Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge (2017)

Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge (2017)

Pirates of the Caribbean: Salazars Rache
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  2. 129 Minuten

Filmkritik: Auf der Jagd nach dem Spatz

My Precioussss!
My Precioussss! © The Walt Disney Company Switzerland

Vor langer Zeit hatte sich der spanische Captain Salazar (Javier Bardem) geschworen, die Weltmeere von Piraten zu säubern. Seine Aufgabe erledigte er mit Brutalität, ohne Gnade und sehr erfolgreich, bis ihm der junge Pirat Jack (Johnny Depp als Spezialeffekt) eine tödliche Falle stellte. Seither existiert Salazar im Dunkeln und wartet mit seiner Geistermannschaft auf den richtigen Moment, um seine Rache zu vollziehen. Doch dafür muss dieser Jack erst einmal seinen Kompass aus der Hand geben...

Rasier dich mal, du Sack!
Rasier dich mal, du Sack! © The Walt Disney Company Switzerland

Der junge Henry wächst ohne seinen Vater auf. Dieser wurde verflucht, und der Bub versucht seit Jahren schon eine Möglichkeit zu finden, diesen Fluch zu brechen. Nun ist Henry (Brenton Thwaites) einer Lösung nah, braucht aber die Hilfe der Astronomin Carina (Kaya Scodelario), die ihm helfen soll, den geheimnisvollen und sagenumwobenen Dreizack des Poseidon zu finden. Mit diesem soll nämlich jeder Fluch gebrochen werden, und ausserdem hilft er gegen Untote, was dem stets beschwipsten Captain Jack Sparrow (Johnny Depp ohne Spezialeffekte) in die Hände spielt, der sich von Captain Salazar verfolgt sieht.

Und wenn das nicht alles wäre, haben sich auch noch die Briten und Captain Barbossa (Geoffrey Rush) an die Fährte der Suchenden gehängt, um ebenfalls zuerst am Dreizack zu sein und dessen Kraft nutzen zu können. Dumm einfach, dass es keine eigentliche Schatzkarte gibt und einmal mehr viel improvisiert werden muss...

Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge ist ein netter fünfter Teil geworden, der mit inhaltlichen Längen zu kämpfen hat, dafür aber zwischendurch an die lustigen und abenteuerlichen ersten Filme der Reihe erinnert. Action, Abenteuer, Grusel, Geister und Humor fehlen nicht, werden aber zeitweise recht plump eingesetzt und mit dem Holzhammer präsentiert. Ausserdem macht der "junge" Sparrow als Spezialeffekt schlichtweg keinen guten Eindruck. Wem das alles aber egal ist, der darf sich auf 130 Minuten Piratenaction mit seinem Lieblings-Seeräuber freuen!

Als 2003 Pirates of the Caribbean in die Kinos kam und uns "gute alte" Piratenabenteuer präsentierte, ahnte man bereits, dass es wohl nicht bei einem einzigen Ausflug aufs offene Meer bleiben würde. Der Film, mit dem Johnny Depp endgültig zum Weltstar wurde, spielte enorm viel Geld ein und die Sequels liessen nicht lange auf sich warten. Dass dabei die Qualität der Filme stetig abnahm und auch die Zuschauer nicht mehr ganz so euphorisch in die Kinos rannten, schien man zu akzeptieren, denn nun folgt mit Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge bereits der fünfte Teil der Reihe. Ein Ende ist offenbar weiterhin nicht in Sicht, denn der Film lässt die Chancen auf weitere Abenteuer offen...

Anfänglich waren es flotte Piratengeschichten, dann kam der grosse Seeräuberzusammenschluss und schlussendlich die düstere Suche nach dem Jungbrunnen. Auch in Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge hat man sich auf die dunkle Seite begeben und bietet mit Javier Bardem (Skyfall) einen Geistercaptain, der mit seiner SFX-Bande die (Anti-)Helden jagt. Dass der Spanier dabei eigentlich viel mehr könnte als böse zu grummeln und bedrohlich in die Kamera zu schauen, wurde einfach ignoriert.

Die gute Seite wird, natürlich, angeführt von Johnny Depp, der seinen Captain Sparrow in gewohnt betrunkener und schräger Art gibt. Eine Weiterentwicklung des Charakters sucht man allerdings vergebens, wobei seine Sprüche zwischendurch schon fast das Niveau der ersten Filme erreichen. Obwohl Sparrow im Mittelpunkt steht, hat man ihm frische Figuren an die Seite gestellt: einen hübschen Jüngling (blass: Brenton Thwaites aus Gods of Egypt) und ein aufmüpfiges Fräulein (nicht viel besser: Kaya Scodelario aus The Maze Runner), die dem Star aber nie das Wasser reichen können und in ihrer eigenen verzwickten Story etwas untergehen.

Wenn die Story schon schwankt und die Hauptfiguren nicht so richtig greifen, dann muss man auf Geheimwaffen setzen, die natürlich längst keine mehr sind. So holt sich Geoffrey Rush die besten Momente ab und bleibt die interessanteste Figur - wo bleibt eigentlich Barbossas eigener Film? Auch in Sachen Gastauftritte darf man sich auf Überraschungen freuen, wobei derjenige von Ex-Beatle Paul McCartney inzwischen bekannt geworden ist. Ob überflüssig oder nicht, das sei dahingestellt. Zudem kommen noch andere Figuren vor, die hier aber nicht verraten werden, aber für ein (kleines) "Ooh" sorgen dürften.

Auch wenn wir nicht bei Marvel sind, gibt es bei Pirates of the Caribbean: Salazar's Revenge am Ende, nach dem langen Abspann, noch eine Extra-Szene zu sehen. Wer also noch etwas Zeit hat - sitzen bleiben!

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Kommentare Total: 9

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Die Actionszenen sind spassig und unterhaltsam inszeniert. Der Rest eher Leerlauf. Man merkt das die Reihe ausgelutscht ist. Trotz der guten Musik und Javier Bardem gibts noch drei Sterne. Besser als der grottige vierte Teil.

db

Kam mir irgendwie vor wie Fast and Furious 8. Man nehme bekannte Elemente, die im ersten Teil funktioniert haben, mische sie etwas herum und packe sie in eine ähnliche Rahmenhandlung wie sie auch in den vergangenen Filmen funktioniert hat. Wieder sucht eine Halbwüchsige Nase mit einem Mädel im Schlepptau nach etwas - irgendwelche tote Piraten jagen ebendiese und Jack hampelt und murmelt sich irgendwie durch die Handlung und ist wenigstens nicht so penetrannt wie im vierten Teil.

Insgesamt sicher eine witzige Mischung aus den Elementen, welche die Serie populär gemacht haben, aber unter dem Strich ein ziemlich überraschungsloses wiederkäuen von bekannten Story Elementen, nur ist es dieses Mal nicht eine Truhe mit Münzen, sondern eben ein Dreizack.

Von dem her, wem Pirates gefällt, wird hier solide Unterhaltung finden, wem der 4. Teil schon aus dem Hals heraus hieng, der wird auch hier nicht weiter überrascht.

AscendingFlame

Zum Glück um einiges besser als der grauenhafte vierte Teil. Leider kommt er trotzdem immer nicht an die ersten drei Teile ran, obwohl schon ein paar gute Ansätze drin waren.
Nur der junge Jack Sparrow aus dem Computer war echt grausig. Kann man sich diese Dinger nicht sparen und einfach einen Jungdarsteller besetzen? Wen kümmert's schon, wenn er Jack Sparrow "nur" ähnlich sieht?

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