My Little Pony: The Movie (2017)

My Little Pony: The Movie (2017)

My Little Pony: Der Film
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  3. 99 Minuten

Filmkritik: Friendship IS Magic!

Unter dem Meeeeeer!
Unter dem Meeeeeer! © Impuls Pictures AG

Ponyville bereitet sich auf das Freundschaftsfestival vor, das Prinzessin Twilight Sparkle mit ihren Pony-Freundinnen organisieren soll. Doch da taucht unerwartet ein Flugschiff am Himmel auf, aus dem ein mysteriöses Einhornpony mit gebrochenem Horn tritt: Tempest Shadow, die den Ponys im Auftrag des skrupellosen Storm King ihre Magie rauben will. Gnadenlos versteinert sie dafür die Ponyprinzessinen und versklavt die restlichen Ponys. Als letzte Hoffnung bleibt nur Twilight Sparkle, die mit ihren Freundinnen fliehen kann.

Der Gewinner kriegt das Schoggistängeli!
Der Gewinner kriegt das Schoggistängeli! © Impuls Pictures AG

Gemeinsam versuchen die Mane Six - Twilight Sparkle, Pinkie Pie, Rainbow Dash, Applejack und Fluttershy - den letzten Befehl der nun versteinerten Prinzessin Celestia auszuführen: Sie sollen Equestria verlassen, um magische Hilfe im Kampf gegen den Storm King zu finden. Auf ihrem Weg treffen sie auf Piratenvögel, einen Gaunerkater, Unterwasserponys und müssen sich dabei ständig in Acht nehmen, nicht von der unermüdlichen Tempest geschnappt zu werden. Wird auch dieses Mal die Freundschaft der Ponys reichen, um das Böse zu bezwingen?

Wer (noch) nicht - oder nicht mehr - dem Charme der Ponys aus dem Spielzeughaus Hasbro erlegen ist, dürfte sich vielleicht von den Pastellfarben abschrecken lassen. Die "Igitt! Mädchenzeugs!"-Reaktion tut dem Film aber Unrecht, erzählt er doch eine klassische Fantasy-Queste mit sympathischen Figuren, Humor und jeder Menge schmissiger Songs. Wie schon in der erfolgreichen TV-Serie wird die Botschaft "Friendship is magic" kindgerecht und mit herzig animierten Bildern vermittelt. Dank der guten Balance zwischen Witz und Jöö-Effekt, die das Kindliche nie ins Kindische abrutschen lässt, ist das Kinoabenteuer der Ponys definitiv mehr als nur ein Werbespot in Spielfilmlänge.

Nostalgie ist ja bekanntlich in, und vor allem die Achtzigerjahre haben es der Popkultur der letzten Jahre heftig angetan. Auch die Ponys von Hasbro sind ein Kind (Füllen?) dieser Zeit: Seit 1983 haben Mädchen weltweit die kleinen Ponys der Spielzeugreihe gesammelt, geherzt und gepflegt. Das Comeback - falls sie wirklich jemals weg waren - kam dann 2010 mit der Trickfilmserie My Little Pony - Friendship is Magic, durch die nicht nur kleine Mädchen, sondern auch unzählige erwachsene Zuschauer zu Ponyfans wurden. Zu den vielen männlichen Fans (genannt "Bronies") sind übrigens bereits Dokumentarfilme entstanden (Bronies: The Extremely Unexpected Adult Fans of My Little Pony, A Brony Tale).

Nach sechs Staffeln im TV schaffen die kleinen Ponys nun den Sprung auf die Leinwand und bleiben auch dort ihrer positiven Einstellung treu. Helle Farben, fröhliche, aufstellende Songs und sympathische Figuren gehören zum Grundrezept von MLP, sogar wenn eine Fantasygeschichte mit einem bösen Eroberer erzählt wird. Die neuen Figuren und Settings - klassische Abenteuerfiguren wie (Papageien-)Piraten und (Katzen-)Gauner, Unterwasser(pony)welten und eine an Mos Eisley erinnernde Gaunerstadt - ergänzen die bisher bekannte Ponywelt um den nötigen "Kinofaktor".

Mit den vielen Songeinlagen erinnert der Film natürlich stark an klassische Disneymusicals. Die Lieder sind auch ebenso lüpfig und laden zum Mitschunkeln ein. Dafür sorgt natürlich der Voice-Cast: Emily Blunt gibt Tempest mit der Iro-Friese stimmlich einen coolen Anstrich, während Liev Schreiber als Storm King irgendwo zwischen fiesem Bösewicht und kindischem Trotzkopf ist. Weiter sprechen und singen (neben den üblichen Ponysprechern der Serie) Kristin Chenoweth, Michael Peña, Zoe Saldana, Taye Diggs und Popstar Sia, die grad mit ihrer eigenen schrägen Frisur ein Singstar-Pony geben darf. In der deutschen Synchronversion sind übrigens das Schweizer Schlagerschätzeli Beatrice Egli und Gil Ofarim zu hören.

Tapfere Ponys, die sich nicht im Kampf üben, sondern mit ihrer freundlichen Art friedliche Lösungen suchen - das mag für Nicht-Pony-Eingeweihte süsslich und kindisch wirken. Wer dem Ganzen aber eine Chance gibt, findet auch ohne Vorwissen sofort den Einstieg in diese kunterbunte Welt. Und das Eintauchen in diese macht definitiv Spass.

Petra Schrackmann [pps]

Petra arbeitet seit 2007 für OutNow und haut auch für Lektorat und Listicles in die Tasten. Als Genrefan verbringt sie ihre Film- und Serienabende lieber mit Zombies, Hobbits oder RVAGs als mit Rom-Coms. Als Leseratte ist sie fasziniert von Comic- und Buchverfilmungen (sogar den schlechten!).

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