Wish Upon (2017)

Wish Upon (2017)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: Jeder Wunsch hat seinen Preis

"Ich wünsche mir..."
"Ich wünsche mir..."

Clare (Joey King) hat sich nach dem Selbstmord ihrer Mutter in einen introvertierten Teenager verwandelt und wird oft in der Schule von den coolen Mädchen gehänselt. Ihr Vater Jonathan (Ryan Philippe) hat seinen Job als Musiker hingeschmissen und macht es sich zum Hobby, im Müll der Nachbarschaft nach antiken Wertschätzen zu stöbern. Dabei stösst er auf eine mysteriöse asiatische Box: das perfekte Geburtstagsgeschenk für Clare.

"... einen neuen Pulli."
"... einen neuen Pulli."

Clare kann die Inschriften auf der Box nicht entziffern und fragt deshalb bei ihren Lehrern in der Schule nach. Angeblich soll es sich dabei um eine Wunschbox handeln. Clare lässt es sich natürlich nicht entgehen und wünscht sich etwas ganz Fieses für ihre Rivalin. Als der Wunsch am nächsten Tag in Erfüllung geht, hat Clare den Beweis, dass die Box echt ist. Sie rechnet aber nicht damit, dass jeder Wunsch seinen Preis hat...

Vorsicht, was man sich wünscht: Wish Upon ist ein unterhaltender, wenn auch ziemlich anspruchsloser Teenie-Horrorflick. Annabelle-Regisseur John R. Leonetti macht seine Arbeit ganz ordentlich, und trotz vorhersehrbarer Story und einigen nervenden Charakteren darf man sich auf ein paar kleine Überraschungen freuen.

Horrorfilme funktionieren ja bekanntlicherweise besser, wenn hinter all dem Blutvergiessen eine übergreifende Moral zu erkennen ist und die (überlebenden) Protagonisten ihre Lektion fürs Leben lernen. Bei Jugendlichen ist dieser Lerneffekt natürlich noch grösser. Wish Upon, dessen Konzept lose auf der legendären Kurzgeschichte "The Monkey's Paw" von William Wymark Jacobs basiert, bedient sich fast 1:1 dieser Ausgangslage, ohne dabei auch nur ansatzweise eine neue Richtung einschlagen zu wollen. Aber das ist völlig okay so.

Joey King, die schon bei Independence Day: Resurgence ums nackte Überleben kämpfen musste, mimt dabei trotz einer gewissen Selbstironie gekonnt die rebellische, in einem Gefühlschaos lebende Schülerin, die im Umgang mit der mysteriösen Wunschbox natürlich jeglichen Sinn für logisches Denken ignoriert. Es ist unschwer erkennbar, dass bei Wish Upon zwar eine gewisse Moral mitschwingt, der Teenie-Flick aber vor allem für Jumpscares und blutige Unterhaltung sorgen möchte. Charaktere agieren stellenweise echt hirnrissig und sind vielfach Opfer des oberflächlichen Drehbuchs, aber das verzeiht man dem Film gerne.

Selbst wenn Wish Upon spätestens ab der Mitte zu einem weiteren Final Destination wird und sich einige Dinge etwas lustlos wiederholen, ist man doch irgendwie gespannt, wie's endet. Klar, dieser Film hätte definitiv etwas mehr Ecken und Kanten vertragen, und man hätte Ryan Philippe als lachhafte Vaterfigur (!) echt ersetzen können, aber in der Hoffnung, dass aus Wish Upon kein neues Franchise mit unzähligen Sequels entsteht, drücken wir hier ein Auge zu.

/ woc