The Upside (2017)

The Upside (2017)

Mein Bester & Ich
  1. ,
  2. 126 Minuten

Filmkritik: Intouchables - The Remake

42nd Toronto International Film Festival
Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen.
Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen. © Ascot Elite

Der Ex-Häftling Dell (Kevin Hart) versucht, wieder in der Gesellschaft Fuss zu fassen, was jedoch alles andere als einfach ist. Wegen seiner Vergangenheit wird er bei der Jobsuche jeweils schnell abgelehnt. Trotzdem muss er es weiterhin versuchen - vor allem um keinen Ärger mit seinem Bewährungshelfer zu riskieren. So kommt es, dass Dell sich eines Tages um einen Job in einem New Yorker Hochhaus bewirbt. Durch ein Missverständnis landet er im Penthouse des vom Hals abwärts gelähmten Multimillionärs Phil (Bryan Cranston), der auf der Suche nach einem neuen Pfleger ist.

Dem lebensmüden Phil gefällt die freche Attitüde des planlosen Dell, und er stellt ihn kurzerhand ein. Dell weiss gar nicht, wie ihm geschieht und auch nicht genau, was seine Arbeit alles beinhaltet - was ihn auf Konfrontationskurs mit Phils Assistentin Yvonne (Nicole Kidman) bringt. Doch Dell lernt schnell, wobei zwischen ihm und Phil eine unglaublich dicke Freundschaft entsteht, die dem reichen Mann wieder etwas Lebensfreude bringt.

The Upside ist ein gmögiges Remake und beweist, dass die Franzosen mit Intouchables einen idealen Crowdpleaser geschaffen haben, dessen tolle Geschichte auch dem Miesgelauntesten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann. Das Duo Bryan Cranston/Kevin Hart überzeugt mit seiner Spiellust und schafft es fast im Alleingang, diese Neuauflage sehenswert zu machen.

Kommen wir gleich zur Sache: Nein, das US-Remake von Intouchables kommt nicht ganz an die lockere Verspieltheit des französisches Mega-Hits heran. Doch trotzdem ist der von Neil Burger inszenierte Streifen auf seine eigene Art sehenswert.

Diese Neuauflage profitiert ungemein von seinem Hauptdarsteller-Duo. Bryan Cranston als zuerst grummliger Mann, der ein Erwachen hat, gefällt ausserordentlich gut. Wie schon Cluzet kann Cranston in seinem Part nur mit dem Gesicht agieren, doch tut er dies durchs Band überzeugend - sein Lachen und vor allem sein "Wollt ihr mich verarschen"-Gesicht sind unbezahlbar. Sein Leinwandpartner, der sonst oft als Hampelmann agierende Kevin Hart, hat derweil angenehm ein paar Gänge zurückgeschaltet - auch wenn er in einer Szene in einer Dusche (das Badezimmerteil spricht Deutsch!) wie in den Ride Along-Filmen wild herumzappeln darf. Sogar die emotionalen Sequenzen meistert er ohne Probleme. Hart ist zwar kein Sympathiebolzen wie Omar Sy, doch hatte man sich wegen seiner Besetzung deutlich Schlimmeres ausgemalt. Nur die plötzliche Liebe seiner Figur für die Oper wirkt aufgesetzt.

Die entstehende Freundschaft zwischen Pflegefall und Pfleger geht dank den beiden Darstellern wie auch im Original zu Herzen, was wiederum die Stärke des Filmes von Olivier Nakache und Éric Toledano unterstreicht: eine solch berührende, auf wahren Begebenheiten beruhende Story kriegen nicht mal die Amis kaputt. Auch wenn sie es mit einer peinlichen Katheterszene durchaus versucht haben...

Änderungen wurden nicht viele vorgenommen. Mit der Besetzung von Nicole Kidman wurde die Rolle der Assistentin etwas ausgebaut und in einem lustigen Subplot darf sich Pfleger Dell als Maler und Kunsthändler versuchen. Getanzt und geflogen wird natürlich auch hier, wobei dies den gleichen Grinseeffekt wie beim Original zur Folge hat.

So ist The Upside ein richtiger Crowdpleaser, der niemandem weh tut und einen mit einem Lächeln wieder entlässt. Ein Remake, dass man nicht wie viele andere verteufeln sollte, sondern sich durchaus ansehen kann.

The Upside ist ein Film der The Weinstein Company. Nach dem Bekanntwerden der Skandale um Boss Harvey Weinstein im Oktober 2017 ist nun nicht klar, was mit dem Film passieren, bzw. wann und wie er veröffentlicht wird. Wir haben den Film an seiner Weltpremiere am Toronto-Filmfestival im September 2017 gesehen.

Chris Schelb [crs]

Chris arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Seit er als Kind in einen Kessel voller Videokassetten gefallen ist, schaut er sich mit viel Begeisterung alles Mögliche an, wobei es ihm die Filmfestivals in Cannes und Toronto besonders angetan haben.

  1. Artikel
  2. Profil
  3. E-Mail
  4. Twitter
  5. Instagram
  6. Letterboxd

Kommentare Total: 2

yan

Das US-Remake zu Intouchables ist besser als erwartet. Cranston und Hart machen ihre Sache mehr als solide und die Story ist ja eh schon bekannt. Natürlich hätte es das Remake nicht gebraucht, doch wenigstens stimmt hier auch die Qualität.

crs

Filmkritik: Intouchables - The Remake

Kommentar schreiben