Ben is Back (2018)

Ben is Back (2018)

  1. 103 Minuten

Filmkritik: He's coming home. He's coming home. Junkie's coming home.

43rd Toronto International Film Festival
"So ein Lieber, nicht wahr?!"
"So ein Lieber, nicht wahr?!"

Es ist kurz vor Weihnachten und die Familie Burns macht sich bereit für das grosse Fest. Die ganze Familie? Nicht ganz. Denn Sohnemann Ben (Lucas Hedges) befindet sich aufgrund seiner Drogensucht in der Rehabilitation. So dachte es Mutter Holly (Julia Roberts) jedenfalls. Doch dann steht Ben plötzlich vor dem Haus. Sein Betreuer habe ihm gesagt, dass es ok sei, wenn Ben Weihnachten mit der Familie verbringen möchte. Holly wurde jedoch schon zu oft von ihrem Sohn belogen und traut ihm kein bisschen.

Trotzdem erlaubt sie ihm, 24 Stunden bei der Familie zu verbringen - einfach unter der Voraussetzung, dass Ben nicht aus ihren Augen darf. Auch wenn das eine Zeitlang gutzugehen scheint, kommt der Moment, in dem Ben von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt wird. Als der Familienhund entführt wird, machen sich Holly und Ben mitten in der Nacht auf, diesen zu suchen.

Das Drama Ben Is Back erzählt die Geschichte eines heimkehrenden Junkies zu Beginn auf eine berührende Art und Weise. Clever spielt der Regisseur dann mit dem Themen Misstrauen und Vergebung. Schade, dass die zweite Hälfte zu melodramatisch ausfällt, sodass nicht mal Lucas Hedges und Julia Roberts mehr was bewirken können.

Lucas Hedges ist überall. Nach seiner Rolle in Manchester by the Sea, für die er für einen Oscar nominiert wurde, reissen sich die Regisseure regelrecht um den 21-jährigen New Yorker. So ist er im Jahre 2018 gleich in drei neuen Filmen zu sehen. In Ben Is Back, dem Film seines Vaters Peter Hedges, zeigt er nun eine seiner besten Performances. Nur kann die Qualität des Filmes nach einer Weile nicht mehr mithalten.

Die erste Hälfte des Streifens ist richtig toll. Was Bens Rückkehr bei den verschiedenen Familienmitgliedern auslöst, ist nachvollziehbar und berührend gezeichnet. Es ist viel Ablehnung und Misstrauen dabei, doch auch Hoffen und Bangen, was vor allem von der von Julia Roberts toll gespielten Mutter gezeigt wird. Wie sie sind auch die Zuschauer regelrecht hin und hergerissen. Soll man diesem Junkie, der gelogen und betrogen hat, eine Chance geben? Oder ist dies ein hoffnungsloser Fall?

Der Film ist in diesen Szenen äusserst ehrlich und verharmlost keineswegs den psychologischen Schaden, den Drogen über eine Familie bringen können. Dabei gibt es auch einen ziemlich deftigen Seitenhieb auf das US-amerikanische Gesundheitssystem, in dem Ärzte vor allem im Falle von Schmerzmitteln immer wieder Medikamente verschreiben, die als Einstiegsdroge dienen können. Denn es ist erwiesen, dass bei vielen in den USA die Drogensucht mit verschriebenen Medikamenten beginnt, und so war es auch beim Protagonist Ben der Fall.

Zusammen mit dem Hund verschwindet dann jedoch auch ein bisschen die Klasse des Filmes. Zwar ist es zu Beginn noch aufwühlend, wenn ehemalige Weggefährten von Ben abgeklappert werden, die eine, sagen wir mal, spezielle Beziehung zu dem Jungen hatten oder haben. Doch als es dann schliesslich zurück in den Drogensumpf geht, nehmen melodramatische Szenen Überhand und ziehen das Werk regelrecht runter.

Um sich davon zu erholen, bleibt danach fast keine Zeit mehr, da alles in einem pathetischen Finale endet, nach dem gleich der Abspann kommt. Die Türe auf Versöhnung mit dem Film wird hier von Regisseur Hedges gleich zugeknallt. Immerhin wissen wir nun, in wie sich etwa Ben zu Beginn des Filmes mit all der Ablehnung gefühlt haben muss. Es ist kein schönes Gefühl.

/ crs

Kommentare Total: 3

yan

Nach Beautiful Boy ist auch Ben is Back ein gelungenes Drogen-Drama, das im Genre zwar nicht völlig neue Wege geht, aber immerhin aus einem etwas anderen Winkel an die Sache herangeht. Leider verpasst es Regisseur Peter Hedges mit einer etwas eigenartigen und nicht mehr flüssig erzählten zweiten Hälfte das hohe Niveau des Anfangs zu halten. An Julia Roberts und Lucas Hedges lag dies aber nicht. Die beiden Schauspieler zeigen grandiose Leistungen und sorgen dafür, dass man auch bei eher schwachen Ende am Ball bleibt.

andycolette

Gestern gesehen sehr gutes Familien Drama Julia Roberts und Lucas hedges spielen sensationell !! Sehr bewegend die liebe einer Mutter und die schlimme Drogensucht!!

crs

Filmkritik: He's coming home. He's coming home. Junkie's coming home.

Kommentar schreiben