Blood Fest (2018)

Blood Fest (2018)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: In Honor of Horror

18. Neuchatel International Fantastic Film Festival 2018
Feuer frei!
Feuer frei!

Dax (Robbie Kay) liebt Horrorfilme. Da überrascht es nicht, dass er sich wahnsinnig aufs "Blood Fest" freut: Ein riesiges Festival, das sich ganz dem Genre verschrieben hat. Set-Nachbildungen, Promiauftritte und ein rundum horrorreiches Erlebnis. Sein Vater Dr. Conway (Tate Donovan) sieht das ganz anders. Nachdem seine Frau im eigenen Haus ermordet wurde, will er verhindern, dass sich Dax diesem Genre hingibt und halbiert seinen Festivalpass.

Dank Vitamin B kommt Dax dann doch noch zum "Blood Fest" und will die Zeit mit seinen Freunden Sam (Seychelle Gabriel) und Krill (Jacob Batalon) geniessen. Doch schnell wird klar, dass das "Blood Fest" nicht das ist, was die Fassade vermuten lässt. Bei der Eröffnungsansprache des Festivalchefs Anthony Walsh (Owen Egerton) werden zwei junge Frauen auf der Bühne regelrecht hingerichtet. Was folgt, ist Chaos. Mit Kettensägen bewaffnete und Schweinemasken vermumte Männer metzeln sich wild durch die Menge. Dax und seine Freunde entkommen nur knapp. Nun müssen sie einen Plan schmieden, um vom Festivalgelände zu entkommen - ohne dabei in die Horrorfilm-Klischee-Fallen zu tappen.

Die Produktionsfirma Rooster Teeth ist durch Internetvideos bekannt geworden und so fühlt sich Blood Fest auch wie ein 90-minütiges Youtube-Video an. Zwar hat der Film eine vielversprechende Prämisse, bietet für eine Hommage an Splatterfilme aber viel zu wenig Blood and Gore. Zu oft gibt's alberne Dialoge zwischen mässigen Darstellern, zu oft kommt der Plot in den Weg. So kann Blood Fest auch getrost erst im Stream auf Youtube geschaut werden.

Wenn man bedenkt, dass Rooster Teeth einmal aus vier Männern um die dreissig bestand, die im Schlafzimmer des einen lustige Phrasen in die Münder von Figuren aus dem Game Halo legten, ist die Entwicklung zu Blood Fest durchaus beeindruckend. Allerdings sind sie bisher über die Qualität und Production Values des Internetvideos nie herausgekommen.

Blood Fest hat eine durchaus interessante Idee: Ein Festival zu Ehren des Horrorgenres, das zu einem tatsächlichen Horrortrip wird. Der Einstieg ist demnach gut gelungen. Wenn die schweinemaskentragenden Killer mit ihren Kettensägen in die Menge laufen und diverse Besucher in bester Splattermanier halbieren und aufspiessen, macht das schon Spass. Danach verliert der Film seinen Fokus allerdings recht schnell. Dafür, dass es sich um eine Hommage an Horror- und Splatterfilme handelt, gibt's schlicht zu wenig Blut, zu wenig einfallsreiche Kills - und zu viel Plot.

Eine hochkomplexe Geschichte ist bei einem solchen Film nicht zu erwarten. Dazu kommen hier noch diverse amateurhafte Darstellerinnen und Darsteller, die Anspielungen auf Genrekonventionen sind mehr plump als clever und der obligate Twist gegen Ende des Films ist auch unsinnig. Obendrauf hat's stereotypisch geschriebene Figuren en masse. Haha, der Dicke hat nie eine Frau abgekriegt und krallt sich dann die heisse Blondine, wie originell.

Da die Rechte an richtigen Horrorklassikern wohl zu teuer gewesen wären, haben sie kurzerhand eigene erfunden, was der ganzen Hommage-Absicht nicht gerade hilft. Für Fans von Rooster Teeth und deren Humor und Personalities dürfte es das eine oder andere lustige Cameo zu sehen geben, aber ansonsten reicht es auch, Blood Fest in einigen Monaten auf Youtube zu streamen.

/ nna