Pitch Perfect 3 (2017)

Pitch Perfect 3 (2017)

  1. ,
  2. 93 Minuten

Filmkritik: Cheap Thrills

Girls United
Girls United

Die Bellas sind nach dem College in der Realität angekommen. Stressige Alltagsjobs zehren an den Nerven der ehemaligen Bühnenstars. Zumindest Beca (Anna Kendrick) darf als Musikproduzentin ihrer Leidenschaft nachgehen, während zu Hause in der WG "Fat Amy" (Rebel Wilson) auf sie wartet. Dank einer Einladung von Emily (Hailee Steinfeld), der neuen Anführerin der Barden Bellas, treffen sich die Freundinnen endlich wieder bei einem Konzert. Die Reunion ist der Beginn eines neuen Abenteuers für die A-cappella-Gruppe.

Aca-Awesome!
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Dank der der familiären Beziehung von Aubrey (Anna Camp) zum US-Militär werden die Bellas auf eine Konzerttour durch Südeuropa eingeladen. Dort sollen sie nicht nur die Truppen unterhalten, DJ Khaled ist auch auf der Suche nach einer neuen Vorgruppe. Die wettbewerbserprobten Damen von der Barden University bekommen es diesmal allerdings mit richtigen Bands zu tun. Und natürlich dürfen auch die beiden Kommentatoren und A-cappella-Fans John (John Michael Higgins) und Gail (Elizabeth Banks) nicht bei dem Trip fehlen.

Pitch Perfect 3 ist eine harmlose Komödie und ein netter Abschluss der Filmreihe. Der Fokus liegt mehr auf den persönlichen Problemen der Mädchen als auf dem Bühnenprogramm. Wobei man nicht auf bekannte Elemente wie das Riff-off verzichtet. Für Lacher sorgen nicht nur die spitzen Kommentare von John und Gail, sondern auch die derben Sprüche von Fat Amy. Die A-cappella-Versionen von neuen Popsongs sorgen für genug Abwechslung von der völlig überladenen Geschichte.

Um die Universität endgültig hinter sich zu lassen, zieht es die Barden Bellas diesmal komplett nach Europa. Wirklich europäisch wird es im Film allerdings nicht, die Action spielt sich eher auf der Bühne ab als in Strassen von Südfrankreich. Im finalen Teil der Reihe darf Trish Sie (Step Up: All In) die Rolle der Chorleiterin übernehmen, mit dem Ziel, die Bellas in ihr Erwachsenenleben zu entlassen.

Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf Becca und Amy, wobei Unzufriedenheit im Job und Vaterkomplexe auch die anderen Mitglieder der Gruppe beschäftigten. Vom kurzen Flirt bis zur Schwangerschaft bekommt fast jede Bella ihre kleine Nebengeschichte. Wirklich interessant wird es inhaltlich aber selten. Es sind einfach zu viele Figuren, die ihren Teil von den kurzen 93 Minuten Film haben wollen. Dementsprechend kleiner ist auch der musikalische Teil im Film. Mashups hört man nur noch im Riff-off-Wettbewerb. Bei den grossen Bühnenshows setzt man eher auf das konventionelle Feuerwerk als auf das Musikalische. Zumindest bei der Songauswahl hat man mit Sia und Britney Spears die richtigen Vorlagen gewählt. Die anderen Bands sorgen zudem für eine angenehme Genrevielfalt.

Dass sich der Film sich selbst nicht ganz ernst nimmt, merkt man vor allem am Humor. Ein verletzender Spruch über Vaterkomplexe wird zur Lachnummer, wenn er von Fat Amy kommt. Auch vom Kommentator John hört man sehr sexuelle und derbe Sprüche, während sich Elizabeth Banks mit ihrem Overacting auf einer ganz eigenen Metaebene befindet. Die kleinen liebenswerten Anspielungen wie ein "Cup" in der Handtasche sind leider in der Minderheit. Und auch der actionreiche dritte Akt orientiert sich am Zeitgeist des Genres, ohne einen wirklichen Mehrwert zu bieten.

Pitch Perfect 3 ist eine harmlose Komödie, die abseits der Bühne nicht immer den richtigen Ton trifft. Angeführt von Superstar Anna Kendrick wird die Geschichte der Bellas zu einem für alle befriedigendem Ende gebracht. Der Film lässt keine Atempause, und auch dank des charmanten Casts wird man über weite Strecken gut unterhalten.

/ sma