American Animals (2018)

American Animals (2018)

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  2. 116 Minuten

Filmkritik: Bei Clooney ging's doch so einfach!

Ocean's 4
Ocean's 4 © Ascot Elite

2004 wird in Kentucky ein Überfall auf eine Bibliothek durchgeführt, von dem man noch lange sprechen sollte. Die Studenten Spencer (Barry Keoghan) und Warren (Evan Peters) sind gelangweilte Schüler der Universität, die den Kick in ihrem Leben suchen und deshalb etwas auf die Beine stellen wollen, das ihnen nicht nur Nervenkitzel und Adrenalinschübe, sondern auch einen schönen Haufen Geld einbringen soll.

Uns erkennt keiner!
Uns erkennt keiner! © Ascot Elite

In der lokalen Bibliothek sind seltene Bücher ausgestellt, die zwar bewacht werden, aber auch lukrative Verdienste beim Verkauf ermöglichen sollen - darunter John James Audubons "The Birds of America". Die beiden Studenten heuern den sportlichen Chas (Blake Jenner) und den für die Planung und Organisation zuständigen Erik (Jared Abrahamson) an und machen sich als Quartett an die Planung des Raubes. Da sie ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet vorwiegend aus Kriminalfilmen und Büchern haben, müssen sie bald herausfinden, dass so ein Coup doch schwerer ist als angenommen.

American Animals basiert auf einer wahren Geschichte und bringt die realen Menschen von damals wieder vor die Kamera. Die Handlung wird allerdings von Schauspielern nachgespielt. Diese Mischung zwischen Echttätern und Schauspielern macht American Animals interessant und spannend. Die Einschübe und Kommentare helfen, die Hintergründe der Tat zu verstehen, und spätestens wenn der Film beim Vorfall mit der Bibliothekarin seine "Unschuld" verliert, geht der Weg geradewegs zum Drama. Das passt und überrascht - und hätte man von diesem Film in dieser Qualität nicht erwartet.

Heist-Filme können witzig, leicht und stimmig sein. Das haben uns die Macher von Filmen wie Ocean's Eleven eindrucksvoll bewiesen. Dass es aber eben auch anders gehen kann, wenn man amateurhaft und relativ unvorbereitet an die Sache rangeht, zeigt uns American Animals unter der Regie von Bart Layton (The Imposter), der wahre Begebenheiten aufnimmt und sie eindrücklich und spannend umsetzt.

Wir wähnen uns in einer Dokumentation, wenn American Animals startet. Die echten Involvierten von damals kommen zu Wort. Eltern, Lehrer und natürlich die Haupttäter geben ihre Ansichten wieder, während sich ihre Aussagen langsam in einem Spielfilm verlaufen. Dieser stellt Studenten in den Mittelpunkt, die sich schlichtweg überschätzen. Das ergibt einen anfänglich etwas harzigen Storybogen, der sich aber mit zunehmender Filmdauer flott und flüssig entwickelt. Immer wieder wird er unterbrochen von Kommentar-Einschüben der Beteiligten, die sich entschuldigen, rechtfertigen oder auch widersprechen.

Mit den Jungstars Barry Keoghan (Psychobub in The Killing of a Sacred Deer) und Evan Peters (Quicksilver in X-Men: Apocalypse) hat man zwei bekannte Aushängeschilder verpflichtet, die den Karren ziehen. Unterstützt wird das Duo von Blake Jenner (kennen wir aus Supergirl) und Jared Abrahamson, wobei ihre Figuren schon im Schatten der Kollegen stehen. Dass wir auch noch einen kleinen Blick auf Udo Kier werfen können, ist nett, aber total überflüssig...

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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