Journey's End (2017)

Journey's End (2017)

Filmkritik: Warten auf den Knall

42nd Toronto International Film Festival
Draussen lauert der Tod.
Draussen lauert der Tod.

Erster Weltkrieg, 1918: Der junge Soldat Raleigh (Asa Butterfield) hat keine Ahnung, was für ein Horror ihn genau an der Front erwartet. So meldet er sich frohen Mutes beim Militär und bittet, dass er in die Truppe seines alten Schuldfreundes Stanhope (Sam Claflin) eingeteilt wird. Sein Wunsch wird ihm gewährt, doch als er an die Front kommt, trifft er auf einen völlig desillusionierten Stanhope, der dem Alkohol verfallen ist. Denn Stanhope weiss, dass die Deutschen schon bald einen Angriff fahren werden, dem die britischen Soldaten nichts entgegenzusetzen hätten. So beginnen schreckliche Tage des Wartens.

Das 1928 uraufgeführte Theaterstück "Journey's End" von R. C. Sherriff (die Hauptrolle im Apollo Theatre in London spielte übrigens Laurence Olivier) ist hier als klaustrophobischer Antikriegsfilm inszeniert worden, der weniger mit Spektakel auffällt, sondern mit vielen Dialogen und Abwarten. Die bevorstehende Bedrohung durch den Feind ist dabei jederzeit spürbar und kann wie die Soldaten auch den Zuschauer paranoid machen. Schade, dass nicht das ganze Ensemble überzeugt und sich immer wieder Längen einschleichen. So wachsen nur die wenigsten Figuren ans Herz, weshalb beim logischen Ende dann der psychologische Tiefschlag fast gänzlich ausbleibt.

/ crs