Adrift (2018/I)

Adrift (2018/I)

Die Farbe des Horizonts
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  3. 96 Minuten

Filmkritik: Meer. Jung. Frau

Vor dem Sturm
Vor dem Sturm

1983: Die junge Tami (Shailene Woodley) hat ihre Heimat im kalifornischen San Diego verlassen, um die Welt zu bereisen. Dies tut sie meist auf Schiffen, und so landet sie eines Tages auf Tahiti, wo sie den erfahrenen Segler Richard (Sam Claflin) kennenlernt. Die beiden verstehen sich schnell allerbestens und werden ein Paar. Gemeinsam beschliessen sie, mit einem Segelboot in See zu stechen, um ein Abenteuer zu erleben. Doch dieses Abenteuer wird zum grossen Albtraum, als sie weitab von Land in einen Hurrikan geraten, bei dem beide das Bewusstsein verlieren.

Nach dem Sturm
Nach dem Sturm

Als Tami aufwacht, befindet sie sich zwar noch an Bord des ziemlich demolierten Schiffes, doch von Richard fehlt jegliche Spur. Sie findet ihn zwar nach einer Weile, wie er sich am kleinen Rettungsboot des Schiffes klammert, doch ist er schwer verletzt. Ganz alleine und ohne Kontakt zum Festland versucht Tami nun alles Mögliche, um sich und Richard zu retten. Aufgrund langsam schwindender Vorräte und Richards Verletzungen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Adrift ist die packende Umsetzung einer wahren Geschichte. Der Umstand, dass dies tatsächlich passiert ist, nimmt dem Film zwar etwas die Spannung, doch gefällt das neuste Werk von Baltasar Kormákur (Everest) trotzdem dank des Paares Shailene Woodley/Sam Claflin, bei dem die gegenseitige Chemie stimmt.

Baltasar Kormákur scheint ein Fan von wahren Geschichten zu sein, in denen Menschen in widrigen Wetterzuständen gegen die Natur und den eigenen Tod kämpfen. Am bekanntesten dürfte sein Bergsteiger-Drama Everest sein, in dem unter anderem Jake Gyllenhaal und Josh Brolin mitspielten. Viel kleiner beim Budget, aber nicht minder intensiv war sein isländischer Film The Deep aus dem Jahr 2012, wo es um einen Mann ging, der nach dem Kentern eines Fischerbootes in eiskaltem Wasser zu überleben versuchte. Kormákur weiss, wie er solche Storys packend umsetzen kann, und dies ist auch bei Adrift nicht anders.

Basierend tut das Ganze auf den Erlebnissen der Seglerin Tami Oldman. Dies nimmt dem Film zwar ein bisschen die Spannung - unwahrscheinlich, dass die von Shailene Woodley gespielte Tami die Torturen nicht übersteht, da ja jemand ihre Geschichte erzählt haben muss -, doch findet Kormákur Wege, dass man gespannt auf die Leinwand schaut.

Zum einen hat dies mit dem sympathischen Paar im Zentrum des Filmes zu tun. Woodley und Sam Claflin geben ein herziges Paar ab, dem man das Überleben wünscht. Zum anderen ist dies auch das Verdienst einer sprunghaften Erzählung: Der Film fängt nämlich in der Mitte an, also mit dem Erwachen von Tami nach dem Hurrikan. Es wird danach zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergesprungen, wobei uns beim Vergangenen die Charaktere ans Herz wachsen.

Das ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig und zugegebenermassen des Öfteren auch etwas holprig. Doch dank dieser Durchmischung ist der Film nicht so brutal in zwei Hälften (Vorgeplänkel und Drama) geteilt, was vor allem zu Beginn langweilig hätte sein können. So passiert immer etwas auf der dramatischen Ebene, sodass die 96 Minuten dann auch relativ schnell um sind. Und es entsteht ein mitreissender Film, der zu bewegen weiss.

/ crs

Kommentare Total: 2

yan

Adrift ist kitschig, keine Frage. Doch neben alldem Kitsch erzählt Kormakur eine tolle Geschichte, mit wunderschönen Bildern und einem starken Hauptdarsteller-Duo. Die Erzählstruktur ist gewöhnungsbedürftig, hat aber wie in der Kritik bereits erwähnt, den Vorteil, dass es nie langweilig wird.

crs

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