Buch, das Monster auftauchen lässt und die Party sprengt! Die Viecher sind im Blutrausch und die Gästeliste wird kurzerhand markant verkleinert.

Jetzt gemeinsam duschen ...
Jetzt gemeinsam duschen ... © Sony Pictures Home Entertainment

Sophie hat sich in der Zwischenzeit mit ein paar Überlebenden in eine Ecke verkrochen und studiert das alte Buch, das Zeichnungen und Kommentare zu allerhand Monstrositäten beinhaltet. Nur langsam wird klar, dass dieses Buch bereits von Sophies Mutter im Kampf gegen die höllischen Viecher gebraucht wurde und dass die Reihe nun an Sophie selber ist. Sie muss den Kampf aufnehmen und dabei über ihren eigenen Schatten springen!

Book of Monsters ist weder ein Überfilm noch ein kommender Horrorklassiker. Aber er macht über einen grossen Teil seiner knackigen 80 Minuten Spass und wir kriegen ein paar nette Monstereffekte geboten. Ein stetiges Grinsen ist beim Zuschauer schon fast garantiert, und wenn da mal ein Sequel produziert wird, dürfte ein Blick darauf sicher nicht falsch sein.

In der aktuellen Zeit voller Filme, die vollgepackt mit - guten oder nicht ganz so tollen - Spezialeffeken daherkommen, ist man mitunter auch mal froh, einen Film zu gucken, bei dem handgemachte Viecher und Kreaturen zum Einsatz kommen. Der englische Monsterfilm Book of Monsters bietet genau das und legt obendrauf noch einen etwas schrägen Charme alter Filme, bei denen das Kunstblut kübelweise fliesst und die Bedrohungen nicht aus dem Computer kommen.

Inhaltlich hält sich Book of Monsters nicht gross mit langem Vorspiel auf, sondern startet schon nach wenigen Minuten mit dem Blutbad. Dass dabei die einzelnen Figuren eher nebensächlich bleiben, muss erwartet und akzeptiert werden. So lernen wir die «Heldinnen» erst im Lauf des Films besser kennen, schlagen uns mit einer Gestaltwandlerin rum und fragen uns, wer eigentlich diese ganze Sauerei nach dem Final Cut wieder saubergemacht hat. Zudem, typisch Englisch halt, darf auch der Witz und die Komik nicht fehlen. So erwarten wir in einer Sequenz eine entblösste Frauenbrust, die dann mittels perfektem Schnitt aber eben doch nicht kommt, sondern in der Hühnerbrust des Strippers endet.

Was an Book of Monsters sicherlich auffällt, ist, neben der handgemachten Art der Monster und Figuren, der Einsatz von Filmblut. Immer wieder werden Gedärme aus Körpern gerissen, Köpfe gespalten oder sonstige Übeltaten begangen. Das alles wird zu einem blutigen Menü angerichtet, ohne jedoch seinen schrägen Eindruck zu vergessen. So muss man sich bei Book of Monsters kaum vom Bildschirm abwenden, sondern grinst höchstens, wenn die Fontänen spritzen. Wenn dann die kleinen Gartenzwerge auftauchen, ist eine allfällige Ernsthaftigkeit des Films eh sofort vergessen.

/ muri