Avengers: Infinity War (2018)

Avengers: Infinity War (2018)

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  2. 149 Minuten

Filmkritik: Das grosse Aufräumen

Komm nur, du Lilapause, du!
Komm nur, du Lilapause, du! © Marvel Studios. All Rights Reserved.

Bisher waren seine Versuche, sich die Erde untertan zu machen, immer wieder vereitelt worden. Deshalb nimmt sich der Titan Thanos (Josh Brolin) nun der Aufgabe höchstpersönlich an. Er will die sechs Infinity-Steine finden, die er dann mittels eines speziell für diese Akion geschmiedeten Handschuhs vereint und so die halbe Galaxis mit einem Fingerschnippen auslöschen kann. Doch diese Steine sind überall verstreut und versteckt, was aber für einen Brutalo-Badass-Typen wie Thanos höchstes eine Motivation denn eine Unmöglichkeit bedeutet.

Parat für die Schläglete!
Parat für die Schläglete! © Marvel Studios. All Rights Reserved.

Thor (Chris Hemsworth) ist der erste der Helden, der sich der neuen Gefahr in den Weg stellt. Und bald schon kommt die Nachricht der Invasion auch auf der Erde an, wo sich Dr. Strange (Benedict Cumberbatch), Tony Stark (Robert Downey Jr.) und auch Peter Parker (Tom Holland) mit den ersten Angriffen beschäftigen. Die «Children of Thanos» greifen an und zwingen die Avengers dazu, ihre Differenzen beiseitezulegen und gemeinsam gegen die Bösewichte vorzugehen. Während sich Captain America (Chris Evans), Black Panther (Chadwick Boseman) und Black Widow (Scarlett Johanssen) in Wakanda wehren, mischeln die Guardians of the Galaxy im Weltall mit.

Thanos allerdings scheint unbeeindruckt und, vor allem, unbesiegbar. Wer soll ihn daran hindern, die Galaxis zu zerstören?

Avengers: Infinity War ist ein Riesending und bedient fast alle Gelüste der Marvel-Fans. Die Helden leiden, der Bösewicht ist ein übler Badass, und die Story wirbelt so ziemlich alles durcheinander, was man sich in den letzten zehn Jahren aufgebaut hat. Dumm halt einfach, dass wir jetzt (einmal mehr) ein Jahr warten müssen, bis sich diese Story endgültig auflöst. Unfair!

Comicfans in aller Welt warten 2018 vor allem auf einen Film: Avengers: Infinity War! In 160 Minuten wird das ganze MCU vereint und eine gewaltige Geschichte erzählt, die alle verfügbaren Helden aufbietet. Über allem aber thront einer, der beim Auftauchen im ersten Filmtrailer noch für ein Lächeln gesorgt hat: Thanos ist ein Bad Guy, wie wir ihn wohl noch nicht gesehen haben und setzt die Messlatte für künftige Bösewichte im MCU enorm hoch.

Wie erwartet bleibt bei dieser Fülle von Marvel-Charakteren nicht für jeden gleich viel Zeit und Platz. Allerdings haben die Russo-Brüder es tatsächlich geschafft, die meisten Figuren schön zu platzieren, ihnen ihre Momente zu geben und so tolle Wiederkennungswerte zu schaffen. Seien es die Figuren aus Thor, Captain America (Achtung! Hammer-Cameo!) oder Iron Man, sie sind alle mit dabei. Dabei werden herrliche Teams gebildet, wobei das Trio Stark/Strange/Parker schon fast alleine das Eintrittsgeld wert ist.

Der Hauptgrund, weshalb man Avengers: Infinity War anguckt, ist Thanos. Der von Josh Brolin im Motion-Capture-Modus dargestellte Bösewicht handelt so unvorhersehbar und rücksichtslos, dass kein Held vor ihm sicher ist. Zudem wird seine Backstory so erzählt, dass erschreckenderweise sogar ein bisschen Verständnis für seine Taten geschaffen wird. So ist er unberechenbar und stets brandgefährlich. Mit seinem Macht-Handschuh sowieso...

Wer genau sucht, wird sicher ein paar Ungereimtheiten oder mangelhafte Effekte (Banner?) entdecken. Wer aber darüber hinwegschaut, wird einfach weggeflasht von der gewaltigen Bildsprache, den Witzen, der Brutalität und der Tragödie.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 7

andycolette

Grosse Klasse heute gesehen alle super heros versammelt!!! Von Thor bis Guardians of Theo Galaxie !

db

Avengers: Infinity War - Überladener Frühlingsputz

Ein weiterer Meilenstein im Marvel Universum erreicht - immer noch erstaunlich wie kompakt diese Filme präsentiert werden und wie grossartig sie ihre Handlungsstränge zusammenhalten können - vor allem, wenn man das Trauerspiel bei anderen Produktionsfirmen anschaut.

Story mässig kann man Infinity War drehen wie man will - es ist erneut mehrheitlich ein "grosses Böses etwas greift Erde an und nur die Superhelden können sie verteidigen" - Film. Leider ist die dünne Story diesmal offensichtlich - selbst wenn man sie unter einer riesigen Anzahl Figuren und viel Bombast-Flurschaden begraben will. (Inzwischen werden schon ganze Monde als Waffen eingesetzt) Dazwischen sollen irgendwie alle bislang etablierten Figuren ihren Platz in der Handlung haben und selbst wenn sie dies erstaunlich gut hinkriegen - der Film wirkt hoffnungslos überladen und während andere völlig uninteressante Figuren (Vision) viel zu viel Zeit erhalten, werden andere zur Raumdekoration, welche knapp zwei drei Sätze sagen können. (Black Widow kriegt nicht mal eine erweiterte Szene mit ihrem Hulk).

Was bleibt ist ein Film der sich meistens mit hohem Tempo durch die Handlung kämpft und selbst wenn er sich zwischendurch Zeit für besinnliche Momente nimmt, ist der Fokus klar auf die etablierten endlosen Kampf-Sequenzen zwischen unsterblichen Wesen, welche sich mehr und mehr ausleiern. Klar kommt es zwischendurch zu gelungenen Momenten zwischen den Charakteren, doch als Film kommt Infinity Wars lange nicht so leichtfüssig daher wie Guardians of the Galaxy und da man kaum den Tod von Charakteren Verdauen kann, nimmt man diesen höchstens zur Kenntnis. Wenigstens ist es ihnen gelungen dem Bad-Guy Thanos noch einige Facetten abzuringen und auch dessen Geschichte aufzuarbeiten - was seine Taten und Motive durchaus verständlich machen.

Fazit: Infinity War ist klar das Ende eines Kapitels, wo ganz im Stil von Star Wars Rogue One eine riesige Armada von Personen in den Krieg geschickt und dabei regelrecht verheizt werden. Deshalb läuft man auch eher erschlagen/ernüchtert aus dem Kino, denn im Vergleich zu Guardians of the Galaxy, ist diese Schlachtplatte eine sehr zähe und streckenweise auch langfädige Angelegenheit, wo die gelungenen Charaktermomente eher rar sind und viele Figuren primär Bildschirmfüller sind. Für Fans sicher beste Unterhaltung - für mich hätte der Film auch mit der Hälfte der Helden funktioniert, dafür mit mehr raum für gute send-offs anstatt dieser Frühlingsputz zwischen explodierenden Planeten.

RandyMeeks

Es gab nicht viel, was mich gestört hat.

Spoiler zum Lesen Text markieren

- Thor krieg "sein" Auge wieder. Schade, ich fand Thor mit Augenklappe toll. Auch Helden kriegen Schrammen - wäre eine tolle Aussage. Stattdessen zaubert Rocket ein Auge aus seinem Hintern (buchstäblich) und schwuppdiwupp, blinzelt Thor wieder auf beiden Glubscherchen.
- Die Tatsache, dass bereits weitere Filme angekündigt worden sind, unter anderem auch von Spider-Man und Black Panther, lassen (mich) deren Tod relativ kalt. Sie kommen ja wieder.
- Black Widow und Falcon passen mir so gar nicht in den Endkampf. Nataschas Skills in Ehren und ich finde sie auch eine verdammt coole Sau, aber sie ist schlussendlich "nur" ein Mensch und dürfte gar nicht solange leben an der Front. Dasselbe mit Falcon. Ein normaler Kerl in einem Suit zum Fliegen... Da vermisse ich einen Daredevil, welcher (zumindest ein bisschen enhanced ist) auf Augenhöhe mit den beiden locker mithalten könnte.
- Vision. Der Kerl besitzt einen Infinity Stone und ist absolut nutzlos. Der lässt sich wie ein Punching Ball durch denn Film prügeln und bettelt in jeder zweiten Szene um den Tod.

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