Astérix: Le secret de la potion magique (2018)

Astérix: Le secret de la potion magique (2018)

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks
  1. 85 Minuten

Filmkritik: ...und ewig fliegen die Römer

Schwein(e) muss man haben.
Schwein(e) muss man haben.

Noch immer leistet ein kleines Dorf in Gallien den Römern unbändigen Widerstand. Matchentscheidend ist dabei natürlich der Zaubertrank von Miraculix, dessen Rezept nur der Druide kennt. Als Miraculix eines Tages beim Mistelschneiden von einem Baum fällt, beginnt er über die Zukunft des Dorfes nachzudenken. Denn ewig wird er nicht leben. So beschliesst Miraculix, nach einem Nachfolger zu suchen, dem er das Rezept des Zaubertrankes anvertrauen kann.

Miraculix und Obelix leiden an Montag.
Miraculix und Obelix leiden an Montag.

Doch diese Suche lockt auch den finsteren Dämonix aus seinem Loch. Dieser hat sich dunklen Mächten verschrieben und würde nur allzu gerne die Formel des Zaubertranks in seinen Besitz kriegen, um sie dann unter anderem den Römern zu verkaufen. Das können Miraculix, Asterix und Obelix natürlich nicht zulassen. Doch Dämonix ist geschickt und plant mit Hilfe eines talentierten Jungdruiden, die Gallier zu überlisten.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks - ist ein weiteres gelungenes Abenteuer mit den beliebten Galliern. Mit viel Situationskomik und einem guten Bösewicht lassen die beiden Filmemacher Louis Clichy und Alexandre Astier den Vorgänger (Asterix im Land der Götter) hinter sich, auch wenn das Ende etwas zu viel des Guten ist und mit der Satire deutlich zurückgefahren wurde.

Anders als noch das letzte Asterix-Abenteuer, Im Land der Götter, basiert der zehnte Gallier-Animationsfilm nicht auf einem bestehenden Comic. Co-Drehbuchautor und Regisseur Alexandre Astier durfte sich eine eigene Geschichte ausdenken. Er wollte laut eigenen Worten die Figuren mit einer Situation konfrontieren, die es bisher noch nicht gab: Was wäre, wenn Miraculix den Zaubertrank nicht mehr herstellen könnte? Dass diese Ausgangslage neu ist, wie Astier behauptet, ist natürlich Blödsinn, denn eine ähnliche Geschichte gab es schon bei Operation Hinkelstein. Doch trotzdem ist dieser zweite aus dem Computer kommende Asterix-Animationsfilm wieder ein gelungener.

Dabei profitiert Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks von einem (un-)anständigen und gelungenen Bösewicht - auch wenn das Design demjenigen des Sehers im bereits erwähnten Operation Hinkelstein ganz ähnlich ist. Dieser Dämonix ist bedrohlich und hinterlistig, wie es sich für einen Fiesling gehört, auch wenn sein Plan unmöglich kompliziert ist.

Für bekannte und beliebte Elemente ist natürlich auch wieder Platz. Die Piraten sinken, der Schmid zofft sich mit dem Fischverkäufer und die Römer halten immer noch gerne einen Schwatz untereinander, bevor sie von den Galliern wieder kilometerweit durch die Luft gehauen werden. Neben vielen alten Bekannten hat das Dorf jedoch in der Person eines kleinen cleveren Mädchens auch erfreulichen Zuwachs erhalten. Diese Figur hält in einigen Szenen den alten Säcken dieser vornehmlich durch Männer dominierten Welt auch mal indirekt den Spiegel vor. Wirklich bös-satirisch wird es hingegen selten - was noch eine Stärke des Vorgängers war. Einfach nur zuckersüss ist derweil ein kleines Wildschwein-Baby, das fröhlich durch die Wälder hüpft und dem man nicht mal böse sein kann, wenn es den Stein mit Dämonix ins Rollen bringt.

Die Geschichte ist weiter angereichert mit jeder Menge Situationskomik, bei der oft laut herausgelacht werden kann. Vor allem die mit einer Montage vorgetragene Suche nach einem Miraculix-Nachfolger bringt einige Seitenhiebe auf popkulturelle Phänomene wie in einem Fall sogar auf das Christentum mit sich. Am besten ist diese Asterix-Geschichte jedoch, wenn sie sich auf das Einfache und Simple konzentriert.

Im krassen Gegensatz dazu steht das grosse Finale, das leider mehr an grosse Blockbuster-Reihen wie Pacific Rim und Transformers erinnert und nicht mehr viel mit Charme zu tun hat. Da hätte man die Kirche schon etwas mehr im Gallier-Dorf lassen können - obwohl, mit Religion haben es die von Caesar genannten Barbaren ja nicht so. Neuer Versuch: In diesem Fall hätte man Oberlix' Wildschwein-Vorratskammer im Gallier-Dorf lassen können. Auch wenn also nicht ganz mit den früheren Animationsfilmen mitgehalten werden kann, lohnt sich für alle Altersgruppen auch im Jahre 2019 ein Besuch bei Asterix und Obelix.

/ crs