Just Getting Started (2017)

Just Getting Started (2017)

Villa Capri - Das ist erst der Anfang
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  2. 91 Minuten

Filmkritik: Altern ist langweilig

Drei sind einer zuviel
Drei sind einer zuviel

Duke Diver (Morgan Freeman) ist Manager einer Luxus-Altersresidenz in Palm Springs. Die Gäste verbringen den Tag mit leichtem Sport, ein bisschen Tanz und gesundem Essen. Duke selber kümmert sich dabei hauptsächlich um den Spassfaktor, lässt dabei aber die finanziellen Aspekte beiseite. Das ruft die Unternehmensprüferin Suzie Quinzes (Rene Russo) auf den Plan, die diese Residenz nun ein bisschen unter die Lupe nehmen soll. Dazu taucht auch noch der ehemalige Militarist Leo McKay (Tommy Lee Jones) auf, der Duke in jeglicher Hinsicht zur grossen Konkurrenz wird - nicht nur bei den Damen, sondern auch auf dem Golfplatz.

Volle Fahrt voraus!
Volle Fahrt voraus!

Doch damit ist der Ärger für Duke noch nicht vorbei: Eine in die Jahre gekommene Mafiabraut (Jane Seymour) hat den Lebemann in einem Fernsehspot gesehen und setzt einen Killer auf ihn an, der nun auf verschiedene Arten versucht, Dukes Ableben als Unfall zu inszenieren. Das bedeutet für Duke nun, dass er sich mit dem Konkurrenten Leo zusammentun muss, um die Bedrohung aus der Welt zu schaffen. Und um ein für allemal zu klären, wer jetzt bei der attraktiven Prüferin die besseren Karten hat...

Just getting started bietet eine lahme Geschichte und gelangweilte Stars, die sich in einer schönen Umgebung zurechtfinden müssen und versuchen, den Film einigermassen mit Anstand zu Ende zu führen. Das "Genre" der Seniorenkomödie hat aber viel bessere Produktionen zu bieten. Von dieser hier sollte man am besten die Finger lassen - Gucken auf eigene Gefahr.

Eigentlich sind Filme wie Just getting started immer gern gesehen: eine lockere und witzige Story in schöner Umgebung, bekannte (Alt-)Stars, die sich amüsieren und ein Gesamtprodukt, das gute Laune verleiht und einfach passt. Leider werden wir hier eines Besseren (Schlechteren?) belehrt. Denn hier herrscht gähnende Langeweile, die nicht mal Morgan Freeman aus der Welt schaffen kann.

Dabei fängt das Ganze doch ganz sympathisch an: Ältere Menschen verbringen ihren Lebensabend in einer wunderbaren Anlage, deren Manager mit Limbotanz und Golfspiel für Unterhaltung sorgt. Auch dass er an jeder Ecke ein "Gspusi" hat, passt zu diesem in die Jahre gekommenen Schlitzohr. Spätestens aber mit dem Auftauchen seines Gegenpols und der lahmen Storyline mit Mafiahintergrund geht der Film bachab. Dann nämlich setzt man auf Dialog, lässt die Witze weg und hetzt die Senioren am Ende noch durch Actionsequenzen.

Die Darsteller, A-Lister wie Freeman, Jones, Russo oder auch Joe Pantoliano, sind schlichtweg unterfordert, da ihre Figuren keinerlei Entwicklungen durchmachen und sie ihre Stärken nicht ausspielen können. Hier fährt der Regisseur Ron Shelton den Film komplett an die Wand, indem er den Stars Grenzen setzt und sie nicht einfach machen lässt. Letzteres wäre in diesem Fall sicher besser gekommen.

/ muri