Jungle (2017/I)

Jungle (2017/I)

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  3. 115 Minuten

Filmkritik: Im Urwald ist der Potter los!

Why the long face, Mister Potter?
Why the long face, Mister Potter? © Studio / Produzent

Yossi Ghinsberg (Daniel Radcliffe) ist ein Aussteiger, der dem Alltag entflieht und die Welt bereist. Von Alaska über Vegas hat es ihn nun nach Bolivien verschlagen, wo er die Natur entdeckt und bald schon Bekanntschaft mit Marcus (Joel Jackson) und dem Fotografen Kevin (Alex Russell) macht. Man will gemeinsam entdecken und erleben, bei dem ihnen der Abenteurer Karl (Thomas Kretschmann) behilflich sein kann. Der schmiert dem Trio nämlich Honig um den Mund, verspricht Gold und Abenteuer und nimmt die drei mit in den Urwald.

Wasserrutschen waren schon angenehmer!
Wasserrutschen waren schon angenehmer! © Studio / Produzent

Man trifft auf erste Dörfer, und das Grüppchen schwärmt vom Leben in Freiheit. Bald aber hat einer von ihnen Probleme mit den Füssen, die Konfrontationen mit Anführer Karl werden heftiger und man einigt sich, mittels eines Flosses einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Als sich die Gruppe trennen muss und Yossi in den reissenden Wellen versinkt, scheint sein Leben verwirkt, jedoch steckt in Yossi ein unbändiger Drang nach Leben. Und diesen muss er nun anzapfen, denn alleine im Dschungel ist es fast unmöglich, zu überleben.

Mit Jungle könnte Daniel Radcliffe endlich in die Riege der «erwachsenen» Darsteller aufsteigen. Seine Karriere wird immer interessanter, und im Gegensatz zu seinen Potter-Kollegen überrascht er immer wieder mit tollen Rollen. Auch wenn das heisst, dass er sich in wilde Fluten stürzt, in Feuerameisen legt und stark abgemagert agieren muss. Der Film ist richtig stark!

Jungle basiert auf den wahren Erlebnissen eines jungen Mannes, der unter Höllenqualen und mit unbändigem Überlebenswillen seine Erfahrungen im Dschungel von Bolivien in Buchform veröffentlicht hat. Regisseur Greg McLean (The Belko Experiment) hat sich dieses Stoffes angenommen und bietet einen dramatischen Film, der nicht nur mit wunderbaren Bildern überzeugt, sondern auch mit einem Hauptdarsteller, der hiermit wohl endgültig dem Zauberumhang entwachsen ist.

Daniel Radcliffe, seines Zeichens als Harry Potter weltbekannt geworden, gibt uns hier den Kämpfer in freier Wildbahn. Was sich der Kerl antun musste, wird in dramatischen Bildern gezeigt, wobei man als Zuschauer schon ein paarmal leer schlucken muss. Aber Radcliffe steht seinen Mann, bleibt auch in schwierigen Sequenzen in Einsamkeit immer interessant und lässt mitfiebern. Auch wenn der Schluss des Films nicht überrascht, bleibt die Figur bis zur letzten Sequenz interessant und sympathisch.

Neben Radcliffe werden die anderen Darsteller ebenfalls zu guten Leistungen gezogen. Thomas Kretschmann (King Kong) kennt man als Darsteller von meist zwielichtigen Charaktern, was er auch hier sehr überzeugend unter Beweis stellt. Die beiden anderen Kumpels mögen weniger bekannte Namen haben, verleihen ihren Figuren aber jederzeit Glaubwürdigkeit.

Die Spannung in Jungle kommt auf leisen Sohlen. Während der ersten Stunde überzeugen die Bilder und Aufnahmen, man lernt die Herrschaften etwas kennen und begibt sich ins Dickicht. Erst danach wird an der Schraube gezogen und es geht rasant in Richtung Dramatik und Survival. Im Kombination mit den tollen Schauspielern ergibt sich daraus ein sehr gut funktionierender Film, der auch mit knapp zwei Stunden Laufzeit niemals langweilig wird.

Dani Maurer [muri]

Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!

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Trailer Englisch, 01:58