King Arthur: Legend of the Sword (2017)

King Arthur: Legend of the Sword (2017)

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  2. 126 Minuten

Filmkritik: He came a lot

Talk to the hand!
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Nach dem Tod seiner Familie wächst der junge Arthur (Oliver Zac Barker (jung), Charlie Hunnam (erwachsen)) in der Londoner Gosse auf, wo sich Prostituierte um sein Wohlbefinden sorgen. Mit seiner Strassenbande macht er in seinen Jugendjahren die Gassen der Stadt unsicher und verdient sich hie und da ein paar Goldstücke. Von seiner königlichen Herkunft ahnt er nichts, ebenso wie er nicht weiss, wie der aktuelle König Vortigern (Jude Law) an die Macht gekommen ist. Doch eines Morgens ändert sich das Leben von Arthur schlagartig: Er ist der Auserwählte, der das sagenumwobene Schwert Excalibur aus dem Stein zieht - eine Tat, zu der laut Legende nur der rechtmässige König Englands im Stande ist.

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Durch Visionen wird ihm klar, dass Vortigern seinen Vater Uther (Eric Bana) getötet hat, um den Thron an sich zu reissen. Mit der Macht von Excalibur will er sich dem Widerstand anschliessen und den tyrannischen Herrscher besiegen. Doch dafür muss sich Arthur zuerst seinen eigenen Dämonen stellen. Mithilfe der geheimnisvollen Mage (Astrid Bergès-Frisbey) lernt er mit seiner neuen Waffe umzugehen, so dass dem Angriff auf die Krone nichts mehr im Wege steht.

Snatch-Regisseur Guy Ritchie kehrt nach The Man from U.N.C.L.E. zurück mit dem Beginn einer neuen Filmreihe. King Arthur: Legend of the Sword ist der erste Teil einer geplanten sechsteiligen Franchise und ein Popcorn-Blockbuster um das Leben und den Aufstieg des sagenhaften Königs Arthur. Ob es zum grossen Erfolg kommt, ist fraglich, denn King Arthur ist zwar optisch ganz okay, aber sonst eine PG-13-Schlacht ohne Herz, Witz und Drive.

Ob Sean Connery, Monty Python, Disney oder Top-Produzent Jerry Bruckheimer: Verfilmungen von König Artus und den Rittern der Tafelrunde gab es schon eine ganze Menge. Im Gegensatz zu vielen anderen Camelot-Werken beginnt Guy Ritchies King Arthur: Legend of the Sword am Anfang von Arthurs Leben und erzählt so eine Art Origin-Story des berühmten fiktiven Herrschers. Für Ritchie ist es nach The Man from U.N.C.L.E. und seinen beiden Sherlock Holmes-Teilen erst der vierte Film in acht Jahren, trotzdem hat er sich vorgenommen damit eine neue Arthur-Reihe mit sechs (!) Filmen zu lancieren. Stoff bietet die Artus-Sage genug, neben Arthur (Charlie Hunnam), der im ersten Film die Haupfigur einnimmt, gibt es eine Vielzahl von interessanten Figuren, wie den Zauberer Merlin, Sir Lancelot oder die Hexe Morgana, die allesamt die Sequelpläne Ritchies verwirklichen könnten. Ob die Pläne umgesetzt werden, hängt auch vom Erfolg des ersten Films ab, und da könnte Ritchie schon die einen oder anderen Probleme kriegen, denn sein Film ist alles andere als ein gelungener Einstand.

Das knapp über zwei Stunden dauernde Fantasy-Epos hat zwar das Budget für ansprechende Effekte und Einstellungen wie auch für einen anständigen Cast, der grösstenteils aus Game of Thrones und anderen hochstehenden TV-Serien zusammengewürfelt wurde. Neben einem gross aufspielenden Jude Law (Sherlock Holmes), sind zudem auch Djimon Hounsou (Gladiator) und Astrid Bergès-Frisbey (Pirates of the Caribbean: On Stranger Tides) mit dabei. Das berühmte Schwert Excalibur wird von Sons of Anarchy-Star Charlie Hunnam aus dem Stein gezogen, der als Arthur eine ordentliche Leistung zeigt. Richtig glänzen kann aber keiner, da das Drehbuch und die Dialoge schlicht zu schwach, die Charaktere ausnahmslos eindimensional gezeichnet wurden und sich die zu vielen Figuren gegenseitig die Aufmerksamkeit rauben.

Ja, abgesehen vom grandiosen Soundtrack ist King Arthur: Legend of the Sword ein ziemlich uninteressanter 08/15-Blockbuster geworden, der in vielen hektischen und zu schnell geschnittenen Szenen kein nützliches Erzähltempo aufweist und ohne Drive völlig vor sich hinplätschert. Die Origin-Story von Arthur bietet zudem kaum Highlights, wenig Humor und keine emotionale Tiefe. Während den Actionszenen sucht man vergebens nach der Marke "Arthur", was das Gefühl vermittelt in irgendeinem gewöhnlichen Schlachten-Epos zu sitzen. Es wird viel geredet, doch nur wenig gesagt, viel gezeigt, aber kaum etwas richtig thematisiert. Guy Ritchies King Arthur ist das perfekte Ebenbild zu Warcraft, der ebenso uninspirierend auf die Zuschauer losgelassen wurde.

/ yan

Kommentare Total: 3

unicron

Habe ihn noch nicht gesehen, aber die Erwartungen sinken natürlich nach dem Lesen der Kritik.
Wobei ich Warcraft genial fand und ihn schon 3x gesehen habe. Von daher ist das hier vielleicht doch noch etwas für mich. :)

ma

Naja. Ziemlich durchgeknalltes Spektakel. Weitgehend unterhaltsam aber teilweise auch extrem mühsam. eine Franchisezukunft sehe ich hier nicht...

yan

Filmkritik: He came a lot

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