Only the Brave (2017)

Only the Brave (2017)

No Way Out - Gegen die Flammen
  1. ,
  2. 134 Minuten

Filmkritik: Was tun, wenn's brennt.

"Dort brennt's"
"Dort brennt's"

Eric Marsh (Josh Brolin) arbeitet seit Jahrzehnten als Feuerwehrmann im Bundesstaat Arizona. Die vielen Waldbrände üben eine ganz eigene Faszination auf ihn aus, was bei Ehefrau Amanda (Jennifer Connelly) langsam den Geduldsfaden zum Reissen bringt. Sie wünscht sich nämlich ein Baby, doch scheint ihr Gatte irgendwie mehr mit seiner Arbeit als mit ihr verheiratet zu sein.

"Jep, er hatte recht."
"Jep, er hatte recht."

Sein Thema "Baby" hat der Junkie Brandon "Donut" McDonough (Miles Teller) unfreiwillig schon durch. Aus einer früheren Bettgeschichte ist eine Tochter hervorgegangen, für die er nun verantwortungsvoll sorgen will. Er möchte sein Leben grundlegend ändern und heuert deshalb bei Marsh Feuerwehrtruppe an. Auch wenn Marshs Team von dem Junkie zuerst nicht sehr angetan ist, erkämpft sich Brandon einen Platz und bekämpft mit seinen neuen Freunden schon bald erfolgreich jede Menge Waldbrände in und um Arizona. Doch am 28. Juni 2013 kriegen es die Männer mit einem äusserst heftigen Brand zu tun.

Der Feuerwehrmannfilm Only the Brave lässt sich viel Zeit für die Figurenzeichnung und gewinnt damit in den Feuerszenen mit viel Dramatik. Miles Teller und Josh Brolin zeigen zwei grandiose Performances, doch wer hier einen reinen Actionfilm erwartet, dürfte enttäuscht werden. Hier geht es vor allem um den Zusammenhalt innerhalb eines Teams, und das ist toll umgesetzt.

"Die wahre Geschichte mutiger Feuermänner? Oh Gott, das wird wohl wieder so eine amerikanische Heldengeschichte mit jeder Menge Pathos sein." - "Moment, nicht gleich abstempeln, lieber Filmfan, denn sonst verpasst du hier ein berührendes und einnehmendes Drama, das besser ist, als man denkt."

Anders als die Kollegen Michael Bay (13 Hours) oder Peter Berg (Deepwater Horizon) wohl so eine Story umgesetzt hätten, gilt bei Regisseur Joseph Kosinski hier "Characters First". Denn wer hier einen Actionfilm erwartet, wird bitter enttäuscht sein. Stattdessen kriegen wir interessante Charaktere und einen Einblick in ihren Berufs- und Familienalltag zu sehen. Zudem erleben wir, wie schwer dies bei einem solchen Knochenjob manchmal vereinbar ist. Josh Brolin und Miles Teller ragen aus dem Ensemble heraus, wobei Letzerer seit dem genialen Whiplash nicht mehr so gut war. Sein Brandon ist die "Zuschauer-Figur", der Neuling, mit dem wir alles erlernen, wobei es auch spannende Techniken zur Brandbekämpfung zu sehen gibt. Bei einer solchen wird sogar sprichwörtlich Feuer mit Feuer bekämpft.

Die Geschichte von Only the Brave beruht auf wahren Begebenheiten. Wer darüber lesen will, kann dies gerne tun, muss dann halt einfach mit Spoilern rechnen. Umgesetzt sind die dramatischen Ereignisse gegen das Ende hin ohne allzu grosse Effekthascherei und gehen in den letzten paar Minuten richtig nahe. Da zahlt es sich aus, dass Kosinski die Zuschauer mit vielen kleineren Szenen Teil dieser Feuerwehrtruppe gemacht hat. Zwar schleicht sich dabei auch immer wieder die eine oder andere Länge ein - die Laufzeit von 134 Minuten ist zu spüren -, doch möchte man die verbrachte Zeit mit diesen Figuren nicht missen. Wer schon Ladder 49 mochte, kann hier nicht viel falsch machen.

/ crs