The Super (2017)

The Super (2017)

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  2. 90 Minuten

Filmkritik: Iceman auf Abwegen

Was guckst du?
Was guckst du?

Phil (Patrick John Flueger) ist verwitwet und sucht mit seinen zwei Töchtern Violet (Taylor Richardson) und Rose (Mattea Conforti) eine Arbeitsstelle, wo sie auch gleich wohnen können. Im grossen Hochhaus in Manhattan scheint er genau diese Kombination gefunden zu haben. Künftig soll Phil als Teil des Hausmeisterteams, als «Super», für Ordnung sorgen, Glühbirnen auswechseln, putzen und den Müll entsorgen. Das dunkle Gebäude mit den schlecht beleuchteten und langen Gängen macht zwar keinen freundlichen Eindruck, aber immerhin hat die Familie ein Dach über dem Kopf, auch wenn sie im Keller in Schlafsäcken übernachten muss.

Gretel vor dem Hexenofen
Gretel vor dem Hexenofen

In diesem unfreundlichen Haus verschwinden Leute. Sei es eine alte Frau mit Hund oder andere Bewohner - ausser Blutspuren, die der Manager schnell verwischt, findet man keine Spuren der Verschwundenen. Phil versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen und geistert deshalb viel im Kellergewölbe rum, in dem ein grosser Ofen steht und in dem vor allem Walter (Val Kilmer) daheim ist. Dieser kurrlige und ungepflegte Kerl muss doch Dreck am Stecken haben! Als er sich auch noch den Mädchen von Phil nähert, muss dieser handeln. Dabei hat er keine Ahnung, wer und was wirklich hinter diesen Morden steht.

The Super schaut man sich an, um Val Kilmer mal wieder zu sehen. Der gute Mann sieht schlimm aus, holt sich aber seine Szenen ab und ist sowas wie das Highlight in einem nur sehr bedingt spannenden Thriller. Der gute Start täuscht etwas über die Zähigkeit hinweg, die danach geboten wird, wodurch auch der Twist ziemlich unspektakulär verpufft.

In den Achtizgerjahren war Val Kilmer eine grosse Nummer. Filme wie Top Gun oder The Doors machten ihn zum Megastar, von dem heute nicht mehr viel zu sehen ist. Durch eine Krebserkrankung geschwächt - und deswegen in The Super auch fremd-synchronisiert - macht Kilmer einen ausgemergelten Eindruck, was ironischerweise hervorragend zum Charakter passt, den er zu spielen hat. Obwohl mit seinem Namen Werbung für den Film gemacht wird, hat er aber leider nur eine unterstützende Rolle übernommen.

Im Mittelpunkt steht Patrick John Flueger, der sich vor allem durch Rollen in TV-Serien einen Namen gemacht hat. Sein Charakter wird in The Super einigem Unheimlichem ausgesetzt, sorgt sich deswegen stets um seine Töchter und muss sich mit mysteriösen Gestalten rumschlagen, bevor ihm schliesslich klar wird, was da genau abläuft. Diese Aufgabe meistert er solide und anständig, so dass wir durchaus auch künftig wieder von ihm hören könnten. Zumal ganz zart ja auch ein Sequel angedeutet wird. Wobei das dann schon etwas des Guten zuviel wäre.

Die Story zieht ihre Faszination aus der Lokation: das dunkle Haus, die langen Gänge, schlechtbeleuchtete Ecken und eine Gruppe Menschen, von denen sich jeder mehr als verdächtig benimmt. Damit kann man arbeiten, und der deutsche Regisseur Stephan Rick (The Dark Side of the Moon) bringt einen Thriller, der spannend beginnt, in der Mitte deutlich nachlässt und am Ende eine Auflösung präsentiert, die nicht ganz aufgeht. Zumal sie relativ schnell und unspektakulär abgespult wird.

/ muri