Valerian and the City of a Thousand Planets (2017)

Valerian and the City of a Thousand Planets (2017)

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
  1. , ,
  2. , ,
  3. 137 Minuten

Filmkritik: Bunte Verschwörung im Weltraum

Was? Du hast seit einer Woche die selben Space-Socken an?
Was? Du hast seit einer Woche die selben Space-Socken an?

Valerian (Dane DeHaan) liegen nicht nur seine Aufträge am Herzen, sondern er hat es auch auf seine schöne Partnerin Laureline (Cara Delevingne) abgesehen. Nach ihrem letzten Einsatz bleibt aber keine Zeit, um die Beziehungsverhältnisse zu klären, denn die beiden Spezialagenten müssen sich auf eine Sondermission in die intergalaktische Megametropole Alpha begeben, eine Stadt, in der tausende Spezies aus allen Winkeln des Universums zusammenleben.

Möge die Haarpracht mit euch sein!
Möge die Haarpracht mit euch sein!

Auf Alpha gehen nämlich beunruhigende und mysteriöse Ereignisse vor sich, die sich auch Commander Arun Filitt (Clive Owen) nicht erklären kann, weshalb er eine Krisensitzung einberuft. Als die Ereignisse eskalieren, geraten Valerian und Laureline in ein fantastisches Abenteuer, welches eine viel grössere Bedeutung zu haben scheint, als beide zuerst angenommen haben.

Optisch teilweise berauschend und mit reichlich Kreativität, bietet Valerian and the City of a Thousand Planets die volle Packung Kinogenuss für den geneigten Zuschauer. Die visuellen Stärken täuschen dabei gut über den nur halbgar ausgearbeiteten Plot hinweg, welcher an nicht wenigen Stellen einen starken Hang zum Science-Fiction-Kitsch aufweist. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dürfte ein farbenfrohes und kurzweiliges Weltraumabenteuer erleben.

Luc Besson war offensichtlich sehr ambitioniert bei der Sache, als es um die Verfilmung der französischen "Valérian et Laureline"-Comics ging. Dies verwundert auch nicht, ist der Mann, dem wir Werke wie The Fifth Element oder Lucy zu verdanken haben, doch mit den Comics gross geworden und hegte schon lange den Wunsch, diese als Realfilm auf die Kinoleinwand zu bringen.

Diese Ambitionen merkt man Valerian auch kontinuierlich an, denn der Film strotzt nur so vor kreativen Einfällen, Figuren und Landschaften. Verpackt in farbenfrohe CGI-Effekte, wird den Zuschauernhier fast ohne Unterbrechung immer wieder etwas Neues auf den Sehnerv geknallt, und man fühlt sich manchmal wie in einem visuellen Mix vergangener Science-Fiction-Blockbuster.

Dieser optische Hochgenuss schrammt dabei oft scharf an der Grenze zur Überdosierung vorbei. Manche Szenen wirken einfach etwas zu exponiert und sind wohl einfach nur da, um eine noch fantastischere Figur oder Szenerie auf den Zuschauer loslassen zu können. Gleichzeitig sind die abwechslungsreichen Bilder aber auch eine der grössten Stärken der Produktion.

Denn so gewaltig, abwechslungsreich und schön wie die Inszenierung oft auch sein mag, so infantil geht der Film mit seiner Story und den Figuren darin hausieren. Grundsätzlich hätte die sich früh abzeichnende Geschichte sicher das Potenzial gehabt, um etwas Episches aufzufahren. Stattdessen begnügt man sich mit Randnotizen, Anspielungen und oft auch unlogischen Abläufen und überlässt die Bühne damit fast komplett den Effekten.

Zusammen mit dem oft hohen Tempo und einer etwas holprigen Love-Story, wirkt Valerian and the City of a Thousand Planets wie ein auf Hochglanz polierter Science-Fiction-Trash. Dieser ist aber so kurzweilig und mit so viel kreativem Charme inszeniert, dass man sich darüber eigentlich gar keinen Kopf machen sollte. Gehaltvoller als manch dumpfer Blockbuster, in dem sich transformierende Autos prügeln, ist der Film nämlich ganz sicher geworden.

/ rny

Kommentare Total: 8

yan

Fand den Film ziemlich cool. Etwas Anderes als gewohnt und durchs Band unterhaltsam. Sicher kein Meisterwerk und teilweise etwas gar kitschig, doch im Grossen und Ganzen kann einen Valerian wunderbar in seine Welt ziehen.

muri

Farbiges Geschwurbel ohne Inhalt. Optisch zwar okay, aber Story und Darsteller sehr schwach. Ebenfalls dauert das Ganze viel zu lang, die Spannung ist nicht vorhanden und der Film schläfert ein. Wie so vieles, was Besson in den letzten Jahren geboten hat. Er lebt von Ruhm vergangener Jahre und auch wenn Valerian der teuerste Euro-Film aller Zeiten ist, so lohnt sich ein Besuch nicht wirklich.

sma

Allein dafür, dass Valerian nicht wie andere Blockbuster ist, muss man ihn schon ein klein wenig mögen. Die Geschichte ist sehr simpel und nimmt sich immer mal wieder Auszeiten um kleine Abenteuer mit den beiden Hauptfiguren zu erzählen. Der Film ist auf eine positive Art albern, sowohl was die Dialoge als auch die Figuren angeht. Alles ist bunt und futuristisch, die Technik im 28. Jahrhundert hat etwas Magisches.

Dane DeHaan mag der bessere Schauspieler sein, aber Cara Delevingne ist wohl die Idealbesetzung für die Rolle der Laureline. Es gibt sicherlich Filmpaare mit einer besseren Chemie, aber die Beziehung der beiden erfüllt ihren Zweck. Der Prolog lässt mein Raumfahrerherz höher schlagen. Und auch die ersten Minuten auf dem tropischen Planeten sind sehr schön inszeniert.
Valerian and the City of a Thousand Planets ist ein leichter und unterhaltsamer Sommerblockbuster. Europäisches Independentkino, aber mit 200 Millionen Euro Budget.

Kommentar schreibenAlle Kommentare anzeigen