The Shack (2017)

The Shack (2017)

Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott
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  2. 132 Minuten

Filmkritik: Zwiegespräche, die nicht enden wollen

Da oben auf der Wolke sitzt er!
Da oben auf der Wolke sitzt er! © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Mack Phillips (Sam Worthington) hat mit Gattin Nan (Radha Mitchell) eine wunderbare Familie gegründet. Drei Kids, viel Liebe und Freude und das Leben könnte eigentlich kaum besser sein. Bei einem Campingtrip allerdings schlägt das Schicksal unbarmherzig zu. Während Mack seinen Sohn vor dem Ertrinken rettet, verschwindet die kleine Missy (Amélie Eve) am Ufer spurlos. Ihre Leiche wird später in einer alten Hütte im Wald gefunden und die Welt von Mack bricht komplett in sich zusammen.

Nachher laufen wir übers Wasser!
Nachher laufen wir übers Wasser! © Ascot Elite Entertainment Group. All Rights Reserved.

Halt in solchen Situation sollte ihm eigentlich der liebe Gott geben, doch dieser stellt Mack nicht nur in diesem Fall vor vollendete Tatsachen. Doch nun scheint sich etwas in dieser Sache zu bewegen, denn Mack hat einen Brief von "Papa" bekommen. Damit ist nicht etwa Macks eigener Vater gemeint, zu dem er ein recht angespanntes Verhältnis hat, sondern Gott höchstpersönlich. Im Brief wird Mack in die ominöse Hütte am See eingeladen, wohin er sich nach einigen Umwegen auch begibt. Wer in dort erwartet und was das Ganze für einen Sinn macht, wird Macks Leben einmal mehr komplett über den Haufen werfen.

Wer die Möglichkeit hat - und sich für die göttliche Thematik interessiert- , sollte sich wohl lieber den Roman von William P. Young als Lektüre besorgen. Denn die Filmumsetzung ist leider recht zäh geworden und bringt nur am Anfang und gegen Ende wirklich interessantes Material auf die Leinwand. Dazwischen ist eine hohle Masse, die zwar für Diskussionsstoff sorgen könnte, aber dann doch die entsprechende Vorbereitung braucht. Ausserdem ist The Shack mit über zwei Stunden Laufdauer schlichtweg zu lang.

Die Romanvorlage für The Shack war ein gigantischer Erfolg und führte Buchhitparaden für längere Zeiten an. Nun hat man diese Story für einen Film zurechtgestutzt, die Regie dem Neuling Stuart Hazeldine anvertraut und mit Sam Worthington (Avatar), Octavia Spencer (Hidden Figures) und Country-Legende Tim McGraw besetzt. Ob das für einen guten Film reicht?

Die erste halbe Stunde von The Shack ist interessant und lanciert die Story optimal. Spätestens aber nach dem Verschwinden des herzigen Töchterchens kommt der Film ins Stocken. Zwar ist es verständlich, dass Trauer und Wut sowie Hilflosigkeit in solchen Situationen in den Mittelpunkt rücken, jedoch verliert die Geschichte zunehmend an Tempo und Intensität. Da hilft es auch nicht, dass die Darsteller solide Jobs abliefern.

Viele Dialoge und Diskussionen, die Suche nach dem Sinn und Unsinn sowie gewöhnungsbedürftige Figuren in der Hütte, machen The Shack schlussendlich zu einem Film, der viel Sitzfleisch erfordert. Die Thematik mag sicherlich für den richtigen Zuschauer interessant sein, allerdings wird schlichtweg jedes Problem und jedes Hindernis in Grund und Boden geredet. Erst gegen Ende versucht man den Bogen zum Anfang wieder zu schliessen, doch bis dahin ist die Luft leider längst draussen.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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