Overdrive (2017)

Overdrive (2017)

  1. ,
  2. 96 Minuten

Filmkritik: The Fast and the Fast

Sunglasses: For Men Only
Sunglasses: For Men Only © Impuls Pictures AG

Die Halbbrüder Andrew (Scott Eastwood) und Garrett Foster (Freddie Thorp) sind meisterhafte Autodiebe. Doch nun haben sie es sich mit dem Falschen verscherzt. Als sie an der französischen Riviera ein Auto des lokalen Gangster Jacomo Morier (Simon Abkarian) klauen, befinden sie sich wenig später in dessen Gewalt. Wenn sie am Leben bleiben wollen, sollen sie einen besonderen Ferrari von Moriers Erzfeind Max Klemp (Clemens Schick) stehlen. Ein Himmelfahrtskommando, ist Klemp doch für seine Rücksichtslosigkeit und seine perfekte Security bekannt.

Das Herz rücklings erstochen.
Das Herz rücklings erstochen. © Impuls Pictures AG

Da davonrennen kein Thema ist, machten sich Andrew und Garrett ans Werk und stellen dabei ein Team von jungen Autodieben zusammen, mit denen der Coup gelingen könnte. Doch als dann plötzlich auch noch Interpol bei ihnen vorstellig wird, scheint die Luft für die Halbbrüder immer dünner zu werden. Wird es ihnen gelingen den Ferrari zu stehlen und gleichzeitig die Gesetzeshüter sowie Klemp irgendwie zu überlisten?

Das B-Movie Overdrive bietet rasante Actionszenen mit traumhaften Autos, dank denen die Fans der ersten Fast and Furious-Filme auf ihre Kosten kommen werden, während der Heist-Plot ein paar nette Überraschungen bereithält. Kein grosser Wurf, aber für 96 kurzweilige Minuten ist auch dank eines coolen Scott Eastwood gesorgt.

Als die ersten Trailer zu Overdrive online gingen, war der Gedanke vieler, dass da ein paar Europäer einfach auf der Fast and Furious-Erfolgswelle mitreiten wollen. Der von Taken-Regisseur Pierre Morel produzierte Streifen kann sich besonders bei der ersten Szene - einem spekakulären Autodiebstahl - dieses Vorwurfs nicht gross erwehren. Doch Laune macht der vom Kolumbianer Antonio Negret inszenierte Film trotzdem dank seiner No-Bullshit-Attitüde und dem Weglassen des Familien-Gequassels.

Dies ist aber nicht alles: Weiter kommt dem Film die angenehme Länge von 96 Minuten und der lüpfige Heist-Movie-Plot zu Gute. Mit den verschiedenen Spezialisten, die da für den Ferrari-Diebstahl angeheuert werden, können Parallelen zu The Italian Job und zur Ocean's Eleven-Reihe gemacht werden. Dabei ist nicht immer alles so, wie es zu sein scheint, weshalb es neben sauber inszenierten Actionszenen auch ein paar Twists zu sehen gibt.

Jedoch ist Overdrive nicht ganz so cool, wie er gerne sein möchte. Während Scott Eastwood (Sohn von Clint) jede Menge Charisma zeigt und das darstellerische Highlight ausmacht, spielt sein Leinwandbruder Freddy Thorp eine nervige Figur, die mit ihren lahmen Sprüchen schon nach kürzester Zeit auf die Nerven geht und so den Spass etwas trübt. Doch solche Figuren gibt es ja auch in Dom Torettos Gang, und so dürfte dies der Zielgruppe wohl nicht allzu viel ausmachen.

Man darf hier sicher nicht das Spektakel eines Fast and Furious-Filmes erwarten - auch wegen des deutlich kleineren Budgets. Trotzdem unterhält Overdrive anständig, da das B-Movie genau das bietet, was es verspricht. Nicht mehr und nicht weniger. Aber bitte jetzt nicht neun Sequels nachschieben.

Christoph Schelb [crs]

Christoph arbeitet seit 2008 für OutNow und leitet die Redaktion seit 2011. Er liebt die Filme von Christopher Nolan, die Festivals in Cannes und Toronto und kann nicht wirklich viel mit Jean-Luc Godard anfangen, was aber wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Gewinner des Filmpodium-Filmbuff-Quiz 2019.

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Kommentare Total: 2

yan

Europäischer Action-No-Brainer, der irgendwo zwischen Fast & Furious und Italian Job angesiedelt ist. Trotz bekannter Geschichte unterhält Overdrive und bietet immer wieder schnellen Spass.

crs

Filmkritik: The Fast and the Fast

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