Wilde Maus (2017)

Wilde Maus (2017)

Dem Musikredakteur Georg wird nach 25 Jahren beim Wiener Express gekündigt. Als er im Park seinem ehemaligen Mitschüler Erich begegnet, beschliesst er mit ihm, sich an seinem ehemaligen Chef zu rächen. Dabei werden aus kleinen Sachbeschädigungen schnell mal grössere Geschichten.

Regie
Darsteller
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Genre
, ,
Laufzeit
103 Minuten
Produktion
, 2017
Kinostart
- Verleiher: Frenetic
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IMDb, TMDb
Thema
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Trailer Deutsch, 02:08

Das Leben ist eine Achterbahn

Berlinale 2017

Der gefeierte österreichische Schauspieler und Kabarettist Josef Hader ("Der Knochenmann") hat sein Regiedebüt inszeniert und durfte es gleich auf der Berlinale vorstellen. Hier kommt unsere Kritik.

Kommentare Total: 2

Gerd Jüttner

Wilde Maus startet am Donnerstag im Kino

Enge Kurven ohne Überhöhung, das Gefühl dabei aus der Kurve getragen zu werden, das ist die Wilde Maus auf Jahrmärkten und im Prater. Im gleichnamigen Film (Drehbuch, Regie, Hauptdarsteller: Josef Hader) gerät Georg auf diese Lebens-Achterbahn. Dem schonungslosen Musikkritiker wird überraschend gekündigt, weil er in den Augen seines Chefredakteurs zu viel verdient. Georgs viel jüngere Frau, eine Therapeutin (Pia Hierzegger), möchte ein Kind von ihm. Die Kündigung wird verheimlicht, er treibt sich im Prater rum, stösst auf einen alten Schulkameraden (Georg Friedrich), der die Wilde Maus übernehmen will.
Der zornige Georg unternimmt Rachefeldzüge gegen seinen Ex-Chef (Jörg Hartmann) und seine bürgerliche Weltgerät in Schieflage, die auf einen Höhepunkt zusteuert. Wird es ihn am Ende noch aus der Kurve tragen?

Josef Hader hat einen Film realisiert, der seinen Zorn, seine Wut und seine sich immer stärkere depressive Einstellung in beindruckende Bilder umsetzt, die er mit langen Einstellungen mosaikhaftig zusammensetzt. Viele der vorliegenden Kritiken werden dem Film nicht gerecht, wenn er etwa beim RBB verurteilt wird, es sei "nicht gerade eine Empfehlung für weitere Filmprojwekte mit Hader als alleinigem Regisseur und Drehbuchautor." Weit gefehlt, ich hoffe auf Filme von und mit ihm, denn- wie auf der Bühne- spielt er nicht seine Rolle, er lebt und durchlebt sie und zwar mit einer grandiosen den Zuschauer fesselnden Einsatz. Bei aller Ruppigkeit und Boshaftigkeit ich finde diese groteske Geschichte sehenswert, sie beeindruckt mich wie sein Erstlingswerk "Indien" mit Alfred Dorfer. Nicht jeder muss Hader und seinen verbitterten und bitterbösen Film mögen, ansehen sollte man ihn auf jeden Fall. Zumal die Schlusssequenz eine tiefe filmische und gelungene Verbeugung vor Truffauts "Schiessen Sie auf den Pianisten" ist. Allein diese Bilder werden jedem Zuschauer in bleiben- und was will ein Film mehr? Chapeau Joesef Hader! (c) Gerd Jüttner


Wilde Maus ab Donnerstag, 9. in der Schweiz und in Deutschland

jst

Filmkritik: Das Leben ist eine Achterbahn

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