Life (2017)

Life (2017)

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  2. 104 Minuten

Filmkritik: Der Marsianer

"Mir ging gerade ein Licht auf."
"Mir ging gerade ein Licht auf."

Die sechsköpfige Crew der Internationalen Raumstation ISS steht vor einer unglaublichen Entdeckung. Das Team um Miranda North (Rebecca Ferguson) hat die Chance, den ersten Beweis für extraterrestrisches Leben zu finden. Roy Adams (Ryan Reynolds), David Jordan (Jake Gyllenhaal) und Mikrobiologe Hugh Derry (Ariyon Bakare) müssen dazu eine Mars-Sonde, die durchs All schwebt, auffangen und die darin enthaltenen Spuren auswerten. Nach geglückter Ausführung und den ersten Untersuchungen entdecken die Astronauten eine neue Lebensform. Der schnell heranwachsende Ausserirdische wird von den Erdbewohner gefeiert und auf den Namen "Calvin" getauft.

Interne Raumstations-Olympiade
Interne Raumstations-Olympiade

In der Raumstation herrscht derweil Anspannung. Der kleine Kerl wächst und wächst und seine Intelligenz beunruhigt die Astronauten. Miranda North und ihre Crew sind sich des Risikos bewusst. Die Station liegt nahe an der Erde und eine Flucht Calvins wäre verheerend. Dennoch arbeitet Derry weiter an Calvin, ohne zu wissen, dass der Marsbewohner nur ein einzelnes Ziel vor Augen hat. Wie jedes Lebewesen will auch Calvin überleben, auch wenn er dafür über Leichen gehen muss.

Daniel Espinosas mit Jake Gyllenhaal, Ryan Reynolds und Rebecca Ferguson stark besetzter Science-Fiction-Film Life bietet Horror, wie er sein sollte. Ein düsteres Setting, unerwartete Twists, packende Action, intelligente Figuren und vor allem den nötigen Mut, sich von der Masse abzugrenzen. Wer sich bei Ridley Scotts Alien zu stark im Monsterfilm fühlte, hat mit Life nun die moderne Alternative. Doch aufgepasst, auch der unauffällig brav aussehende Marsbewohner Calvin hat es faustdick hinter den Ohren.

Der chilenisch-schwedische Regisseur Daniel Espinosa hat sich mit Filmen wie Easy Money, Safe House und Child 44 einen Namen gemacht. In seiner Karriere hat er bereits mit Hollywoodgrössen wie Denzel Washington, Gary Oldman, Tom Hardy oder Ryan Reynolds zusammengearbeitet. Letzterer ergatterte sich in Espinosas neustem Werk Life wieder eine Rolle. Neben dem Deadpool-Darsteller haben sich auch Thriller-Spezialist Jake Gyllenhaal, Mission Impossible-Beauty Rebecca Ferguson, Hiroyuki Sanada (The Wolverine) und Ariyon Bakare (Rogue One) dem Cast angeschlossen. Für das Drehbuch zeichneten zudem die beiden Deadpool-Autoren Rhett Reese und Paul Wernick verantwortlich. Auf dem Papier hatte Espinosa also von Anfang an alle Trümpfe in der Hand, und glücklicherweise spielt er sie auch gekonnt aus. Life ist ein überzeugender Sci-Fi-Horrorfilm, der sich vor dem kommenden Alien: Covenant gar nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil: Ridley Scott ist gefordert, denn Daniel Espinosas Marsianer ist ein richtiger Teufelskerl.

Dabei beginnt alles ein wenig chaotisch. Ohne Einleitung lernen die Zuschauer die Astronauten und deren Aufgaben auf der Raumstation kennen. Bereits hier wird ersichtlich, dass Reese und Wernick an den Figuren gearbeitet haben und jede ihre eigenen Facetten aufweist. Kaum etwas wirkt hier überspitzt oder nach Klischee. Natürlich erinnert der Plot an die Alien-Reihe und an andere Space-Horrorfilme, relevant ist dies aber nur bedingt. Die Geschichte um erstes Leben auf dem Mars ist zu Beginn nett als Abenteuerfilm verpackt, so als wäre nicht Jake Gyllenhaal, sondern George Clooney à la Gravity im Schutzanzug. Doch die Pace ändert sich, sobald Calvin sein wahres Gesicht zeigt. Ab diesem Zeitpunkt wird aus Life ein regelrechter Schocker, der trotz des eigentlich harmlos aussehenden "Monsters" in der klaustrophobischen Umgebung eine packende Stimmung heraufbeschwört und die Zuschauer nicht in typischer Blum-Horrormanier vom Sitz aufschreckt, sondern mehr ein tiefsitzendes Unbehagen auslöst.

Je länger der Film dauert, desto düsterer wird er. Espinosa beweist Mut, indem er das Publikum immer wieder mit Hollywoodklischees lockt, aber dann clever einen anderen Weg einschlägt. Dies zieht der Regisseur glücklicherweise bis zum Schluss durch, womit er beweist, dass man auch mit grossem Budget und hochkarätigen Schauspielern einen Film so zu Ende bringen kann, wie das von Anfang an geplant war. Ohne gross auf das gelungene Ende einzugehen, darf doch erwähnt werden, dass die letzten Minuten des Films alleine dafür sorgen, dass man Life als Sci-Fi-Fan gesehen haben muss. Aber auch sonst darf Espinosas Ausflug ins All als eine grosse Überraschung betrachtet werden. Mit dem kleinen Ausserirdischen Calvin ist nicht zu spassen!

/ yan

Kommentare Total: 8

db

wegen dem Schluss hat er sich die 4 Sterne verdient.

philm

Muss Blaque2 zustimmen. Dünne "6 kleine (dumme) Aeronauten..." Story in einem sehr tollen Set. Dafür dicke Logikfehler...

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Mir hat Life gut gefallen. Zwar nicht sonderlich originell, dies machte den Streifen teilweise vorhersehbar. Aber sonst solide inszeniert. Spannend, unterhaltsam und packend mit einem gutem Ende.

4.5

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